Pressemitteilung vom 12. September 2025

Geburtstag unter den Sternen: Das Planetarium ist 50

  • Presseeinladung zur Jubiläumsfeier am Mittwoch, den 1. Oktober, um 17 Uhr

Kosmische Geschichten über Sauerstoff, geheimnisvolle Nordlichter, spannende Abenteuer für Kinder oder Livekonzerte unterm Sternenhimmel: Seit 50 Jahren begeistert das Planetarium mit seinem künstlichen Sternenhimmel Groß und Klein. Diese Erfolgsgeschichte begann 1975 und anlässlich des 50. Jubiläums lädt das Planetarium am Mittwoch, den 1. Oktober um 17 Uhr zu einer Feierstunde in den frisch renovierten und mit einer neuen Bestuhlung versehenen Kuppelsaal ein.

Den Abend wird Bildungsbürgermeisterin Christine Buchheit mit einem Grußwort eröffnen: „Jährlich besuchen 70.000 Menschen unser Planetarium, ein Drittel davon sind Schüler*innen. Damit ist es eine wichtige Bildungseinrichtung, die nicht mehr aus unserer Stadt wegzudenken ist. Mein Dank geht an das Team vor Ort, die uns Tag für Tag auf beeindruckende Weise zeigen, dass wir Menschen nur ein kleiner Teil eines viel größeren Universums sind.“

Im Anschluss wirft Dr. Martin Federspiel, stellvertretender Leiter des Planetariums, in seinem Vortrag „50 Jahre Planetarium Freiburg – ein Museumsbesuch mit Folgen“ einen Blick zurück auf die Anfänge. Die Geschichte des Planetariums begann 1959 mit einem Museumsbesuch von Richard Fehrenbach in München. Der Maschinenbauingenieur und Lehrer an der nach ihm benannten Gewerbeschule war überwältigt vom künstlichen Sternenhimmel im Deutschen Museum, den der dortige Zeiss-Planetariumsprojektor in die Dachkuppel projizierte.

Der Gedanke, selbst einen solchen Sternprojektor zu konstruieren, ließ ihn nicht mehr los – und so bauten er und einige Kolleg*innen der Gewerbeschule in ihrer Freizeit unermüdlich Zahnräder, Lampen, Linsen, Elektromotoren und Schleifringe zusammen und „bastelten“ ihren eigenen Projektor. Zwölf Jahre und über 20.000 Arbeitsstunden später, am 14. März 1975, eröffnete auf dem Dach der Richard-Fehrenbach-Gewerbeschule in der Friedrichstraße das erste Nachkriegsplanetarium Baden-Württembergs – der Beginn einer 50-jährigen Erfolgsgeschichte.

Bis zu 80 Personen drängten sich damals in der engen Kuppel – und staunten begeistert über Fehrenbachs Projektor. Die Bewegungen von Sonne, Mond, Planeten und Sternen am Himmel ließen sich für jeden Ort auf der Erde dank der Zahnradgetriebe und Optiken wirklichkeitsgetreu an der Planetariumskuppel darstellen. Wie schon bei den astronomischen Uhren in Straßburg oder Prag setzte ein komplexes Zahnräderwerk die kosmischen Gesetze um: Die Welt funktionierte wie ein Uhrwerk.

Im Dezember 2002 folgte der Umzug ins Hauptbahnhofsgebäude mit einer neuen Kuppel von 13 Metern Durchmesser – mit Platz für 140 Personen. Dank des neuen Projektors „Starmaster“ strahlen seitdem die Sterne noch brillanter am Planetariumshimmel. Der von Fehrenbach gebaute Projektor kann noch im Eingangsbereich bewundert werden. 2013 kam ein 360-Grad-Fulldome-Videoprojektionssystem hinzu: Bei atemberaubenden Reisen durch Raum und Zeit tauchen die Besucher*innen in den Kosmos und seine Geschichte ein. Drei Jahre später ging eine Ära zu Ende: Otto Wöhrbach, der das Planetarium seit 1983 leitete und über dreißig Jahre lang prägte, ging in Rente.

Zum Ende des Abends wagt Wöhrbachs Nachfolger, Dr. Thomas Presper, mit seinem Vortrag "Zeigen – Begeistern – Vermitteln" einen Blick in die Zukunft: Wie kann sich das Planetarium technisch und inhaltlich weiterentwickeln? Als Bildungseinrichtung möchte das Planetarium Inhalte verständlich und unterhaltsam vermitteln. Ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene: Alle sind fasziniert vom Kosmos und seiner Geschichten. Seit Urzeiten fragen sich die Menschen, welchen Platz sie selbst auf der vergleichsweise winzigen Erde in diesem unermesslichen Weltall haben.

Und so ist die Hauptaufgabe des Planetariums bis heute immer die gleiche geblieben: astronomisches Wissen zielgruppengerecht und anschaulich zu vermitteln. Mit einer breiten Palette an Vorschul-, Schul- und öffentlichen Programmen informiert das Planetarium stets über den neuesten Stand der Wissenschaft. Der „Sternenhimmel des Monats“ bereitet regelmäßig in einer multimedialen Weltraumreise aktuelle Forschungsergebnisse aus Astronomie und Raumfahrt auf.

Das Freiburger Planetarium zeichnet sich durch viele Eigenproduktionen aus, die ein fünfköpfiges Team entwickelt. Der Schwerpunkt liegt auf Bildungsangeboten für Schulen und Kindergärten, die neben der Astronomie auch Umweltthemen – und damit unsere Erde – in den Mittelpunkt stellen. Konzerte, Lesungen und Figurentheateraufführungen ergänzen das Angebot.

Veröffentlicht am 12. September 2025