Pressemitteilung vom 28. November 2025

Wichtige Radverkehrsachse: Spatenstich für den RS6

  • Sicher und unkompliziert mit dem Rad von Emmendingen und Waldkirch in die Freiburger Innenstadt

Freiburg und das Umland rücken näher zusammen: Mit dem Spatenstich für den Radschnellweg RS6 startet heute eines der wichtigsten Mobilitätsprojekte der Region. Die rund 25 Kilometer lange Strecke verbindet künftig Freiburg mit Waldkirch und Emmendingen und schafft eine wichtige Verbindung für Pendler*innen, Freizeitradler*innen und Schüler*innen. Zum Start begrüßte Oberbürgermeister Martin Horn zahlreiche Gäste - unter ihnen Verkehrsminister Winfried Hermann und Regierungspräsident Carsten Gabbert.

"Nicht nur zum Supermarkt um die Ecke, sondern auch vom Umland in die Stadt: Mit dem RS6 schaffen wir gemeinsam mit dem Land die Grundlage dafür, dass die Menschen in und um Freiburg das Rad gerne für längere Strecken nutzen. Ein starkes Radwegenetz entlastet Straße und Schiene, schützt das Klima und hält die Luft sauber. Als erster Radschnellweg Südbadens ist der RS6 ein bedeutender Baustein der Verkehrswende. Ohne starke Förderprogramme vom Land wäre das nicht möglich, und dafür bedanke ich mich herzlich", sagte Oberbürgermeister Martin Horn.

Verkehrsminister Winfried Hermann betonte: "Der RS6 wird zu einer der wichtigsten Verkehrsadern im Norden Freiburgs. Auf rund 25 Kilometern entsteht eine durchgängige, sichere und komfortable Rad-Verbindung, die Emmendingen, Waldkirch und Freiburg spürbar näher zusammenbringt. Mit breiten Wegen, geringen Steigungen und möglichst wenig Kreuzungen erfüllt der neue Radschnellweg höchste Qualitätsstandards und erleichtert täglich tausenden Menschen ihren Weg zur Arbeit, zur Schule oder in der Freizeit. Hier wird eindrucksvoll gezeigt, wie engagiert die Kommunen und das Land den Ausbau einer sicheren und hochwertigen Radverkehrsinfrastruktur vorantreiben. Es freut mich, dass wir dieses Gesamtprojekt jetzt mit dem Baustart eines ersten Abschnitts starten können."

Radschnellwege sind eine neue Kategorie von Premium-Radverbindungen. Die hohen Qualitätsstandards (z.B. breite Wege, Trennung von Fuß- und Radverkehr, wenige Haltepunkte) schaffen mehr Sicherheit und erlauben ein gutes Miteinander verschiedener Nutzer*innen. Bei der Bezeichnung Radschnellweg geht es nicht darum, dass Radfahrer*innen darauf besonders schnell durch die Stadt flitzen. Das Ziel ist vielmehr, dass sie flüssig, sicher und direkt von A nach B kommen, ohne an Ampeln oder Kreuzungen anhalten zu müssen.

Der RS6 verläuft Y-förmig: Von der Innenstadt geht es Richtung Norden bis nach Gundelfingen. Dort verzweigt sich die Trasse Richtung Nordwesten nach Emmendingen und Richtung Nordosten nach Waldkirch. Die insgesamt rund 21 Kilometer außerhalb des Freiburger Stadtgebiets plant und baut das Regierungspräsidium Freiburg im Auftrag des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg. Die etwa 4,2 Kilometer lange Strecke von der Innenstadt bis zum Knotenpunkt Wildtalstraße/Höheweg liegt dann in Freiburger Verantwortung.

Der Freiburger Teil des RS6 entsteht in mehreren Abschnitten. Abschnitt A beginnt am Leopoldring und verläuft über rund 2,5 Kilometer durch die Stadtteile Neuburg und Herdern Richtung Norden. Die Trasse führt dabei durch Jacob-Burckhardt-, Stadt-, Weiherhof-, Schlüssel-, Richard-Wagner-, Händel-, und Hinterkirchstraße bis an die Kreuzung Burgdorfer Weg. Auf dieser Strecke entsteht eine bevorrechtigte Fahrradstraße, die durchgängig mit einer grünen Begleitlinie markiert und mit einem Sicherheitstrennstreifen von den Parkplätzen abgegrenzt ist. Geplant sind außerdem unter anderem neue Radzählstellen und Reparaturservicestationen.

Doch auch der Fußverkehr profitiert. Er hat entlang der RS6-Achse durchgängig Vorrang. Im Abschnitt A helfen vier Zebrastreifen und 22 barrierefreie Querungshilfen dabei, dass alle den Radschnellweg sicher überqueren können. Für die Fußgänger*innen wird außerdem etwas gebaut, was in Freiburg bisher neu ist: Wenn ein Gehweg eine Straße quert, läuft dieser auf gleicher Höhe über die Fahrbahn – im Fachjargon heißt das Gehwegüberfahrt. Der Kfz- und Radverkehr quert den Gehweg dann über zwei Rampen. Das senkt das Tempo und erhöht so nachweislich die Verkehrssicherheit. Im Abschnitt A gibt es 21 solcher Gehwegüberfahrten, unter anderem an den Einmündungen der Ludwigstraße, der Hochmeisterstraße, der Hansastraße und der Starkenstraße. Zudem wird das Gehwegparken abgebaut. Insgesamt entstehen so sichere Schulwege zum Friedrichgymnasium, dem Droste-Hülshoff-Gymnasium und den beiden Weiherhofschulen.

Was attraktiv für den Fuß- und Radverkehr ist, soll gleichzeitig für den Autoverkehr unattraktiver werden. So sind unter anderem drei neue Einbahnstraßen und drei Durchfahrtssperren in der Planung. Den Umbau der Straßenzüge nutzt die Verwaltung auch zur Klimaanpassung: Im Abschnitt pflanzt die Stadt 16 neue Straßenbäume, die in Zukunft Schatten spenden. Außerdem werden rund 2000 Quadratmeter entsiegelt. Die Straße wird so angelegt, dass das Regenwasser vom Gehweg gezielt in entsiegelte Flächen fließt und dort versickern kann.

Der Abschnitt A soll bis Ende 2027 fertig sein und kostet rund 5,7 Millionen Euro. Im Zuge der Maßnahme werden auch die Bushaltestellen Stadtgarten, Hochmeisterstraße, Starkenstraße, Sandstraße und Richard-Straß-Straße barrierefrei ausgebaut. Dank der Förderung des Landes kann Freiburg mit bis zu 75 Prozent Unterstützung rechnen.

Veröffentlicht am 28. November 2025