Standesamtstatistik, Teil 2
Heiratslustige Senior*innen und frischgebackene Eltern

Um Glücksmomente und Schicksalsschläge geht es, wenn das Standesamt wie kürzlich seine Jahresstatistik vorlegt. Darin werden Eheschließungen und Geburten ebenso aufgezählt wie Todesfälle und Kirchenaustritte. Rekorde gab es im vergangenen Jahr keine, dafür aber lustige Anekdoten am Rande.
„Ein Beruf, so interessant wie das Leben“, sagte Standesamtsleiterin Dominique Kratzer beim Vorstellen der Zahlen für das Jahr 2025 – und versprach, diese mit Leben zu füllen. Grundsätzlich habe es bei Geburten und Trauungen nur leichte Schwankungen gegeben. „Aufgefallen ist uns aber die Heiratslust der älteren Semester.“ Gleichzeitig gingen die Sterbefälle zurück.
Geburten
Wie schon in den vergangenen Jahren gab es bei den Geburten auch 2025 keinen Rekord. Die 6000er-Marke wurde seit 2021 nicht mehr überschritten. 5600 Geburten machen ein leichtes Plus im Vergleich zum Vorjahr. Dabei erblickten in Freiburg mehr Jungen (2856) als Mädchen (2742) das Licht der Welt. Bei zwei Neugeborenen konnte das Geschlecht nicht bestimmt werden. Über Zwillinge konnten sich 110 Elternpaare freuen, Drillinge gab es keine.
Das Standesamt registriert nicht nur den Nachwuchs der Freiburger*innen, sondern erfasst alle Kinder, die hier geboren werden. So kommen bei knapp 63 Prozent der beurkundeten Geburten die Eltern aus dem Umland oder dem Hochschwarzwald – dieser Anteil hat sich leicht erhöht.
Wie im Vorjahr waren etwa 30 Prozent der frischgebackenen Eltern unverheiratet. Die jüngste Mutter, die das Standesamt 2025 beurkundet hat, war 15 Jahre alt, der jüngste Vater 17 Jahre. Die älteste Mutter war 54 Jahre alt. Insgesamt kamen die Eltern aus 121 verschiedenen Herkunftsländern. Die Zahl von Hausgeburten beziehungsweise Geburten außerhalb von Kliniken und Geburtshäusern stieg von 43 (2024) auf 48 an. 39 Kinder wurden tot geboren, drei weniger als im Vorjahr.
Trauungen
2025 haben sich 1017 Paare das Jawort gegeben, etwas weniger als im Vorjahr. Für 848 Paare war es eine Hochzeitspremiere, sie heirateten zum ersten Mal. Vier Paare gaben sich nach der Scheidung erneut das Jawort. Wie im Vorjahr hatte knapp ein Fünftel der frisch Vermählten bereits gemeinsame Kinder. Insgesamt gingen 16 weibliche und zwölf männliche Paare die Ehe ein.
Sehr heiratslustig waren die älteren Semester: 18 Frischvermählte waren über 70 Jahre alt und sechs über 80. Der größte Altersunterschied zwischen zwei Ehewilligen lag bei 35 Jahren.
Der beliebteste Heiratsmonat war wie in den Vorjahren der August, gefolgt vom Juli und Mai; das Schlusslicht bildete der Februar mit nur 32 Trauungen. Sieben Trauungen fanden außerhalb des Standesamts statt: Diese Paare gaben sich das Jawort in der Uniklinik. „Binnen vier Wochen war ich fünfmal in der Uniklink“, berichtete Kratzer, „und habe Paare am Sterbebett oder vor einer riskanten Operation getraut.“
Bei der Namenswahl haben sich 644 Paare (2024: 613) für einen gemeinsamen Nachnamen entschieden. Neu war die Möglichkeit, auch nach deutschem Recht einen gemeinsamen Doppelnamen zu wählen, wovon 35 Paare Gebrauch machten. In gemischtgeschlechtlichen Ehen wählten wie auch im Vorjahr etwa 80 Prozent der Eheleute den Nachnamen des Mannes zum Ehenamen.
Selbstbestimmung
Seit dem 1. November 2024 gilt das neue Selbstbestimmungsgesetz. Es ermöglicht trans- und intergeschlechtlichen sowie nichtbinären Personen, ihren Geschlechtseintrag und ihren Vornamen ändern zu lassen. Dazu ist nur eine einfache Erklärung gegenüber dem Standesamt notwendig. 2025 gaben beim Freiburger Standesamt insgesamt 85 Personen eine entsprechende Erklärung ab. 2024 waren es allein in den zwei Monaten von Inkrafttreten des Gesetzes bis Jahresende 84 Personen. „So hatten wir insgesamt 169 Menschen, die unser Büro sehr glücklich verlassen haben", sagte Kratzer.
2025 änderten 19 zuvor als männlich eingetragene Personen ihren Eintrag zu weiblich. Den umgekehrten Weg, von weiblich zu männlich, gingen neun Menschen. Der Geschlechtseintrag „divers“ ersetzte in sechs Fällen den Eintrag „männlich“ und in 21 Fällen den Eintrag „weiblich“. Sieben in den Registern zuvor als männlich und 22 als weiblich Geführte ließen den Geschlechtseintrag ganz entfernen. Eine Person änderte ihren Eintrag von divers zu männlich.
Sterbefälle
Einen Rückgang gab es bei den Sterbefällen: 3372 Verstorbene hat das Standesamt Freiburg 2025 beurkundet, 96 weniger als im Vorjahr. Wie in den Vorjahren verstarben etwas weniger Frauen als Männer. Unter den Verstorbenen waren 39 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, 19 Frauen und zwei Männer waren zum Todeszeitpunkt hundert Jahre oder älter.
Kirchenaustritte
Nochmals einen deutlichen Rückgang gab es 2025 bei den Kirchenaustritten: Insgesamt sind im vergangenen Jahr 2238 Personen aus ihrer Religionsgemeinschaft ausgetreten, das sind rund 380 weniger als 2024. Damit setzt sich der rückläufige Trend seit dem Rekordjahr 2022 mit 3805 Austritten fort. Die katholische Kirche haben 1277 Personen, die evangelische haben 943 verlassen. Anderen Glaubensgemeinschaften haben 18 Personen den Rücken gekehrt.
Ortsverwaltungen
Die Ortsverwaltungen, die jeweils eigene Standesamtsbezirke bilden, meldeten 2025 acht Geburten, 155 Hochzeiten, 102 Todesfälle und 265 Kirchenaustritte.