Leise, sauber und elektrisch

Die VAG stellt 22 neue E-Busse und einen zweiten E-Bus-Port vor

Vier Personen stehen vor E-Bussen
Sind mit vollen Akkus unterwegs: die neuen E-Busse. Darüber freuen sich (v. l.) VAG-Vorstand Oliver Benz, Evelin Braun, duale Studentin bei der VAG, OB Martin Horn, Praktikantin Merle Vollmer sowie VAG-Vorstand Stephan Bartosch. Sulltan Thaqi (Bild unten) von der Buswerkstatt hat die Technik auf dem Dach des Busses im Griff.

Mit Gästen von Bund, Land und Stadt hat die Freiburger Verkehrs AG (VAG) ihre 22 neuen E-Busse sowie einen zweiten E-Bus-Port in ihrem Betriebshof vorgestellt. Damit kommt sie ihrem Ziel, bis 2030 einen klima­neutralen Linienbetrieb auf die Beine zu stellen, einen großen Schritt näher. Die ­Gesamtkosten für die Umstellung belaufen sich zwischen 2023 und 2030 auf rund 59 Millionen Euro.

Die neuen roten Busse fahren mit 100-prozentigem Ökostrom und sind deutlich leiser als Dieselbusse. Was schöner zu fahren ist? Für Busfahrer Daniel Rungenhagen keine Frage: „Die E-Busse natürlich. Mit ihnen schwebt man förmlich über die Straße.“ Das ist auch für Fahrgäste und Anwohnende ein großes Plus. „Immer wieder bekommen wir Mails von Menschen, die an Endhaltestellen wohnen und sich darüber freuen, wie leise die neuen Busse sind“, berichtete VAG-Vorstand Oliver Benz bei dem kleinen Festakt.

Zwei Drittel elektrisch

Doch die neuen Busse sind nicht nur leiser, sondern auch umweltfreundlicher. 55 Tonnen weniger CO2 stößt ein E-Bus pro Jahr aus – verglichen mit einem Dieselbus. „Das ist ein wichtiger Schritt für Freiburgs Ziele beim Klimaschutz und für einen noch attraktiveren Nahverkehr“, freute sich Oberbürgermeister Martin Horn.

Rechnet man die 22 neuen Busse mit ein, verfügt die VAG jetzt über 45 E-Busse und 38 Dieselbusse. Im normalen Linienbetrieb sind zu Stoßzeiten 65 Busse im Einsatz. Da die VAG, wann immer möglich, einen E- statt Dieselbus einsetzt, ist ihre Busflotte somit zu zwei Dritteln elektrisch unterwegs. Bis 2030 soll der Linienverkehr vollständig klima­neutral sein. „Wir sind optimistisch, dass wir das schaffen“, so Benz.

Was jetzt schon in greifbare Nähe gerückt ist: „Mit den neuen E-Bussen können wir an den Wochenenden bald rein elektrisch unterwegs sein“, ergänzte sein Vorstandskollege Stephan Bartosch.

Die Umsetzung der E-Mobilität verändert den gesamten Betriebsablauf der VAG und erfordert umfassendes Know-how. Koordiniert wird sie von einem Projektteam aus allen Fachbereichen: von Fahrplanung und Werkstatt bis hin zu den Finanzen. So müsse etwa bei der Streckenplanung berücksichtigt werden, „wie lange die Akkus der Busse halten und wo nachgeladen werden kann“, sagt Maximilian Grasser, stellvertretender Leiter der Angebotsplanung.

Wichtig dafür ist – neben dem neuen E-Bus-Port auf dem Betriebshof in der Besançonallee – der Ausbau der Schnellladesysteme auf der Strecke. Bis zu ihrem Fahrplanwechsel im Dezember will die VAG diese von 8 auf 16 verdoppeln. An zentralen Knotenpunkten wie dem Europaplatz, der Munzinger Straße oder der Paduaallee können E-Busse in zehn Minuten bis zu 40 Prozent ihrer Akkukapazität nachladen.

Dank an die Förderer

Von den Gesamtinvestitionen in Höhe von rund 59 Millionen Euro entfallen 44 Millionen Euro auf die Beschaffung der Busse und 15 Millionen Euro auf die neue Infrastruktur im Betriebshof und auf der Strecke. Das Bundesministerium für Verkehr fördert das Projekt mit 7,2 Millionen Euro, weitere 12,2 Millionen Euro kommen vom Land Baden-Württemberg, und die Stadt Freiburg bezuschusst die Umstellung auf die E-Mobilität mit 23,4 Millionen Euro; davon stammen acht Millionen Euro aus dem Zukunftsfonds Klimaschutz.

„59 Millionen Euro sind ein Riesenbatzen. Das hätten wir allein aus dem städtischen Haushalt niemals stemmen könnnen“, sagte Oliver Benz und richtete, zusammen mit seinem Vorstandskollegen Stephan Bartosch, ein großes Dankeschön an alle Unterstützer, darunter auch den VAG-Aufsichtsrat. Dem schloss sich OB Horn an – dankte aber auch der VAG „für ihren Mut, nicht stehen zu bleiben, sondern ins Wagnis zu gehen“.

Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 897 vom 25. Oktober 2025. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!

Veröffentlicht am 24. Oktober 2025