Kein K.-o.-Kriterium für Sanierung im Bestand
Neue Eishalle „so greifbar wie nie“

Gibt es ein Happy-End für die Freiburger Eishalle? „Erstmals haben wir eine greifbare Option“, sagte Oberbürgermeister Martin Horn bei der Präsentation der Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie. Die finale Entscheidung liegt jetzt beim Gemeinderat.
Erhalt großer Teile der heutigen Halle
Die vom Gemeinderat beauftragte Studie, inwieweit eine Sanierung im Bestand möglich wäre, hat die Freiburger Hoffnungen erfüllt: „Aktuell sehen wir keine unüberwindbaren Hindernisse“, berichtete Baubürgermeister Martin Haag. Nicht zuletzt finanziell ist der angedachte Erhalt großer Teile der heutigen Halle einschließlich drei Tribünen, der Eisfläche und der erst jüngst nachgerüsteten Flexibande gegenüber einem kompletten Neubau deutlich im Vorteil.

Kosten
Die Verfasser*innen der Studie gehen von 39 Millionen Euro aus, die notwendig wären, um die Echte-Helden-Arena mit einer Generalsanierung fast auf Neubaustand zu bringen. 30 Millionen davon will die Stadt aus dem eigenen Haushalt finanzieren, hofft dabei aber auf erhebliche Zuschüsse aus dem neu aufgelegten Bundesförderprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“, in dem insgesamt eine Milliarde Euro zur Verfügung stehen. Bei maximaler Förderung könnte Freiburg auf acht Millionen Euro Zuschuss hoffen, muss sich aber mächtig ins Zeug legen, da das Antragsverfahren schon im Januar startet, wie Finanz- und Sportbürgermeister Stefan Breiter erläuterte. „Wir sind in den Play-offs, jetzt geht es darum, die entscheidenden Spiele zu gewinnen.“ Auch für den Abschluss der Bauarbeiten setzt das Förderprogramm eine Deadline: Schon 2031 muss alles fertig sein.
Fünf Millionen Euro!
Neun Millionen Euro soll der EHC Freiburg beisteuern – und hat dafür einen Joker an Land gezogen: Maximilian Zimber-Morat, großer Fan und Unternehmer, hat dem Verein die gewaltige Summe von fünf Millionen Euro als Unterstützung zugesagt. Im Rampenlicht steht der Sponsor nicht gern; auf der Pressekonferenz gab er lediglich ein kurzes Statement ab: „Ich freue mich, dass ich da dabei sein darf!“
Große Freude herrscht trotz der sportlich aktuell schwierigen Situation auch beim Eishockeyclub. Dessen erster Vorsitzender Michael Müller sprach von einem „großen Moment für den EHC und die ganze Eissportgemeinde“. Fast überschwänglich lobte er das Engagement der Rathausspitze, machte aber auch keinen Hehl daraus, dass die Bauphase eine große Herausforderung darstellen wird, weil der Verein den Trainingsbetrieb auslagern und die ersten Saisonspiele auswärts austragen müsse. Vom sportlichen Erfolg sei das Projekt aber nicht abhängig: „Wir investieren nicht für jetzt, sondern für das Morgen und Übermorgen“, stellte Müller klar.
Bauablauf
Geplant ist, die wesentlichen Bauarbeiten in drei aufeinanderfolgenden Jahren in der maximal ausgedehnten Sommerpause zu realisieren. „Für den Bauablauf wäre ein Mittelfeldplatz ohne Auf- oder Abstiegsspiele ideal“, bat Bürgermeister Haag augenzwinkernd. Spannend wird vermutlich vor allem der letzte Bauabschnitt, bei dem das neue Dach gebaut wird.
Großer Fortschritt gegenüber dem heutigen Zustand
Das fertige Gebäude bedeutet in jedem Fall einen großen Fortschritt gegenüber dem heutigen Zustand. „Über das Jahr bilanziert können wir den Energieverbrauch wahrscheinlich selbst decken“, prognostiziert Haag. Der angedachte Wärmeverbund mit dem Westbad werde hingegen nicht kommen. „Das rechnet sich nicht.“ Auch für die Menschen, die in der näheren Umgebung wohnen, bedeutet die künftig geschlossene Bauweise eine Verbesserung, weil es leiser wird. Erste Gespräche seien entsprechend positiv verlaufen.
Gemeinderat entscheidet am 9. Dezember
Auf einen positiven Verlauf hoffen die Bürgermeister und der EHC auch bei der Gemeinderatsdiskussion am 9. Dezember. OB Horn warb nochmals um Unterstützung, denn schließlich gehe es bei dem Projekt auch darum, dem Breitensport und dem beliebten Publikumslauf in Freiburg eine Zukunft zu geben. „Wir haben nun eine echte Chance, die Halle und den Eissport zu retten.“
Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 900 vom 6. Dezember 2025. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!