470 Plätze bei Keidel-Therme

Eine Parkgarage fürs Kurgebiet Mooswald

Visualisierung des Parkplatzes für das Kurgebiet Mooswald
Visualisierung: K9 Architekten

Im Kurgebiet Mooswald rund um die Keidel-Therme wird ein Parkhaus gebaut – kombiniert mit Mitarbeiterwohnungen, Büro- und Therapieflächen. Hintergrund sind die steigenden  Besucherzahlen der Therme, der benachbarten Celenus-Klinik und des Dorint Hotels. Bereits 2019 hatte es Pläne für ein Parkhaus gegeben, die damals für Protest gesorgt hatten.

Wer nicht mit dem Bus, sondern mit dem Auto zur Keidel-Therme fährt, hat es oft nicht leicht, einen Parkplatz zu finden. "Die Leute fahren rein, finden nichts und parken dann wild", fasste  Magdalena Szablewska, technische Geschäftsführerin der Freiburger Stadtbau (FSB), die aktuelle Situation zusammen. 200 zusätzliche Pkw-Stellplätze seien erforderlich.

Luftiger Entwurf

Um dem abzuhelfen, hatten die zuständigen Freiburger Kommunalbauten eine Mehrfachbeauftragung ausgelobt. Als Sieger wählte die zwölfköpfige Jury kürzlich den Entwurf des Freiburger  Büros K9 aus: zwei versetzt angeordnete Parkriegel mit rund 470 Stellplätzen, einem Satteldach, das an Tabakscheunen erinnern soll, und PV-Anlagen. "Die Arbeit erzeugt mit ihrem Scheunencharakter und der rippenartigen Fassadengliederung einen angenehmen Charme", begründete Juryvorsitzender Professor Kunibert Wachten die Entscheidung.

Der Entwurf greife die Architektur der Region auf und füge sich gut in die Umgebung ein, ergänzte Gabi Lebherz vom Stadtplanungsamt. "Er versteht sich als Teil eines Ensembles. Und da die  Garage zweigeteilt ist, wirkt sie nicht so massiv, sondern luftiger." Außerdem verlängert der Zwischenraum die Rampen, die von einem Teil des Gebäudes ins nächste Halbgeschoss im anderen Gebäudeteil führen – so sind sie weniger steil. Die Bausteine Wohnen und Multifunktionsflächen finden sich modulartig an zwei versetzten Enden der Parkriegel.

Zielsetzung des Wettbewerbs war, mindestens 450 Stellplätze zu schaffen und so möglichst viele der umliegenden Parkplätze darin unterzubringen, den Parkverkehr quasi zu bündeln. Das  soll den nördlichen Teil des Kurgebiets entlasten und zu einer Verkehrsberuhigung beitragen.

"Gesamtbilanz sehen"

"Wir haben uns auf die zentrale Fläche konzentriert, weil es für dieses Gebiet schon einen Bebauungsplan gibt", so Magdalena Szablewska. Die bisherigen Parkplätze würden entsiegelt, "um  der Natur etwas zurückzugeben". Allerdings müssen 50 bis 60 Bäume für das Parkhaus weichen – doch die dafür nötigen Ausgleichspflanzungen gebe es schon seit den 1980er-Jahren, betonte der kaufmännische FSB-Geschäftsführer Matthias Müller. Damals habe man zehn Hektar im Rieselfeld und bei Opfingen aufgeforstet: "Diese Bäume sind heute groß und stark. Das  dürfen wir in der Diskussion nicht vergessen. Wir müssen das in der Gesamtbilanz sehen."

Baubeginn 2027

Bäumen die Rede gewesen – das hatte damals für Widerstand gesorgt. Außerdem brachte Corona das Verfahren ins Stocken. Beim erneuten Anlauf ging dem Architekturwettbewerb Anfang  2025 ein Akteurs-Dialog voraus: mit Gewerbetreibenden, Thermengästen, Bürgervereinen und Zufallsbürger*innen. Jetzt geht es an die vertieften Planungen des "Mobiliätshubs", Baubeginn  könnte 2027 sein.

Die Kosten konnte FSB-Geschäftsführer Müller noch nicht beziffern. "Wir können den Entwurf aber auf jeden Fall in wirtschaftlich vertretbarer Weise realisieren " , sagte er. Und Gabi  Lebherz vom Stadtplanungsamt hob hervor: "In der  Summe ist das ein runder Entwurf. Er punktet  mit Effizienz und ist leicht umsetzbar."

Wer sich für die Entwürfe interessiert: Sie werden im Foyer des Keidel-Thermalbads (An den Heilquellen 4) ausgestellt.

Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 889 vom 7. Juni 2025. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!

Veröffentlicht am 16. Juni 2025