Voll im Plan
Richtfest für Lehens neue Ortsverwaltung und Feuerwehrhaus

Vor exakt einem Jahr gab es in Lehen den Spatenstich für die neue Ortsverwaltung samt Feuerwehrhaus. Heute wurde auf der Baustelle an der Breisgauer Straße 61 das Richtfest gefeiert.
Das Gerätehaus neben der Ortsverwaltung Lehen beherbergte seit den 1960er Jahren die Freiwillige Feuerwehr. Seit seinem Umbau in den 1980ern wurde daran nichts mehr erneuert. 2023 wurde der Bau eines Feuerwehrhauses am bisherigen Standort beschlossen. Um Synergieeffekte zu erzielen, sollte auch die Ortsverwaltung in den Neubau ziehen.
Unter der Regie des städtischen Immobilienmanagements (IMF) nimmt das dreigeschossige Gebäude mit Satteldach seither Gestalt an. Fassadengestaltung, Dachform und Materialität nehmen die Gebäude-Typologie Lehens auf. Ortsverwaltung und Feuerwehr werden dort künftig je eigene Räume beziehen. Einen großen Multifunktionsraum im Dachgeschoss werden beide für Veranstaltungen nutzen.
Ein eingeschossiger Verbindungsbau entlang der östlichen Grundstücksgrenze bietet den nötigen Schallschutz zu den östlichen Nachbarn. Darin befinden sich Technik-, Lager- und die Umkleideräume der Feuerwehr. Von dort gelangt man ins rückwärtig gelegene dreiständige Gerätehaus. Im südlichen Teil des Grundstücks nimmt eine Parkgarage die privaten Pkw der Feuerwehr auf und stellt, gerade auch nachts, den Schallschutz zu den südlichen Nachbarn sicher. Wegen des hohen Grundwasserspiegels nur halb ins Erdreich eingelassen, wird sie als weiße Wanne ausgeführt. Entlang der westlichen Grenze entsteht zudem eine 2,50 m hohe Schallschutzwand.
Barrierefreie Zugänge
Da das Grundstück im Hochwasser-Gefahrenbereich "HQ-extrem" liegt, hat das IMF die Gebäude so hoch wie möglich gesetzt. Der Zugang zu Lehens Ortsverwaltung bleibt ebenerdig und barrierefrei. Das Erdgeschoss wird, wie auch der Verbindungsbau und die Fahrzeughalle, in Stahlbeton ausgeführt und mit Materialien verbaut, das drückendes Wasser aushalten. Die oberen Geschosse werden in Holz-Hybridbauweise errichtet und per Aufzug barrierefrei erschlossen.
Die Ortsverwaltung wird in Passivhausbauweise errichtet. Weil sie nur temporär genutzt und deshalb geringer beheizt werden, werden der Verbindungsbau und das Feuerwehrgerätehaus mit Passivhauskomponenten geplant. Den laut Passivhausstandard maximalen Heizwärmebedarf von 15 kWh/(m2a) jährlich hält das Gebäude ein. Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Grundwasserwärmepumpe mittels Förder- und Schluckbrunnen. Auf den Dächern ist eine Photovoltaikanlage mit einer Gesamtleistung von bis zu 35 kWp geplant. Das Flachdach der Parkgarage wird intensiv begrünt, dasselbe gilt für Teile der westlichen Schallschutzmauer zur Hofseite hin.
Vorplatz zum Verweilen
Der Vorplatz vor der Ortsverwaltung wird so attraktiv gestaltet, dass man gerne dort verweilt. Dafür wird der historische Sandsteinbrunnen saniert, leicht versetzt und durch Sitzmöbel ergänzt. Die Bushaltestelle wird barrierefrei umgebaut und in Absprache mit der VAG und der Ortsverwaltung verlegt, um den Vorplatz umgestalten zu können.
Kosten
Alle Arbeiten liegen bisher im Zeitplan, der eine Bauzeit bis April 2026 vorsieht. Bezogen werden die Gebäude im nächsten Frühsommer. Die Gesamtkosten liegen bei 7,9 Millionen Euro. Das Land Baden-Württemberg steuert für den Bau des Feuerwehrhauses 175.000 Euro bei. Weitere 1,5 Millionen kommen von der Sonderentwicklungsmaßnahme Dietenbach, weil die Feuerwehr vom Neubau in Lehen aus auch den neuen Stadtteil abdecken wird.
Asuweichquartiere während der Bauzeit
Während der Bauzeit ist die Ortsverwaltung noch in der Bundschuhhalle in Lehen untergebracht. Die Feuerwehr fand im Dezember 2024 für die restliche Bauzeit einen Ausweichstandort für ihre Einsatzfahrzeuge auf einem ehemaligen Firmengelände in der Ziegelhofstraße 35.