Pressemitteilung vom 22. April 2026
Restabfallanalyse 2025: Freiburg ist auf einem guten Weg und belegt bundesweit Spitzenposition
- Trockene Wertstoffe werden gut getrennt – bei Bioabfällen ist noch Luft nach oben
Windeln, Zigaretten oder Katzenstreu: In den Restmüll gehören nur Abfälle, die nicht weiter verwertbar sind. So lassen sich Biomüll, Kunststoffe und Metalle besser recyceln. Das spart Energie, senkt Treibhausgase und schont Ressourcen. Mülltrennung schützt also direkt das Klima. Um zu prüfen, wie gut gelingt, hat die Stadt 2025 den Freiburger Restmüll genauer untersucht. Die Analyse zeigt, wie sich der Restmüll zusammensetzt, welche Wertstoffe noch darin landen und wie nah Freiburg den Zielen des neuen Abfallwirtschaftsplans Baden-Württemberg kommt. Das Ergebnis: Freiburg ist auf einem guten Weg – hat aber noch Luft nach oben.
2024 hat jede*r Freiburger*in durchschnittlich 93 Kilogramm Restmüll produziert. Bei vergleichbaren Städten liegt die Menge bei 151,1 Kilogramm. Damit schneidet Freiburg deutschlandweit nicht nur besonders gut ab, sondern ist unter allen Städten in der Republik sogar Spitzenreiterin beim Restmüllvermeiden. Die Restabfallanalyse wurde 2025 ausschließlich in Privathaushalten durchgeführt. Dort fielen hochgerechnet 84,4 Kilogramm Restmüll pro Kopf an. Der Unterschied erklärt sich durch zusätzliche Restabfallmengen aus Gewerbebetrieben.
Die Analyse zeigt aber auch: Noch immer landen zu viele organische Abfälle im Restmüll – insgesamt 42 Prozent. Von diesen 42 Prozent könnten vier Fünftel über die Biotonne entsorgt werden. Bei dem verbleiben Fünftel handelt es sich um verpackte Lebensmittel, die zwar in den Restmüll gehören aber entpackt auch in der Biotonne besser aufgehoben wären. Dabei ist Biomüll ein echtes Recyclingwunder: In Freiburgs Vergärungsanlagen entstehen daraus Biogas für Strom und Wärme sowie Kompost für die Landwirtschaft. Landen organische Abfälle stattdessen im Restmüll, werden sie verbrannt – so gehen wertvolle Ressourcen verloren.
Den organischen Anteil dominieren vor allem Küchenabfälle. Gartenabfälle spielen dagegen kaum eine Rolle. Das zeigt, dass die bestehenden Sammelangebote gut funktionieren. Die Freiburger*innen nutzen Grünschnittannahmestellen, Schnittgutsammlung, Laubsäcke und Recyclinghöfe sehr zuverlässig.
Besonders erfreulich ist, dass neben organischen Abfällen nur rund zwölf Prozent weitere recyclingfähige Wertstoffe im Restmüll landen. Fünf Prozent entfallen auf Papier und Pappe, drei Prozent auf Glasverpackungen, drei Prozent auf Kunststoffverpackungen, weniger als ein Prozent auf Metallverpackungen und ein Prozent auf Verbundverpackungen. Diese könnten jeweils über etablierte Sammelsysteme erfasst werden.
Die Analyse zeigt, dass das Restabfallaufkommen stark von der Bebauungsstruktur abhängt. In Ein- und Zweifamilienhäusern liegt es bei 63,6 Kilogramm pro Einwohner*in und Jahr, in geschlossenen Mehrfamilienhausbebauungen (Grundstücke ohne beziehungsweise mit geringem Garten- oder Grünflächenanteil) bei 65,9 Kilogramm, in offenen Mehrfamilienhausbebauungen (Grundstücke mit Garten- oder Grünflächenanteil) bei 73,3 Kilogramm und in Großwohnanlagen ab acht Haushalten bei 106,3 Kilogramm. Größere Wohnanlagen weisen damit im Vergleich ein überdurchschnittliches Restabfallaufkommen auf. Hier gibt es bei der Abfalltrennung noch das größte Verbesserungspotenzial.
Auch bei den organischen Abfällen zeigen sich deutliche Unterschiede je nach Wohnform: In Ein- und Zweifamilienhäusern liegt der Anteil im Restmüll bei 35 Prozent – ein Hinweis darauf, dass die Biotonne dort gut genutzt wird. In offenen Mehrfamilienhäusern steigt der Anteil auf 38 Prozent, in geschlossenen Mehrfamilienhäusern auf 40 Prozent und in Großwohnanlagen auf 46 Prozent.
Erstaunlich ist: Nur 32 Prozent der durchschnittlichen 84,4 Kilogramm Restabfall pro Einwohner*in sind tatsächlich „echter“ Restmüll – also Abfälle, die nicht weiter verwertet werden können und in die Restmülltonne gehören.
Diese Ergebnisse sind auch im Hinblick auf die Ziele des Abfallwirtschaftsplans Baden-Württemberg wichtig. Dazu gehören unter anderem eine bessere Abfalltrennung und die Förderung des Recyclings. Bis 2030 sollen maximal 25 Kilogramm verwertbare Bioabfälle pro Einwohner*in und Jahr im Restabfall enthalten sein. Freiburg liegt aktuell noch rund drei Kilogramm darüber. Bei den trockenen Wertstoffen beträgt der Zielwert maximal zehn Kilogramm pro Einwohner und Jahr, wobei Freiburg diesen mit 10,3 Kilogramm nur knapp überschreitet.
Damit zeigt die Restabfallanalyse ein insgesamt positives Bild, macht aber gleichzeitig deutlich: Das größte verbleibende Potenzial, um den Restabfall weiter zu reduzieren – dem zentralen Ziel des Freiburger Abfallwirtschaftskonzepts – liegt weiter beim Bioabfall. Die getrennte Sammlung trockener Wertstoffe ist dagegen bereits auf einem sehr hohen Niveau.
Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit betont: „Wir sind bereits auf einem guten Weg. Trotzdem müssen wir unseren Müll noch besser trennen – also noch mehr richtig sortierten Bioabfall in die Biotonne werfen. Mein großer Dank geht an die vielen Freiburger*innen, die das bereits machen.“
Mit der Kampagne #wirfuerbio hat die Stadt 2025 den Fokus auf bessere Bioabfallqualität gelegt. Ziel ist es, Störstoffe in der Biotonne zu reduzieren. Aufkleber an den Tonnen erklären in einfacher Symbolsprache, was hineingehört und was nicht. Bei falsch befüllten Tonnen wurde direkt vor Ort informiert. Diese Kampagne wird 2026 fortgesetzt und um das Thema Wertstoffe erweitert. So sollen noch mehr organische Abfälle aus dem Restmüll in die Biotonne gelangen – dorthin, wo sie hingehören.