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Sanierungsgebiet Knopfhäusle-Siedlung

Die Knopfhäusle-Siedlung im Stadtbezirk Oberwiehre ist eine ehemalige Arbeitersiedlung, welche Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Mit ihrer vollständig überlieferten Bebauung, den erhaltenen Grünflächen und dem Straßennetz, steht die Siedlung unter Denkmalschutz. Als älteste Arbeitersiedlung in Baden besitzt sie eine herausragende stadt- und sozialgeschichtliche Bedeutung und prägt bis heute Maßstab, Struktur und Identität des Quartiers.

Luftbild mit eingezeichneter Abgrenzung des Sanierungsgebiets
Abgrenzung Sanierungsgebiet Knopfhäusle-Siedlung
Luftbild, Vogelperspektive mit Reihenhäusern und begrüntem Wohngebiet
Luftbild, Foto: Jan Raiber
Luftbild, Vogelperspektive mit Reihenhäusern und begrüntem Wohngebiet
Luftbild, Foto: Jan Raiber
Reihenhaus mit grünem Vorgarten
Reihenhaus Knopfhäusle-Siedlung (vor der Sanierung)

Aktuelle Maßnahmen

Seit 2020 werden die stark sanierungsbedürftigen Gebäude behutsam an heutige Wohnbedürfnisse angepasst und öffentliche und private Freiflächen erneuert. Die Maßnahmen werden im Rahmen eines förmlich festgelegten Sanierungsgebietes durchgeführt. Durch den gezielten Einsatz von Städtebaufördermitteln aus dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“ kann bezahlbarer Wohnraum im historischen Bestand dauerhaft gesichert und Verdrängung vermieden werden. Ziel der Maßnahme ist eine integrierte Stadterneuerung, die bauliche Ertüchtigung, soziale Stabilität und den Erhalt historischer Strukturen miteinander verbindet.

Die Reihenhäuser des ersten und zweiten Bauabschnittes wurden 2023 fertig gestellt. Nun sind auch die Arbeiten an den sogenannten Meisterhäusern im dritten Bauabschnitt abgeschlossen. Die Fertigstellung der „Langhäuser“ (ehem. Mädchenheim und Kinderbewahranstalt) im vierten und letzten Bauabschnitt erfolgt voraussichtlich bis Ende 2026. Im weiteren Verlauf folgt die Umgestaltung des Platzes am Zentrum Oberwiehre und des öffentlichen Stadtraumes. 
  
2026 wurde die Sanierung der Knopfhäusle-Siedlung mit dem Otto-Borst-Preis – einem renommierten Preis für Stadterneuerung ausgezeichnet. Die Pressemitteilung finden Sie hier.


Insgesamt kann die Sanierung der Knopfhäusle-Siedlung als gelungenes Beispiel dafür betrachtet werden, wie sich die Themen Denkmalschutz, bezahlbarer Wohnraum und energetische Sanierung miteinander verbinden lassen. Das Projekt zeigt, dass historische Wohnanlagen durch eine behutsame Modernisierung und Eingriffe an die Anforderungen der heutigen Zeit angepasst werden können, ohne ihren städtebaulichen und sozialen Charakter zu verlieren.

Begründung der Jury - Internationalen Städtetagung des Vereins „Forum Stadt - Netzwerk historischer Städte“

Fotos und Animation: Jan Raiber

Es steht ein virtueller Rundgang durch die Knopfhäusle-Siedlung zur Verfügung. Dieser zeigt, wie die Siedlung vor der Sanierung ausgesehen hat und hält viele Informationen zur Geschichte der Freiburger Knopfhäusle bereit. Zudem kann eine leerstehende Wohnung digital besichtigt werden. Dort ist mit nur einem Klick ein eindrucksvoller Vorher-Nachher-Vergleich möglich.
Um den 360-Grad-Rundgang im Vollbild zu öffnen, bitte hier klicken.

Hintergrund

Im April 2017 wurde die Knopfhäusle-Siedlung in das Städtebauförderprogramm Sozialer Zusammenhalt (vormals Soziale Stadt) aufgenommen. Der Beginn der vorbereitenden Untersuchungen wurde daraufhin im Juli 2017 vom Gemeinderat beschlossen. Im Rahme einer öffentlichen Auftaktveranstaltung im Juni 2018 konnten sich interessierte Bürger*innen und Anwohner*innen über den Projektablauf und die zuständigen Akteure informieren sowie Ihre eigenen Ideen einbringen. Im Juli 2018 fanden Gebietsrundgänge durch die Siedlung für interessierte Anwohner*innen statt. Weiterhin wurden während der vorbereitenden Untersuchungen Sprechstunden für die Mieter*innen angeboten. Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse hat der Gemeinderat das Sanierungsgebiet durch Satzungsbeschluss am im Oktober 2019 förmlich festgelegt.

Die Knopfhäusle-Siedlung, gelegen zwischen Schützenallee und Schwarzwaldstraße im Stadtbezirk Oberwiehre, steht unter Denkmalschutz. Zwischen 1869 und 1886 errichtet, weist die ehemalige Arbeitersiedlung der einstigen Knopffabrik Risler und Cie. eine vollständig überlieferte Bebauung sowie intakte Grün- und Verkehrsflächen auf. Die Grünflächen gliederten sich in als Nutzgärten angelegte Vorgärten sowie einem Spiel-/ und Trockenplatz. Die Siedlung verfügte außerdem über ein Hausmeister-, Bad- und Waschhaus, eine Mädchenanstalt sowie eine Kleinkinderbewahrungsanstalt. Die Siedlung besteht hauptsächlich aus Reihenhäusern, welche allesamt zweigeschossig sind. Aufgrund des großen denkmalpflegerischen Wertes und der geschichtlichen Bedeutung als erste badische Arbeitersiedlung, soll die Siedlung denkmalgerecht modernisiert und die Freiflächen aufgewertet und erhalten werden.

Vorbereitende Untersuchungen

Im Jahr 2018 wurde mit den vorbereitenden Untersuchungen begonnen. Diese sind notwendig, um Kenntnisse über die sozialen, strukturellen und städtebaulichen Verhältnisse des Gebietes zu erlangen, den Sanierungsbedarf festzustellen sowie Sanierungsziele und Maßnahmen für das Gebiet zu konkretisieren.

Bei der angestrebten Sanierung der Knopfhäusle-Siedlung soll in besonderem Maße auf die soziale Verträglichkeit der Maßnahmen geachtet werden. Im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen wurden daher auch Erhebungen zur sozialen Situation durchgeführt (s. u.).

Im Rahmen der Untersuchungen wurden zudem eine historische Ortsanalyse und eine bauhistorische Untersuchung durchgeführt (s.u.). Diese sind für die Entwicklung eines denkmalgerechten baulichen Sanierungskonzeptes notwendig. Entsprechend ist das übergeordnete Ziel der Erhalt der denkmalgeschützten Bausubstanz sowie die denkmalgerechte Modernisierung und Instandsetzung. Von großer Bedeutung sind außerdem der öffentliche Raum mit dem Kinderspielplatz und die Freiflächen der einzelnen Gebäude. Diese sind Begegnungs- und Kommunikationsort der Siedlung. Daher wird auch die Aufwertung des öffentlichen Straßenraums und des zentralen Platzes als mögliche Maßnahme gesehen.

Nach Abschluss der vorbereitenden Untersuchungen im Sommer 2019 wurden den Anwohner*innen die Ergebnisse vorgestellt. Über die Festlegung des Sanierungsgebiets hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am 01.10.2019 entschieden.

Farb-Detailaufnahme einer Dachfläche mit roten Falzziegeln
Falzziegeldeckung (Foto S. King)
Farbfoto einer Mauer mit Steinquadern, eines davon mit eingehauener Maske
Rustikaquaderung mit eingehauener Maske (Foto S. King)
Farbaufnahme eines eingelagerten und restaurationsbedürftigen Fensters
Früheres Vorfenster (Foto S. King)
Farbaufnahme im Innenraum mit Kassettentüren und geblümter Tapete
Kassettentüren im Obergeschoss (Foto S. King)

Untersuchung zur sozialen Situation

Zur Vorbereitung der Sanierungsdurchführung ist es wichtig, Informationen über die soziale Lage der Bewohner_innen und das Zusammenleben in der Nachbarschaft und im Quartier zu erheben. Hierfür sollten auch die Bewohner*innen selbst zu Wort kommen. Ziel der durchgeführten Untersuchungen zur sozialen Situation war es, mit Blick auf das Zusammenleben im Quartier mögliche Bedarfe und vorhandene Ressourcen zu identifizieren. Damit soll eine Grundlage für die soziale Quartiersentwicklung geschaffen werden. Hierzu wurde eigens eine Wissenschaftlerin des Soziologischen Instituts der Universität Freiburg mit der Durchführung einer Befragung der Bewohner*innen der Knopfhäusle-Siedlung beauftragt.

Historische Untersuchungen

Aufgrund der hohen denkmalpflegerischen Bedeutung der Knopfhäusle-Siedlung wurde im Zuge der vorbereitenden Untersuchungen eine historische Analyse der Siedlung durchgeführt. Durch eine historische Ortsanalyse und eine bauhistorische Untersuchung des Gebäudebestands sollen qualifizierte Informationen über das schützenswerte städtebauliche Erbe ermittelt werden.

Historische Ortsanalyse

Die historische Ortsanalyse macht als denkmalpflegerischer Fachbeitrag auf die Geschichte der Siedlung aufmerksam und beleuchtet ihre schützenswerten Strukturen. Dabei bezieht sie neben den Gebäuden auch die vorhandenen Straßenräume sowie Grün- und Freiflächen mit ein. Die historische Ortsanalyse bescheinigt ihr eine besondere Aussagekraft für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte Freiburgs, an der sich auch die Urbanisierung der Oberwiehre im 19. Jahrhundert ablesen lässt.

Bauhistorische Untersuchung

Voraussetzung für eine denkmalkonforme Sanierung der Knopfhäusle-Siedlung sind qualifizierte Kenntnisse über den vorhandenen Gebäudebestand. Die einzelnen Gebäudetypen wurden daher einer eingehenden bauhistorischen Untersuchung unterzogen. Ermittelt wurden in diesem Zuge weitere Kenntnisse zur Baugeschichte, zur Konstruktionsweise sowie zur ursprünglichen Oberflächengestaltung und der bauzeitlichen Ausstattung.

Farbfoto 2019 einer Straßenflucht mit 2 geschossigen Reihenhäusern (früher/heute)
Knopfhäusle-Siedlung 2019
Schwarz-Weiß-Foto einer Staßenflucht 1929 mit zweigeschossigen Reihenhäusern
Knopfhäusle-Siedlung 1929-30
Farbfoto einer Straßenflucht mit zweigeschossigen Reihenhäusern 2019
Knopfhäusle-Siedlung 2019
Kopie des Gemarkungsplans Knopfhaeusle um 1900 in schwarzweiß
Gemarkungsatlas Knopfhäusle, 1900

Kontakt

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Fehrenbachallee 12
79106 Freiburg
Telefon +49 761 2014101
Amt für Wohnraumentwicklung und Vermessung (AWV)
Fehrenbachallee 12
79106 Freiburg
Berliner Allee 1
79114 Freiburg
Telefon 0761 201-4043
Telefon (Bereich Vermessung) 0761 201-4201
E-Mail (Bereich Vermessung) vermessung@freiburg.de
BeratungsZentrum Bauen (BZB)
Fehrenbachallee 12
79106 Freiburg
Telefon +49 761 2014390
Fax +49 761 2014399

Auskunfts- und Beratungsdienst (BZB) rund um das Thema Bauen, Energie und Baurecht

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