Vorverkauf läuft bereits

Theaterfestival "Performing Democracy" startet im Mai

Zwei Männer hängen wie Fahnen an einer Stange im Stadion der Freiburger Turnerschaft.
Mit Kraft, Spannung und Schwung: Das großformatige Spektakel "Bewegung" lädt am 10. Mai zum Mitmachen ins Stadion der Freiburger Turnerschaft ein. (Foto: B. Schilling)

Vom 6. bis 13. Mai laden das Theater Freiburg, das E-Werk und das Theater im Marienbad zur nächsten Ausgabe von "Performing Democracy" ein. Das alle zwei Jahre stattfindende Festival zeigt eine Eigenproduktion sowie internationale Gastspiele aus den Bereichen Tanz, Performance, Schauspiel, Installation und Medienkunst.

"Unser Ziel ist die vitale Einsmischung. Aussprechen, was ist, und gleichzeitig visionäre Gegenwelten entwerfen“, schreiben die Festival-Kuratorinnen in ihrem gemeinsamen Vorwort für das aktuelle Programmheft von „Performing Democracy“. Bislang hätten sie immer Produktionen ausgesucht, die gesellschaftliche Missstände aufzeigen und anprangern, sagt Sonja Karadza, künstlerische Leiterin des Theaters im Marienbad. „Aber Menschen, die wütend sind, gibt es schon genug. Deswegen ist unsere Idee jetzt genau umgekehrt: Wir wollen rausgehen aus der Falle, dass nichts möglich ist. Unser Festival soll Mut machen, hoffnungsvoll sein, Ideen und Utopien entwickeln."

Songs of the Wayfarer

Den Auftakt macht am Mittwoch, 6. Mai, die Performance „Songs of the Wayfarer”: Darin bricht die Schottin Claire Cunningham – von ihren Erfahrungen als behinderte Person geleitet – zu einer Wanderung auf und navigiert mit ihren Krücken durch unsicheres Terrain. „Sie benutzt Begriffe wie Wanderung und Bergsteigen als Metaphern für die Herausforderungen des Lebens“, erklärt Stephanie Moers, Programmleiterin Tanz im E-Werk, die Idee des Stücks. „Mit ihren Krücken hat sie eine ganz eigene Form des Tanzes geschaffen und betont die Bedeutung von Innehalten und Pausen.“

Backyard

In „Backyard“ (Freitag und Samstag, 8./9. Mai) thematisieren Laura Uribe und Sabina Aldana das gewaltsame Verschwinden von Menschen in Mexiko. 2018, zu Beginn ihrer Recherche, lag die offizielle Zahl der Verschwundenen bei 32.000 Menschen, heute bei mehr als 130.000. In ihrer Performance blicken sie auf sieben Jahre zurück, in denen sie gemeinsam mit Angehörigen in Bergen und der Wüste nach Körpern der Verschwundenen suchten. Und erklären, warum sie trotzdem immer weiter Kunst machen. „Um in dieser Welt überleben zu können, braucht es diese Form von Schönheit und Zusammensein“, sagt Katrina Mäntele, leitende Schauspiel-Dramaturgin am Theater Freiburg.

Die Bewegung

Den Wettstreit „Sport gegen Kunst“ in Zeiten knapper Kassen bringt Aktionskünstler Julian Warner in „Die Bewegung“ auf die Bühne beziehungsweise in das Stadion des FT-Sportparks an der Dreisam. Zu erleben ist das großformatige Sport-Kunst-Spektakel am Sonntag, 10. Mai. Im Vorfeld lädt Warner von Donnerstag bis Samstag, 7. bis 9. Mai, zu drei öffentlichen Trainings mit Kampfsport, Freistilringen, Hula-Hoop und mehr ein.

Der Bleiche Baron

Im Reich des „Bleichen Barons“ ist alles verboten, was der große Herrscher des Unterwasserstaats nicht ausstehen kann: Gedichte ebenso wie Fragen. Die musikalische Theaterperformance ist ein Plädoyer für die Kunst, die Poesie und die Freiheit – in einem autoritären Staat, der Jagd auf alle macht. Und richtet sich an junges wie altes Publikum gleichermaßen. Zu sehen ist sie am Samstag und Sonntag, 9./10.  Mai, und am Montag, 11. Mai (für Schulklassen).

All'Arme

Am Dienstag, 12. Mai, ruft „All’Arme!“ (Zu den Waffen!) zu Bereitschaft und Verteidigung auf. Die choreografische Arbeit von Ginevra Panzetti und Enrico Ticconi lotet die feine Grenze zwischen notwendiger Verteidigung und dem Risiko aus, durch diese zu dem zu werden, was wir am meisten fürchten: eine von sich selbst berauschte Masse, die keine Moral kennt. Das Gastspiel aus Kroatien „fordert uns auf, genau hinzuschauen und aufmerksam zu bleiben, damit wir nicht mitschuldig werden“, sagt Festivalskuratorin Karadza.

Fampitaha, fampita, fampitàna

Zum Abschluss am Dienstag und Mittwoch, 12./13. Mai, trotzen in „Fampitaha, fampita, fampitàna“ vier Körper der kolonialen Gewalt, die sie über Jahre geprägt hat. In der Tanzperformance, deren Titel auf Deutsch in etwa „Vergleich, Überlieferung und Wettstreit“ bedeutet, werden persönliche und kollektive Erlebnisse der Diaspora zu einer vielschichtigen Erzählung verwoben.

Rahmenprogramm

Hinzu kommt ein vielfältiges Rahmenprogramm mit einem Doppelkonzert, zwei Ausstellungen, einem Vortrag und einem Doppelkopfturnier. Das Festival endet am Mittwoch, 13. Mai, mit einer großen Abschlussparty im E-Werk – mit dabei ist die deutsch-britische Performance-Gruppe „Tedious Work“, die zum Abschluss die „verbindende Kraft des künstlerischen Tuns“ feiert. Denn, so Kuratorin Karadza: „Das Allerwichtigste ist, dass Begegnung stattfindet."

Mehr Infos und Tickets online unter performing-democracy.de, beim BZ-Kartenservice, Tel. 0761 496-8888, sowie bei der Theaterkasse vom Theater im Marienbad (Dienstag bis Freitag, 12:30 bis 15 Uhr) und des Theaters Freiburg, Tel. 0761 201-2853. Bis 31. März gibt es einen Early-Bird-Rabatt von fünf Euro auf alle Vollpreis-Karten.

Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 906 vom 14. März 2026. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!

Veröffentlicht am 18. März 2026