Weniger Müll, mehr Mehrweg

Mehrwegoffensive ist gestartet

Auf einem Mülleimer stapeln sich viele Styropor-Mehrwegbehältnisse.
Damit sich umweltschädliche Einwegverpackungen in Zukunft nicht mehr auf Mülleimern stapeln, setzt Freiburg auf eine nachhaltige Mehrwegoffensive und eine Verpackungssteuer ab 2026.

Seit drei Jahren müssen Betriebe in Deutschland auch Mehrwegalternativen anbieten. Diese werden aber nur selten genutzt. Um Müll zu vermeiden und die Stadt sauber zu halten, baut Freiburg einen Mehrwegverbund auf. Das Pilotprojekt mit Mehrwegbechern ist Anfang November gestartet. Ab 1. Januar 2026 wird es außerdem eine Verpackungssteuer geben. Mehrwegverpackungen sind dann günstiger als Einwegbehälter.

50 Cent für die Umwelt

Durch die Verpackungssteuer werden Mehrwegverpackungen für viele Speisen und Getränke in der Gastronomie die günstigere Alternative zur Einwegverpackung sein. So kostet beispielsweise der Coffe-to-go im Mehrwegbecher 50 Cent weniger, als in der Einwegvariante. Geplant sind auch Mehrwegboxen für Pommes oder gebratene Nudeln, mit denen die Verbraucher*innen Verpackungssteuern sparen. Selbst zum Einwegpizzakarton gibt es eine Mehrwegalternative.

Auch wer selbst ein Behältnis mitbringt, spart sich die 50 Cent Verpackungssteuer.

Testlauf mit Mehrwegbechern

Bevor die Verpackungssteuer dann nächstes Jahr kommt, testet die Stadt mit Bechern. Zehn Betriebe mit 16 Filialen sind beim Pilotprojekt dabei. Bisher wurden rund 1000 Mehrwegbecher ausgegeben, es gibt schon erste Nachbestellungen. Jeder genutzte Becher kann bei allen teilnehmenden Verkaufsstellen zurückgegeben werden und hilft dabei, die internen Abläufe zu erproben.

Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit betont, wie wichtig eine solche Testphase ist:

Mehr Mehrweg wird sich nicht von einem Tag auf den anderen realisieren lassen. Wir brauchen Anreize, gute Angebote für die Gastronomie und die Kundinnen und Kunden sowie vermutlich etwas Geduld und Zeit.

Christine Buchheit, Umweltbürgermeisterin

Ziel des Projekts ist, dass Nutzer*innen ihre Mehrwegbecher an verschiedenen Orten unkompliziert zurückgeben können. So wird keine Verpackungssteuer fällig und es landet weniger Müll auf den Straßen. Die Becher können zwar unterschiedlich aussehen, tragen aber alle das gleiche Logo.

Der Mehrwegverbund

Der Mehrwegverbund ist Teil der im Mai 2025 beschlossenen Mehrwegoffensive. Der Freiburger Mehrwegverbund organisiert den gesamten Kreislauf - von der Logistik über die Reinigung bis hin zur Pfandabrechnung. In der Pilotphase werden aktuell die Abläufe getestet, wie beispielsweise die Auslieferung der gesäuberten Becher oder auch das zentrale Spülsystem. Die Transporte übernimmt die Abfall- und Stadtreinigung Freiburg (ASF). Ab 2026 sollen auch lokale Dienstleister eingebunden werden, um unnötige Fahrten zu vermeiden.

Mit dem Mehrweg-Förderprogramm, das der Gemeinderat beschlossen hat, werden die Betriebe finanziell unterstützt, insbesondere dann, wenn sie sich dem Mehrwegverbund Freiburg anschließen. Denn je mehr Freiburger Unternehmen am Mehrwegverbund teilnehmen, desto praktischer wird die Nutzung der Mehrwegverpackungen für die Kund*innen. Ab dem 1. Januar können dann alle Freiburger Gastronomiebetriebe, Bäckereien, Metzgereien, Tankstellen und Supermärkte mitmachen.

Für Veranstaltungen wird künftig ein Mehrwegkonzept ausgearbeitet. Der Freiburger Weihnachtsmarkt zum Beispiel setzt schon zum Großteil auf Mehrwegalternativen. Ziel ist, Mehrweg auf Veranstaltungen zum Standard zu machen.

Mehr Infos zur Mehrwegoffensive gibt es unter: www.freiburg.de/mehrweg

Mehr Infos zur Verpackungssteuer gibt es unter: www.freiburg.de/verpackungssteuer

Veröffentlicht am 25. November 2025