Pressemitteilung vom 3. März 2026
Achtung auf Straßen, Rad- und Forstwegen: Amphibien-Wanderung startet
Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen: Während viele Freiburger*innen das frühlingshafte Wetter in den Parks genießen, beginnt für Frösche, Kröten und andere Amphibien die wichtigste Reise des Jahres – ihre Wanderung zu den Laichgewässern. Dafür müssen sie Straßen, Rad- und Forstwege überqueren. Deshalb die dringende Bitte: besonders aufmerksam sein und vor allem langsam fahren.
Das gilt insbesondere in der Dämmerung ab 18 Uhr und in den frühen Morgenstunden, bis es hell ist (circa 7 Uhr). Je wärmer und feuchter die Nächte sind, desto mehr Frösche, Kröten und Molche sind unterwegs. Dabei überqueren sie nicht nur Straßen: Männliche Amphibien machen es sich auf dem Asphalt bequem. Dort stört kein Busch oder Grashalm die Sicht, und sie können Weibchen besser finden. Das erhöht die Paarungschancen – leider aber auch das Risiko, überfahren zu werden.
Entsprechende Amphibienschilder warnen deshalb Rad- und Fahrzeugfahrer*innen entlang bekannter Wanderstrecken. Die Tiere sterben nicht nur, wenn sie überfahren werden. Es reicht bereits, wenn Autos mit mehr als 30 Stundenkilometern unmittelbar an ihnen vorbeifahren. Die dabei ausgelösten Druckwellen lassen die Tiere innerlich platzen.
Für Amphibien ist ihre jährliche Wanderung in den vergangenen Jahrzehnten immer schwieriger und gefährlicher geworden. Klimawandel und menschliche Eingriffe in die Natur haben viele Laichplätze zerstört. Einige Arten in Baden-Württemberg haben in den letzten zehn Jahren mehr als 60 Prozent ihres Bestands verloren. Umso wichtiger ist das Engagement der vielen Ehrenamtlichen, die sich jedes Jahr für den Schutz der Tiere einsetzen und so die Arbeit der Naturschutzbehörden unterstützen.
Im Kappler Kleintal, am kleinen Opfinger See und am Waldsee haben NABU und BUND Amphibienschutzzäune aufgestellt. Ehrenamtliche tragen dort viele Wochen lang Kröten, Frösche und Molche über die Straße. Auch am Radweg FR2 sammeln Helfer*innen jeden Abend Bergmolche ein und bringen sie zu nahegelegenen Laichgewässern. Ohne dieses wertvolle Engagement würden deutlich mehr Amphibien sterben.
Neue Warnschilder stehen im Kappler Großtal, an der Eichhalde, an der Wintererstraße beim Haus Tobias in Herdern und am Schlierbergweg in der Unterwiehre, da dort viele Amphibien besonders an feuchten und warmen Abenden wandern.
Mehr Informationen zum Natur- und Artenschutz gibt es unter www.freiburg.de/naturschutz.