„OB vor Ort“ im Stadtteil Brühl

In Brühl ging es um Grünflächen, Jugendliche, Verkehr und die Pläne der Bahn

Rote Hochbeete im Straßenraum
Grüner und schöner: In der Komturstraße laden Hochbeete zum Gärtnern ein, und der Zollhallenplatz soll frisch bepflanzt werden. (Foto: Freiburg packt an)

Wie kann der Stadtteil Brühl grüner werden, und wo ist er es schon geworden? Darum – aber auch um den Ausbau der Rheintalbahn, die Straßen im Quartier, die Lortzingschule und vieles mehr – ging es kürzlich beim Bürgergespräch „OB vor Ort“ im Gemeindesaal St. Konrad, zu dem rund 65 ­Interessierte gekommen waren.

Zum Auftakt stellte Christoph Daub vom Garten- und Tiefbauamt (GuT) die „grünen Projekte“ vor, die die Stadt in den vergangenen fünf Jahren umgesetzt hat: darunter etliche Spielplätze wie der „Waben“-Spielplatz im Güterbahnareal, der an einen Bienenstock erinnert, oder der Spielplatz an der Kenzinger Straße, der zu einem Bewegungspark mit Calisthenicsanlage, Basketballfeld und Seniorengeräten wurde.

Auch die Pocketgärten in der Komturstraße, die nach der Verlegung der Straßenbahn in die Waldkircher Straße entstanden sind, waren Thema: Dafür waren zwei Parkplätze entsiegelt, Bäume gepflanzt und Hochbeete eingerichtet worden, die seither von engagierten Bürger*innen gepflegt werden.

Mehr Bäume im Quartier

48 Bäume hat die Stadt 2023 in der Eugen-Martin-Straße im Güterbahnareal gepflanzt, 2026 sollen 20 weitere plus 30 Großsträucher folgen. Und der Kaiserstuhlplatz hat sich zu einer kleinen grünen Insel mit Bouleplatz entwickelt. Nicht gut entwickelt habe sich hingegen der Zollhallenplatz am Eingang des Quartiers an der Ecke Neunlindenstraße/Waldkircher Straße. „Er funktioniert nicht richtig, und wir schauen jetzt, wo wir nachjustieren können“, sagte Daub. Derzeit laufen die Planungen, angedacht seien unter anderem ein Weg mit geglättetem Pflaster, da das grobe Pflaster für Kinderwagen und Menschen im Rollstuhl schwierig sei. Außerdem soll es zusätzliche Sitzgelegenheiten und ein Bewegungsangebot geben, und die Möglichkeit, Wasser auf den Platz zu bringen, werde aktuell geprüft.

Außerdem soll der Zollhallenplatz grüner und schattiger werden: Zwölf Zierkirschen will das GuT durch Hochstammbäume ersetzen und zusätzlich 28 „Klimabäume“ pflanzen – das sind Bäume, die resistenter gegen Hitze und Trockenheit sind, etwa spezielle Gattungen von Zelkoven, Linden und Ahornbäumen.

Visualisierung Zollhallenplatz
(Visualisierung: Planungsbüro AG Freiraum)

Kids und Straßen

Im Anschluss war der Abend für alle Themen geöffnet, und das Publikum brachte sich lebhaft mit ein. Zur Sprache kamen unter anderem: Platz für Jugendliche – „Die sind hier eher im Kaufland-Parkhaus unterwegs als auf öffentlichen Flächen“ –, der Zustand der Straßen – „Die Stefan-Meier-Straße mit ihren vielen Schlaglöchern erinnert mich an die Straßen in der DDR“ –, eine mögliche Verkehrsberuhigung im Güterbahnhofareal und der Schotterplatz der Lortzingschule, auf dem Kinder und Jugendliche Fußball spielen – „Da würde ich mir einen neuen Belag wünschen.“

Die Antworten von Oberbürgermeister Martin Horn: Für die Jugendlichen werde das Multifunktionsgebäude D4 im Güterbahnareal Abhilfe schaffen – mit Quartiersraum, Jugendtreff, Wohnen für Geflüchtete, Sportplatz und Gemeinschaftsfläche auf dem Dach. 2028 soll es fertig sein. Die Stefan-Meier-Straße werde ab 2027 saniert, was sowohl für den Auto- als auch für den Radverkehr erhebliche Verbesserungen mit sich bringen werde. Eine Verkehrsberuhigung und Tempo 30 hingegen seien nicht so einfach umzusetzen, sagte Horn. Denn für jede einzelne Straße brauche es eine Ausnahmebegründung und damit ein Gutachten. Die Lortzingschule habe einen „massiven Sanierungsstau“ und soll, so Horn, ab 2027 für schätzungsweise 44 Millionen Euro saniert werden.

Bahngipfel im Januar

Weiteres Thema des Abends: der Ausbau der Rheintalbahn und die damit verbundenen Lärmschutzwände: „Da wird eine 6,5 Meter hohe Mauer die Stadt durchtrennen. Warum akzeptiert die Stadt das?“, fragte ein besorgter Anwohner. „Wir haben da überhaupt nicht zugestimmt“, entgegnete der OB. „Und wir werden uns auf die Hinterbeine stellen.“ Für den 22. Januar 2026 habe er sowohl Bahnvertreter*innen als auch die Bürgermeister­*innen der Orte entlang der Strecke aus den Nachbar-Landkreisen zu einem Bahngipfel nach Freiburg eingeladen. „Lassen Sie erst mal die Bahn ihre Pläne präsentieren. Und dann werde ich mich mit Nachdruck für die beste Lösung einsetzen“, so Horn. Wichtig sei, dass der Regionalverkehr Vorrang habe, „damit der Fernverkehr nicht alle Regionalzüge und S-Bahnen aussticht“.

Als letztes Thema kam der Flugplatz ins Gespräch, der ebenso wie das Europa-Park-Stadion des SC in Brühl liegt. „Die Verträge laufen 2031 aus. Wie es weitergehen und was dann dort entstehen könnte, wird ab 2026 untersucht“, sagte Martin Horn. Und beendete den Abend mit einem Appell, bei der im Frühjahr 2026 anstehenden Landtags- und Oberbürgermeisterwahl wählen zu gehen. „Unsere Demokratie verdient eine hohe Wahlbeteiligung.“

Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 901 vom 20. Dezember 2025. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!

Veröffentlicht am 18. Dezember 2025