Verpackungssteuer/Mehrwegoffensive
Für weniger Müll und mehr Mehrweg

Ab 1. Januar gilt in Freiburg die Verpackungssteuer. Damit fällt für Einwegverpackungen von Speisen und Getränken zum direkten Verzehr eine Steuer von 50 bis 70 Cent an. Als Ergänzung ist Anfang November die Pilotphase der neuen Mehrwegoffensive gestartet. Zentraler Bestandteil ist der Mehrwegverbund – ein lokaler Zusammenschluss für Mehrwegverpackungen.
„Wir wollen nicht nur eine Steuer einführen, sondern auch eine Alternative anbieten – mit dem Ziel, Müll zu reduzieren und den Mehrweganteil zu erhöhen“, sagte OB Martin Horn. Dieser liegt auch in Freiburg bei nur 15 Prozent.
Der Mehrwegverbund
Gestartet ist der neue Verbund mit Mehrwegbechern, für die ein Euro Pfand anfällt – nach dem Benutzen können sie bei allen teilnehmenden Verkaufsstellen zurückgegeben werden. Bislang beteiligen sich zehn Betriebe mit 16 Filialen. Zu erkennen sind sie an einem Aufkleber an der Tür (siehe vorheriges Logo).
„Der Unterschied zu dem, was es bislang schon gibt – etwa mit dem Freiburg-Cup –, ist, dass wir die Betriebe unterstützen“, betonte Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit. So organisiert der Freiburger Mehrwegverbund den gesamten Mehrwegkreislauf – von der Logistik über die Reinigung bis hin zur Pfandabrechnung. „Wenn nur ein paar Becher im Umlauf sind, kann das ein kleiner Betrieb locker mitspülen. Aber bei vielen ist es gut, wenn es Unterstützung gibt. Die Betriebe können ihre Becher in Kästen packen, diese werden abgeholt und gespült“, so Buchheit.
Das Abholen der Becher übernimmt die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF). Ab 2026 könnte auch der Großhandel eingebunden werden, der ohnehin zu den Betrieben fährt, um sie mit Waren zu beliefern. Die beiden Spülküchen sind in Ehrenkirchen und Sexau. Das Pfand wird zentral bei der Mehrweg GmbH verrechnet.
Bisher 16 teilnehmende Betriebe
An die 16 teilnehmenden Betriebe hat der Verbund bislang rund 1000 Becher ausgegeben, weitere wurden schon nachbestellt. Ab 1. Januar 2026 können alle Freiburger Gastronomiebetriebe, Bäckereien, Metzgereien, Tankstellen und Supermärkte teilnehmen. Diese werden mit dem Mehrweg-Förderprogramm, das der Gemeinderat beschlossen hat, finanziell unterstützt. 2027 sollen dann weitere Gefäße wie Bowls oder Mehrweg-Pizzaverpackungen hinzukommen. Diese müssten allerdings häufiger als nur zweimal pro Woche abgeholt werden, so Buchheit, damit darin zurückbleibende Speisereste nicht schimmeln.
Auch für die teilnehmenden Betriebe ist die Pilotphase hilfreich. Sie bietet die Gelegenheit, das Verkaufspersonal schon vor dem 1. Januar in den neuen Abläufen zu schulen. Mit der ersten Becherlieferung erhalten die Betriebe ein Kommunikationspaket. Ein Thekenaufsteller erklärt beispielsweise in einfachen Worten den Mehrwegverbund, auf einer Seite für die Kund*innen, auf der anderen für das Verkaufspersonal. Ein Aufkleber für die Tür macht Kund*innen auf das neue Angebot aufmerksam.
Kommunikation

Zur Mehrwegoffensive gehört auch eine Informationskampagne, die mit 350.000 Euro aus dem Landeswettbewerb „Auf dem Weg zur klimaneutralen Kommune“ unterstützt wird. „Alles, was man tut, muss man den Menschen nahebringen“, betonte Buchheit. So wird ab dieser Woche auf Plakaten (Plakat siehe oben) für mehr Mehrweg geworben, ebenso auf einem Müllfahrzeug der ASF. Prominentester Werbeträger wird eine Straßenbahn sein, die künftig die Botschaft „Mehrweg passt zu Freiburg wie Fahrrad und Bächle“ in die Stadt trägt.
Zentral ist auch die Kommunikation mit den Betrieben. So fanden bereits drei Runde Tische mit Vertreter*innen aus der Gastronomie statt, Anfang 2026 sind zwei weitere Gesprächsrunden geplant.
Hintergrund
Täglich werden in Freiburg rund 4,5 Tonnen Abfall in öffentlichen Abfallbehältern und in Form von wildem Müll gesammelt und entsorgt. Rund 45 Prozent des Inhalts der Mülleimer in der Innenstadt sind Einweg-to-go-Verpackungen. Im Mai 2025 hat der Gemeinderat deshalb eine Verpackungssteuer und die Mehrwegoffensive beschlossen.
Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 900 vom 6. Dezember 2025. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!
Weitere Infos unter www.freiburg.de/mehrweg und unter www.freiburg.de/verpackungssteuer.
