66. Sitzung | 24. Juli 2025, 14 Uhr
TOP 1: Aufstockung des bestehenden Polizeigebäudes mit zwei Wohngeschossen
Elsässer Straße 75 | Mooswald
Bauherr*in: Wolfgang Frey, Freiburg
Planverfasser*in: Wolfgang Frey Architekten, Freiburg
Protokoll
Der Entwurf sieht vor, das bestehende und erst 2013 gebaute 2-geschossige Gebäude, welches derzeit an die Polizei vermietet ist, um zwei weitere Wohngeschosse aufzustocken. Der Vorschlag beruht auf der Novelle der Landesbauordnung, die das Aufstocken von Gebäuden um zwei Wohngeschosse unter gewissen Voraussetzungen ermöglicht.
Der Gestaltungsbeirat würdigt die Abstimmung des Bauvorhabens zu diesem frühen Zeitpunkt. Nach ausführlicher Ortsbesichtigung und Abwägung der wahrscheinlichen Entwicklung in Mooswald kommt der Gestaltungsbeirat zu dem Schluss, dass entlang der Elsässer Straße langfristig eine 3-geschossige Bebauung plus Dach angestrebt werden sollte.
Dabei ist vor allem die Höhe der Traufkanten entscheidend. Dies ist sowohl für die Straßenseite zur Elsässer Straße hin als auch für die Rückseite in Richtung der relativ niedrigen Anschlussbebauung ausschlaggebend. Ein Dachgeschoss bzw. Staffelgeschoss ist aus Sicht des Beirats möglich, wenn die Traufkanten auf beiden Seiten deutlich ein 3-geschossiges Bild zeigen. Die in Mooswald zum großen Teil vorhandene Bebauung mit kleineren 1-geschossigen Siedlungshäusern, die durch viele zusätzliche Anbauten und Garagen geprägt ist, wurde in den letzten Jahren bereits durch 2-geschossige Bauten nachverdichtet. Besonders an der Elsässer Straße sind überwiegend bereits ältere 2-geschossige Wohngebäude, oft mit Satteldach, vorhanden.
Der vorgeschlagene Entwurf sieht vier Geschosse vor. Diese würden sich von der Umgebungsbebauung sowohl zur Elsässer Straße hin als auch nach hinten in das Wohngebiet hinein deutlich abheben. Die 4-geschossige Bebauung wirkt daher zu hoch. Auch ist eine schnelle Entwicklung der Elsässer Straße zu einer von 4-geschossiger Bebauung begleiteten Hauptstraße nicht zu erwarten, da die Wohnhäuser größtenteils in privatem Einzelbesitz sind. Der große Maßstabssprung zwischen ein und vier Geschossen scheint auf längere Sicht hin für die Identität der Straße nicht dienlich und führt zu einem recht heterogenen Bild des Straßenraums.
Ob bei Überarbeitung des Entwurfs hinsichtlich einer 3-geschossigen Bebauung plus Dachgeschoss ein anderes architektonisches Konzept als der eigenständig wirkende „schwebende Riegel“ zum Tragen kommt, ist durch das Architekturbüro zu überprüfen. Denkbar wäre auch ein „Weiterbauen“ des bestehenden, sehr ansprechenden Gebäudes. Auf zusätzliche Anbauten im Bereich der heutigen Garage sollte zugunsten eines stimmigen Gesamtgebäudes in jedem Fall verzichtet werden.
Der Gestaltungsbeirat würdigt die Offenheit des Projektteams und die gute Vorbereitung. Die genannten Punkte sollten in der weiteren Bearbeitung vertieft werden. Eine erneute Vorstellung im Beirat wird als sinnvoll erachtet, sobald die Planung konkretisiert und überarbeitet wurde.