Pressemitteilung vom 7. Oktober 2025

90 Jahre Einsatz für Gleichberechtigung, Vielfalt und Antidiskriminierung

  • Drei Stellen des Referats für Chancengleichheit feiern Jubiläum

Sie beraten, kämpfen, gestalten – und das seit Jahrzehnten: Drei zentrale Säulen des städtischen Referats für Chancengerechtigkeit feiern in diesem Jahr gemeinsam Geburtstag. Die Stelle zur Gleichberechtigung der Frau wird 40 Jahre alt, die Kontaktstelle Frau und Beruf Freiburg – Südlicher Oberrhein blickt auf 30 Jahre Arbeit zurück und die Geschäftsstelle Diversity & Antidiskriminierung besteht seit 20 Jahren. Zusammen ergeben sie 90 Jahre Engagement für Gleichberechtigung in Freiburg. Seit 2022 sind die drei Einheiten im Referat für Chancengerechtigkeit (RfC) gebündelt, das die Themen Gleichberechtigung, Vielfalt und Antidiskriminierung stadtweit vernetzt und stärkt.

Oberbürgermeister Martin Horn: „Diese drei Stellen zeigen, wie aus Pionierarbeit tragende Strukturen werden. Sie haben entscheidend dazu beigetragen, dass Chancengerechtigkeit heute als zentrale Aufgabe unserer Stadt verstanden wird. Unsere Anstrengungen lassen sich auch ganz konkret in Zahlen ablesen. In den Ämtern der Stadt Freiburg arbeiten auf der obersten Führungsebene zum Beispiel heute genauso viele Frauen wie Männer.“

40 Jahre Stelle zur Gleichberechtigung der Frau

1985 nahm in Freiburg die erste Frauenbeauftragte Baden-Württembergs ihre Arbeit auf. Vorausgegangen waren die lautstarken Forderungen der Freiburger Frauenbewegung nach gleichberechtigter Teilhabe. Heute ist die Gleichstellungsarbeit ein fest verankerter Bestandteil der Stadtverwaltung. Seitdem setzt sich die Frauenbeauftragte für tatsächliche Gleichberechtigung ein – sowohl innerhalb der Verwaltung als auch in der Stadtgesellschaft. Themenfelder sind unter anderem Gewalt gegen Frauen, paritätische Gremienbesetzung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, geschlechtergerechte Sprache, der Umgang mit sexueller Belästigung am Arbeitsplatz oder strukturelle Benachteiligungen. Das Ziel bleibt dasselbe wie vor 40 Jahren: Chancengerechtigkeit für Frauen und Mädchen auf kommunaler Ebene verwirklichen.

30 Jahre Kontaktstelle Frau und Beruf Freiburg – Südlicher Oberrhein

Die Kontaktstelle wurde 1994 als Teil des Landesprogramms „Kontaktstellen Frau und Beruf“ gegründet und wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg gefördert. Trägerin ist die Stadt Freiburg. Seit 2016 ist die Kontaktstelle in der gesamten Wirtschaftsregion Südlicher Oberrhein aktiv – mit den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen, der IHK Südlicher Oberrhein, der FWTM und ab 2026 auch der HWK als Kooperationspartner.

Das Angebot richtet sich an Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen – etwa beim Wiedereinstieg nach Familienzeiten, bei beruflicher Neuorientierung oder bei der Existenzgründung. Neben Einzel- und Gruppenberatungen bietet die Kontaktstelle Workshops, Seminare und Vernetzungstreffen an. Ein zweiter Schwerpunkt liegt in der Zusammenarbeit mit Unternehmen: Sie werden bei der Entwicklung familienfreundlicher Arbeitszeitmodelle, bei Fachkräftestrategien und beim Aufbau einer vielfältigen Unternehmenskultur unterstützt.

20 Jahre Geschäftsstelle Diversity & Antidiskriminierung

Die 2005 gegründete Geschäftsstelle – damals noch „Gender Mainstreaming“ – hatte den Auftrag, die städtischen Maßnahmen daraufhin zu prüfen, wie sie sich auf Frauen und Männer auswirken. Mit der Unterzeichnung der Charta der Vielfalt 2017 weitete die Stadt Freiburg ihren Blick aus und bekannte sich ausdrücklich dazu, ein wertschätzendes Umfeld für alle Menschen zu schaffen – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion, Alter, Behinderung oder sexueller Identität.

Nach der Eingliederung ins Referat für Chancengerechtigkeit und dem Gemeinderatsauftrag, Prozesse zum Abbau von Diskriminierung zu begleiten, wurde die Stelle 2025 in Geschäftsstelle Diversity & Antidiskriminierung umbenannt. Heute berät sie Beschäftigte der Stadtverwaltung bei Diskriminierungserfahrungen am Arbeitsplatz, begleitet Gender-Mainstreaming-Prozesse, vernetzt zivilgesellschaftliche Akteur*innen und fördert Vielfalt und gegenseitige Wertschätzung – innerhalb der Verwaltung und darüber hinaus.

Veröffentlicht am 07. Oktober 2025