St. Georgen

Stubenareal gewinnt Innovationspreis des Landes

Innenhof mit Tischen und Stühlen - Gastro-Außenbereich, im Hintergund Häuser

Ein innovatives Energiekonzept in historischer Hülle: Das Stubenareal in St. Georgen zeigt, wie Denkmalschutz zukunftsfähig wird. Das sieht auch die oberste Denkmalschutzbehörde des Landes so und zeichnet den Bau im neuen Innovationswettbewerb "Denkmal – Energie – Zukunft" als einen der ersten Preisträger aus. Mit dem Wettbewerb würdigt das Landesministerium für Landesentwicklung und Wohnen seit diesem Jahr Kulturdenkmale, die mit klugen energetischen Lösungen überzeugen.

Energieeffizientes Bauen

Bei der Neugestaltung des Stubenareals hat die Stadt den Akzent auf eine energieeffiziente Bauweise gesetzt. Im Vergleich zu einer Sanierung nach Mindeststandard ist der rechnerische Energiebedarf des neuen Gebäudes um 60 Prozent und der Kohlenstoffdioxidausstoß sogar um 90 Prozent niedriger.

Denkmalschutz

Besonders die ausgeklügelte Innendämmung hilft beim Energie- und Emissionensparen. Hier musste die Stadt kreativ werden, denn aus Gründen des Denkmalschutzes kam eine Außendämmung nicht in Frage. Dafür wurde vorgeständerte Verschalung mit Zellulose gedämmt, um das Gebäude im Sommer kühl und im Winter warm zu halten.

In der „Wirtewohnung“ kamen parallel in einem Monitoring fünf unterschiedliche Innendämmtechniken zum Einsatz. In einem Forschungsprojekt überwacht und bewertet die Universität Stuttgart diese Dämmvarianten in den kommenden zwei Jahren. Gefördert wird die Auswertung vom Innovationsfonds der Badenova.

Erneuerbare Energien

Bei der Strom- und Wärmeversorgung kommen erneuerbare Energien zum Einsatz. Auf dem Dach der ehemaligen Kegelbahn und dem Anbau der Scheune hat die Stadt PV-Anlagen installiert. Geheizt wird mit Holzpellets, kühle Luft bringt ein passives System in die Versammlungsräume. Fenster und Dach wurden auf Neubaustandard restauriert.

Hauptpreis im Innovationswettbewerb des Landes

Für den gelungenen Umbau mit dem zukunftsweisenden Energiekonzept erhält die Stadt nun den Hauptpreis im Innovationswettbewerb des Landes.

Aus 28 Einreichungen hat eine unabhängige Jury die zehn innovativsten Projekte ausgewählt. Den Hauptpreis erhielten das Stubenareal sowie drei Projekte aus Karlshof-Neuthard, Schorndorf und Tübingen-Bebenhausen. Dafür bekommen die Projekte jeweils ein Preisgeld in Höhe von 12.500 Euro.

Hintergrund zum Stubenareal

Die Neugestaltung des Stubenareals ist das erste Projekt der Stadtteil-Leitlinien (STELL). Dabei arbeiten Bürger*innen und Verwaltung Hand in Hand an der Neugestaltung der Stadt.

Mit Bürger*innen gestaltet

Den Umbau des Stubenareals in ein Kultur-, Bürger- und Vereinshaus setzten die Bürger*innen 2012 ganz oben auf die Agenda. Nach einer langen Planungsphase erfolgte im Februar 2019 der Spatenstich. Fertig war das neue Stubenareal schließlich 2022. Den Kostenrahmen von 8,5 Millionen Euro unterschritt das Projekt am Ende um 500.000 Euro, davon stammten 2 Millionen aus dem Klimaschutzfonds der Stadt. Das Monitoring der Innendämmung wird aus dem Klimaschutzfonds der Badenova gefördert.

Fläche um 1000 Quadratmeter vergrößert

Mit dem Umbau hat sich die Nutzfläche des Stubenareals um 1000 Quadratmeter vergrößert. Neu eingezogen sind ein Restaurant, ein Café und ein Biergarten. Ortsansässige Vereine haben dank des Umbaus zusätzliche Räume erhalten. Der große Saal in der ehemaligen Scheune steht auch der Bürgerschaft für Feste und Veranstaltungen zur Verfügung.

Historisches Gebäude

Das Stubengebäude in der Blumenstraße zählt zu den bedeutendsten historischen Bauten in St. Georgen. Mitten im historischen Dorfkern gelegen, wurde es erstmals 1403 urkundlich erwähnt. Ab 1504 war die Stube das politische Zentrum der Gemeinde, hier tagte regelmäßig das Dorfgericht. Von 1831 bis 1938 beherbergte das Areal das Rathaus von St. Georgen. Mit der Eingemeindung von St. Georgen in die Stadt Freiburg während der NS-Zeit verlor die Stube diese Funktion. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden ihre Räume von städtischen Ämtern, darunter vom Wohlfahrtsamt, genutzt.

Veröffentlicht am 09. Juli 2025