Zwei Seiten einer Veranstaltung: Damit der Weihnachtsmarkt so schön friedlich bleibt wie auf dem Archivfoto (nachfolgendes Foto), kommen dieses Mal mobile Straßensperren zum Einsatz. Wie sie funktionieren, demonstrierten Bürgermeister Stefan Breiter, FWTM-Chef Jens Mohrmann und Polizei-Vizepräsident Uwe Oldenburg (v. l.) in der Merianstraße.
Seit einigen Tagen lädt der Freiburger Weihnachtsmarkt wieder zum Bummel ein. An 127 Marktständen gibt es weihnachtliche Produkte, Kulinarisches und Kunsthandwerk. Neu sind die mobilen Sperren: Rund um den Rathausplatz sollen sie Schutz vor Amokfahrten bieten und einen Anschlag wie 2024 auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt verhindern.
Sie sind knallrot und aus Stahl, wiegen 700 Kilo pro Stück und ragen, wenn sie aufgeklappt sind, nahezu senkrecht vom Boden auf. Armis One heißt das in der Schweiz angefertigte System, das an mehreren neuralgischen Punkten die Zugänge zum Weihnachtsmarkt sichern soll – auch schwere Fahrzeuge bringen die mobilen Sperren innerhalb von wenigen Metern zum Stehen.
„Das System der Stunde“
„Armis One ist das System der Stunde und kommt auch in anderen Städten zum Einsatz“, sagte Jens Mohrmann, Geschäftsführer der FWTM. „Das ist quasi der Rolls Royce unter den Zufahrtssperren und dementsprechend teuer“, ergänzte Thomas Barth, bei der FWTM Projektleiter für den Weihnachtsmarkt. Ein Modul kostet 16.000 Euro, zwei bis drei liegen in den Straßen rund um den Weihnachtsmarkt nebeneinander – insgesamt hat Freiburg 20 davon angeschafft.
Zufahrtssperren sind ab 11 Uhr aktiviert
Ab elf Uhr werden die Sperren an Markttagen aktiviert; Anlieger- und Lieferverkehr ist dann nur bis 10.30 Uhr möglich, in Ausnahmefällen ist die FWTM telefonisch erreichbar. Im Rettungsfall können Feuerwehr oder Polizei die Sperren schnell durchfahrbereit machen; außerhalb der Weihnachtsmarkt-Zeiten sind sie ebenfalls runtergeklappt und können auch mit Fahrrad, Kinderwagen oder Rollstuhl problemlos passiert werden. Erstmals getestet wurden sie beim Weinfest im Juli. „Da haben wir, auch von Rollstuhlfahrer*innen, sehr positive Reaktionen bekommen“, berichtet Bürgermeister Stefan Breiter.
Zusätzliche Bausteine des Sicherheitskonzepts
Armis One ist, neben den schon bekannten Pollern, ein zusätzlicher Baustein des Sicherheitskonzepts für den Weihnachtsmarkt. Dabei arbeiten Stadt, Polizei und FWTM eng zusammen. „Wir wollen eine Kernbotschaft senden“, sagte Bürgermeister Stefan Breiter: „Wir sind gewappnet, und zwar für alle Szenarien.“ „Es gibt keine Hinweise darauf, dass wir hier in Freiburg mit einem Anschlag rechnen müssen“, bekräftigte Uwe Oldenburg, Polizeivizepräsident beim Polizeipräsidium Freiburg. Etwaige Verdachtspersonen habe man im Blick. „Im Schulterschluss mit der Stadt und der FWTM haben wir getan, was wir glauben, tun zu können.“ Eine hundertprozentige Sicherheit gebe es aber trotz alledem nicht.
Neben einem Sicherheitsdienst sind Polizeistreifen und der städtische Vollzugsdienst vor Ort, hinzu kommen die Bereitschaftspolizei und an den Wochenenden trinationale Polizeistreifen. Wie bereits im vergangenen Jahr gilt auf dem Weihnachtsmarkt ein Waffen- und Messerverbot. „Das werden wir an einigen Tagen mit Augenmaß kontrollieren“, so der Polizeivizepräsident.
Was kostet Glühwein?
Neben all den Fragen rund um mögliche Anschläge ging es beim Pressegespräch aber auch um den Weihnachtsmarkt an sich. Dessen 127 Stände verteilen sich wieder auf die acht Standorte Rathausplatz, Franziskanerstraße, Kartoffelmarkt, Unterlinden, Predigertor, Turmstraße, Rotteckring und Colombipark, plus – an den Adventssonntagen – die Kaiser-Joseph-Straße mit weiteren 19 Ständen. Das Angebot reicht von Kunsthandwerk (75 Stände), darunter handgefertigtes Holzspielzeug, Krippenfiguren oder Kerzen, über zwei Kinderkarussells und die Weihnachtsbäckerei bis hin zu kulinarischen Spezialitäten (38 Stände) und natürlich Glühwein (14 Stände). „Früher war die zentrale Frage: Was kostet der Glühwein?“, sagte Thomas Barth. „Jetzt haben wir Armis One.“ Und der Glühwein? Der kostet in diesem Jahr, genau wie im vergangenen, zwischen 4 und 4,50 Euro.
Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 899 vom 22. November 2025. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!