Aktionsplan Istanbul-Konvention

Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt

Mensch hält Hand vor das Gesicht mit Schriftzug "Stop"
(Foto: Serghei-Turcanu/istockphoto.com)

Um Frauen, Kinder und andere von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffene Menschen zu schützen, bleibt auch im Jahr 2026 noch vieles zu tun. Vor acht Jahren trat in Deutschland die Istanbul-Konvention in Kraft, mit der sich die Länder Europas verpflichten, geschlechtsspezifische und häusliche Gewalt zu bekämpfen. Noch immer sind nicht alle Forderungen umgesetzt – noch immer gehört für viele Frauen, Kinder sowie für queere Personen psychische und körperliche Gewalt zum traurigen Alltag. Um auf kommunaler Ebene die Umsetzung der Istanbul-Konvention voranzutreiben, hat der Freiburger Gemeinderat im Februar 2025 einen Aktionsplan beschlossen. Alle acht Maßnahmen sind mittlerweile angelaufen.

Gewaltschutz und Schutzkonzepte

Ein wirksames Schutzkonzept darf nicht nur an einzelnen Punkten ansetzen. Es muss die gesamte Organisation oder Sozialräume erfassen – Strukturen, Abläufe, Haltung, Personal, Räume und den Umgang miteinander. Die Umsetzung von Schutzkonzepten ist wichtig, um Gewalt vorzubeugen.

Bildungs- und Bewusstseinsarbeit

Durch Bildungsangebote und Öffentlichkeitsarbeit wird die Stadtbevölkerung über geschlechtsspezifische Gewalt aufgeklärt. In Zusammenarbeit mit Expert*innen bündelt das Netzwerk Informationen und bereitet diese in zielgruppengerechter Sprache auf. Somit werden Gewalthandlungen, Dunkelfeld, patriarchale Strukturen und Stereotypen durch Aufklärung reduziert und bestenfalls beseitigt.

Täter*innenarbeit ist Opferschutz

Einstellungen, Verhaltensweisen, Machtvorstellungen und patriarchale Muster werden bei der Arbeit mit gewaltausübenden Personen hinterfragt und gegebenenfalls verändert. Damit wird ein Teil der strukturellen Ursachen von Gewalt abgeschwächt. Mit dieser Zielrichtung werden bestehende Angebote für Erwachsene in Freiburg ausgebaut und auch neue entwickelt.

Kampagne zur Istanbul-Konvention

Um all die Maßnahmen und Bemühungen im Rahmen der Istanbul-Konvention sichtbar zu machen, die Zivilgesellschaft zu erreichen, aber auch Betroffenen eine Stimme zu geben, startet im Sommer 2026 eine kommunale Kampagne mit zahlreichen Aktionen gegen geschlechtsspezifische Gewalt.

Dem Netzwerk anschließen

Nicht nur Bund und Land, auch die Kommunen sind zur Umsetzung der Istanbul-Konvention seit 2018 in Deutschland gesetzlich verpflichtet. Gewaltschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Angesichts jüngster Enthüllungen ist das Thema aktueller denn je. Organisationen, die dem Netzwerk noch nicht angehören, die die Stadt aber auf ihre Weise bei der Umsetzung unterstützen möchten, können sich mit der Koordinationsstelle Istanbul-Konvention in Verbindung setzen (istanbul-konvention@freiburg.de oder tel. 0761 201-1720). Nur gemeinsam gelingt es, ein starkes Zeichen gegen Gewalt zu setzen.

Kosten

Für die Umsetzung der acht Maßnahmen des Aktionsplans hat der Gemeinderat im aktuellen Doppelhaushalt Mittel bereitgestellt. Zusätzlich erhält das Vorhaben finanzielle Unterstützung durch die Mekriba Stiftung.

Mehr Informationen gibt es unter

Veröffentlicht am 26. März 2026