Vom Rathaus RiS B ins Neubaugebiet Kleineschholz

Ein Rundgang über zwei große Baustellen westlich der Bahnlinie

RiS B im Hintergrund, im Vordergrund Gärten
Liegen in unmittelbarer Nachbarschaft: Die Baustellen fürs neue Rathaus RiS B – davor die Gärten, in denen die Mauereidechsen ein neues Zuhause gefunden haben – und Kleineschholz. Hier lässt sich schon erkennen, wo künftig die Straßen verlaufen werden. (Fotos: Stadt Freiburg)

Im Stadtteil Stühlinger ist derzeit einiges los. Kräne ragen in den Himmel, auf zwei großen Baustellen wird rege gearbeitet: am zweiten Abschnitt des Rathauses im Stühlinger RiS B und im Baugebiet Kleineschholz. Über den Stand der Dinge hat Baubürgermeister Martin Haag kürzlich bei einer Kombi-Baustellen­führung informiert. 

Rund 40 Interessierte waren der Einladung gefolgt – darunter Mitarbeitende der Stadtverwaltung, Mitglieder des Gemeinderats und Bürger*innen, die neugierig waren, was sich auf den großen Baustellen in ihrer Nachbarschaft so tut. „Beides wird für den Stühlinger Veränderungen bringen“, machte Bürgermeister Haag zu Beginn der Führung deutlich.

Familienrathaus

Ein großes Plus wird Ris B mit sich bringen, das neue „Familienrathaus“: Hier sollen, auf 22.000 Quadratmetern, ab 2027 Beratung und Serviceleistungen für Familien, Jugendliche und Kinder gebündelt werden. „Aussehen wird es ähnlich wie das benachbarte RiS A, aber es wird eigentlich noch besser“, versprach die städtische Projektleiterin Patricia Haas mit Blick auf den energetischen Standard: RiS B werde als Effizienzhaus 40 im Passivhausstandard gebaut.

Begehbar war beim Rundgang nur der große Innenhof in der Mitte des Rondells, denn auf den Etagen wurde schon der Estrich verlegt. „Aktuell arbeiten 60 bis 70 Mann auf der Baustelle“, sagte Martin Käser, Bauleiter bei der Firma Schleith. „Sie kommen aus unterschiedlichen Firmen in der Region, was den Vorteil hat: Sie sind greifbar und wollen hier das Beste bringen.“

Das Besondere an RiS B sei die Fahrradgarage im Keller, sagte Bürgermeister Haag. „Sie wird superkomfortabel über eine Rampe erreichbar sein, und von dort aus kommt man trockenen Fußes in beide Rathausteile.“

Gärten und Eidechsen

Hinter dem RiS B, in westlicher Richtung, hat die Mauer­eidechse ihr neues Zuhause gefunden. Rund 600 Exemplare der streng geschützten Art wurden aus den Gärten umgesiedelt, auf deren Gelände heute das neue Baugebiet entsteht: einen Teil davon ins „Paradiesgärtlein“ auf dem Hauptfriedhof, den anderen Teil in die neuen „Urban Gardening“-Flächen zwischen Sundgauallee und Straßenbahnschienen. Hier bieten Trockenmauern den Tieren alles, was sie brauchen: Sie können sich dort verstecken, und sie finden dort Insekten und Spinnen als Nahrung. „Diese Fläche dient also nicht nur den Menschen zum Gärtnern, sondern auch der Natur“, sagte Oliver Zachow vom Stadtplanungsamt.

Mit diesen Flächen erweitere die Stadt den benachbarten Eschholzpark, betonte Bürgermeister Haag. „Der Stühlinger bekommt neue Bebauung, aber auch neue Grünflächen.“

Kleineschholz

Einmal kurz die Sundgau­allee überquert, und schon steht die Gruppe mitten im neuen Baugebiet Kleineschholz. Wo künftig die Straßen laufen, ist schon zu sehen – aktuell führt mittendurch, abgetrennt durch Zäune, ein Teil der Radvorrangroute FR 2. Sie verläuft an sich parallel zur Güterbahnlinie – da dort aber gerade die Löcher für die Pfähle der Lärmschutzwand gebohrt werden, wurde ein Stück davon ins Baugebiet verschoben. Das funktioniere erstaunlich gut, berichtet Maximilian Wachter vom Garten- und Tiefbauamt: „Wir bekommen viele positive Rückmeldungen.“ Dafür sei der Radweg, wenn alles fertig sei, dann nicht mehr zwei bis drei, sondern vier Meter breit, mit einem getrennten Fußweg.

Rechts und links der Rad­trasse würden aktuell viele Erdarbeiten getätigt, erzählt Wachter. Die Hausanschlüsse seien schon gelegt, ebenso die Fernwärmetrasse und die Frischwasserleitungen der Badenova. Das alles dauere noch bis Ende des Jahres. „Ich gehe davon aus, dass wir dann im Januar mit dem Hochbau beginnen können.“

Wichtig sei, dass sich hier keine Tiere mehr ansiedeln. „Nach jedem Regen schauen wir, dass sich in großen Pfützen keine Biotope entwickeln, dass das Wasser abfließen kann. Langweilig wird es uns hier nicht“, meinte Wachter augenzwinkernd.

In Kleineschholz entstehen 500 Wohnungen, mindestens 50 Prozent davon als geförderte Mietwohnungen. Inzwischen sind alle Grundstücke vergeben – entscheidend bei der Vergabe war das Konzept,  die Frage nach dem Beitrag fürs Gemeinwohl. „Die beste Idee gewinnt. Es ist das erste Mal, dass ein Quartier gemeinwohlorientiert wird“, erklärte Manuel Wolff, Leiter der Projektgruppe Klein­eschholz.

Pavillon für alle

Zum Zuge kamen, neben der Freiburger Stadtbau und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, 13 Projekte. Einige davon luden zum Abschluss der Tour in den „Pavillon für alle“ ein. „Das hier ist die Anlaufstelle für die Wohnprojekte und alle Interessierten“, begrüßte Mona Haas von der Dachgenossenschaft „Wohnen für alle“ die Gäste. „Hier informieren wir über die Projekte und das Gebiet, werben um Unterstützung und hoffen, dass  unsere Vision Wirklichkeit wird.“ 

Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 895 vom 27. September 2025. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!

Veröffentlicht am 30. September 2025