Neuer Biotopverbundplan ist fertig
Mehr Artenvielfalt für Freiburg und den Schwarzwald

Weltweit ist die Biodiversität seit Jahrzehnten rückläufig; in den nächsten Jahren sind rund eine Million Arten vom Aussterben bedroht. Um diesem dramatischen Abwärtstrend lokal etwas entgegenzusetzen, hat die Stadt 2019 den „Aktionsplan Biodiversität“ beschlossen. Ein zentraler Baustein ist der jetzt fertiggestellte Biotopverbundplan Freiburg-Schwarzwald.
Straßen, Wohngebiete und intensiv genutzte Felder trennen oft die Lebensräume von Tieren und Pflanzen. Deshalb ist es wichtig, solche Wanderhindernisse zu überwinden und zusammenhängende Biotopverbünde zu schaffen. Ziel ist es, ökologisch hochwertige Lebensräume zu erhalten und neu zu entwickeln. So können sich verschiedene Tierarten – beispielsweise Amphibien, Reptilien, Heuschrecken und Schmetterlinge – sowie Pflanzen in menschengenutzten Kulturlandschaften ausbreiten und vermehren.
Großes Potenzial in der Höhe
Das Potenzial im Freiburger Schwarzwald ist groß: Viele extensiv genutzte Wiesen und Weiden sind (noch) artenreich. Aktuell machen ökologisch wertvolle Lebensräume hier rund 23 Prozent der Offenlandfläche aus (etwa 142 von 618 Hektar) – allerdings sind diese Grünlandlebensräume zunehmend bedroht
Durch die Umsetzung aller im neuen Biotopverbundplan vorgeschlagenen Maßnahmen könnte ihr Anteil auf rund 41 Prozent steigen (256 Hektar). Das gäbe vielen regionalen Tier- und Pflanzenarten eine langfristige Perspektive.
Artenvielfalt braucht Konzepte, Raum und dauerhafte Pflege. Mit dem Biotopverbundplan Freiburg-Schwarzwald schaffen wir nun auch eine Perspektive für die Tier und Pflanzenwelt der Schwarzwaldhänge und -täler im Osten unserer Stadt.
Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit
Privatleute sind gefragt
Dafür ist die Stadt allerdings auf Unterstützung von privaten Flächeneigentümer*innen angewiesen. Vom Land gibt es Fördermitteln, beispielsweise für die extensive Beweidung, die Sanierung und Neuanlage von naturnahen Gewässern oder Blühflächen auf Äckern. Die fachliche Beratung steuert das Umweltschutzamt bei. Wer die wünscht, wendet sich bitte per E-Mail an umweltschutzamt@freiburg.de.
Auch wer einen privaten Garten hat, kann zur Artenvielfalt beitragen. Unterstützung dafür gibt es im Rahmen des Förderprogramms „Artenschutz in der Stadt“ – und weitere Informationen unter www.freiburg.de/artenschutz.
Bereits 2024 hat das Umweltschutzamt den Biotopverbundplan Tuniberg fertiggestellt. Gemeinsam mit dem Plan Freiburg-Schwarzwald ist jetzt sowohl der Osten mit der Vorbergzone, den Schwarzwaldhängen und -tälern als auch der Westen mit dem Tuniberg und der Mooswaldniederung abgedeckt. Die Planungen für den neuen Biotopverbund Freiburg-Mitte laufen bereits – dann steht einem flächendeckenden Biotopverbund Freiburg nichts mehr im Weg.