Aktionstag Demenz am 22. September
Mensch sein und bleiben

Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Demenz. Die Krankheit stellt nicht nur das Leben der Betroffenen, sondern auch das ihrer Angehörigen auf den Kopf. Um mehr Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen, lädt das Netzwerk Demenz Freiburg zu einem Aktionstag am Montag, 22. September auf den Platz der Alten Synagoge ein.
Anlass für den Aktionstag ist der Welt-Alzheimertag, der jedes Jahr am 21. September stattfindet. Das diesjährige Motto „Demenz – Mensch sein und bleiben“ legt den Fokus auf die gesellschaftliche Teilhabe der Betroffenen. Elisabeth Schauer, Beraterin beim Seniorenbüro mit Pflegestützpunkt, betont, dass es wichtig sei, Menschen mit Demenzerkrankung weiterhin mit all ihren Gefühlen, Eigenschaften und Stärken als Teil der Gesellschaft zu sehen. „Das Thema Demenz wollen wir aus der Tabuzone rausholen und den Angehörigen mitgeben: Demenz betrifft ganz viele Menschen und ist keine Schande“, so Schauer.
Diese Botschaft möchte das Netzwerk Demenz Freiburg am Montag, 22. September, von 13 bis 17 Uhr auf dem Platz der Alten Synagoge unter die Leute bringen. Das Programm ist vielseitig: Im Anschluss an das Grußwort vom Ersten Bürgermeister Ulrich von Kirchbach spielt das SWR-Symphonieorchester auf. An Infoständen geben Vereine und Organisationen, die im Bereich Demenz arbeiten, Auskunft über Betreuung und Pflege. Auf der Bühne animiert Jutta Veit vom Evangelischen Stift zur Gymnastik, im Anschluss moderiert Ralf Jogerst von der Heiliggeistspitalstiftung ein Gehirnjogging. Zwischendurch können die Zuschauer*innen unter der Anleitung des Studios DanceEmotion und der Gruppe Chinablumen das Tanzbein schwingen.
Ein Netz aus Hilfe
„Der Aktionstag richtet sich an alle, die sich über Demenz informieren möchten, aber auch an Betroffene und ihre Angehörigen“, erklärt Schauer. „Besonders groß ist das Interesse bei Menschen, die Angehörige mit Demenz haben, gerade, wenn die Diagnose noch sehr frisch ist.“
Für diese Menschen ist der Aktionstag auch eine Gelegenheit zum Austausch. „Alleine jemanden mit Demenz zu betreuen, schafft man nicht. Deshalb ist es wichtig, sich zu vernetzen und auch professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen“, sagt die Seniorenbüro-Beraterin. Beispielsweise organisiert das Netzwerk Pflegebegleitung gemeinsame Spaziergänge und Stammtische für Angehörige von Demenzkranken. Die Selbsthilfegruppe für Menschen mit Vergesslichkeit kann für Betroffene eine Stütze sein. Und ehrenamtliche Vereine wie Bike Bridge, die Rikschafahrten für ältere Menschen organisieren, bieten Demenzkranken einen willkommenen Tapetenwechsel.
Mehr Toleranz nötig
„Im Grunde möchten Menschen mit Demenz die eigene Lebensqualität behalten und das, was geht, mitmachen“, sagt Schauer. „Dafür braucht es aber eine Gesellschaft, die sie akzeptiert, Geduld zeigt und auch dann tolerant bleibt, wenn das Verhalten einmal von der Norm abweicht – zum Beispiel durch wiederholtes Nachfragen.“
Für den Aktionstag hofft Elisabeth Schauer deshalb auf viele Besucher*innen: „Es wäre schön, wenn ganz viele Angehörige und Menschen mit Demenz kommen, sich vernetzen und neue Anregungen bekommen, wie sie die Herausforderungen der Erkrankung meistern können.“
Bereits zum dritten Mal wird die Veranstaltung vom Netzwerk Demenz organisiert, dem neben dem Seniorenbüro mit Pflegestützpunkt sechs weitere Träger angehören.
Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 894 vom 13. September 2025. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!