Freiburger Geschichte
Seit 95 Jahren gibt es die Schauinslandbahn

Hoch hinaus bringt die Schauinslandbahn ihre Fahrgäste – und das fast auf den Tag genau seit 95 Jahren. Am 17. Juli 1930 ging die weltweit erste Umlaufseilbahn feierlich in Betrieb.
Wahrzeichen der Stadt
Längst ist die Freiburger Gipfelbahn zum Wahrzeichen gereift – und damit weit mehr als "nur" ein Verkehrsmittel. Freiburg ist die einzige deutsche Großstadt, die auf ihrer Gemarkung mehr als 1000 Meter Höhenunterschied hat – 746 Meter davon überwindet die Schauinslandbahn. Auf ihrer je nach Wetterlage 15- bis 20-minütigen Fahrt bietet sie atemberaubende Ausblicke und am Ziel oft eine ganz andere Wetterlage als im Tal: Legendär ist das winterliche Himmelblau über den Wolken, die bleischwer auf die Stadt drücken. Und im Sommer können die Fahrgäste aus der oft drückenden Schwüle in die frische Bergluft schweben.
Zum Ende des 19. Jahrhunderts erdacht, 1930 eröffnet
Kein Wunder, dass erste Ideen für eine Seilbahn auf den Freiburger Hausberg schon Ende des 19. Jahrhunderts reiften. Einen entscheidenden Impuls erhielt das Projekt 1908, als sich der damalige Oberbürgermeister Otto Winterer mit Nachdruck im Gemeinderat für den Bau einsetzte. Doch politische Diskussionen, der Erste Weltkrieg und seine Folgen verzögerten die Umsetzung über Jahrzehnte. Erst 1928 nahm das Vorhaben mit der Gründung der Schauinslandbahn AG konkrete Gestalt an.
Danach ging es selbst für damalige Verhältnisse im Rekordtempo voran. Schon zwei Jahre später war es soweit: Am 17. Juli 1930 wurde die Schauinslandbahn feierlich eröffnet – musikalisch begleitet vom Stadtorchester, das Werke von Wolfgang Amadeus Mozart spielte.
Technische Innovation, schweres Unglück und Wiederaufbau
Die technische Innovation sorgte damals für Aufsehen: In weniger als 15 Minuten schwebten Fahrgäste auf einer Strecke von 3,6 Kilometern bis auf 1220 Meter Höhe – rein elektrisch und ohne fossile Antriebe. Die Fahrt kostete damals zwei Reichsmark.
Schon früh wurde die Bahn Teil der Stadtgeschichte – mit vielen Höhen und einem einzigen schweren Unglück. Aufgrund des Bedienfehlers eines Schaffners stürzte 1932 eine Gondel ab, drei Menschen kamen ums Leben.
Nach umfassender Überarbeitung nahm die Bahn 1933 den Betrieb wieder auf – seitdem ist sie unfallfrei unterwegs. Auch im Zweiten Weltkrieg blieb die Schauinslandbahn in Betrieb. Sie brachte Kinder während der Luftangriffe in Sicherheit und versorgte Lazarette auf dem Berg. Nach Kriegsende entwickelte sie sich zum beliebten Ziel für Erholungssuchende und Wintersportler*innen.
Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 891 vom 12. Juli 2025. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!