Der Freiburger Stadtwald ist seit 25 Jahren FSC-zertifiziert

Waldschutz mit tiefen Wurzeln

Bürgermeisterin Christine Buchheit bekommt von Elmar Seizinger (FSC)
Natürlich aus Holz: Bürgermeisterin Christine Buchheit bekommt von Elmar Seizinger (FSC) eine Urkunde zum Jubiläum.

Freiburg ist Öko-Pionierin: Das gilt in jedem Fall für das städtische Waldmanagement. Vor 25 Jahren erhielt der Stadtwald das Zertifikat des Forest ­Stewardship Councils (FSC) – als erste Kommune in Baden-Württemberg. 

Dass wir eine der ersten Kommunen mit FSC-Zertifikat waren, zeigt: Freiburg ist eine ökologische Vorreiterstadt. Hier weiß man, wie gut Wald tut und wie wichtig er ist.

Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit bei der Urkundenübergabe

Vor 25 Jahren seien Wälder noch ganz anders bewirtschaftet worden, als heute, erinnert sich Elmar Seizinger, Leiter des Waldbereichs bei FSC Deutschland. „Sich damals auf das FSC-System einzulassen, war wirklich visionär.“

FSC ist eine internationale Organisation, die sich für verantwortungsvoll bewirtschaftete Wälder einsetzt. Dazu hat sie ein Zertifizierungssystem für Waldbewirtschaftende und Handel entwickelt. Sie müssen ökologische, soziale und wirtschaftliche Mindestanforderungen erfüllen, um das FSC-Kennzeichen verwenden zu dürfen. Daran erkennen Verbraucher*innen, dass ein Waldprodukt nachhaltig hergestellt und gehandelt wurde. Dass die Unternehmen die FSC-Standards einhalten, kontrollieren unabhängige Zertifizierer in regelmäßigen Abständen.

Forstbetriebe, die nach dem FSC-Waldstandard zertifiziert sind, müssen in der Bewirtschaftung eine Reihe von ökologischen Vorgaben einhalten. Zum Beispiel dürfen Pflanzenschutzmittel nur eingesetzt werden, wenn es gesetzlich vorgeschrieben ist. Um den Lebensraum für Tiere und Pilze zu schützen, muss viel Totholz im Wald bleiben, und Holz darf nur auf festgelegten Rückegassen und möglichst schonend geerntet werden. Auch soziale Schutzmaßnahmen müssen die Betriebe ergreifen. Dazu gehören unter anderem regelmäßige Fortbildungen und eine tarifgebundene Entlohnung für die Waldarbeiter*innen. Schließlich gehört auch ökonomische Nachhaltigkeit zum FSC-Konzept: Forstbetriebe müssen lokalen Wertschöpfungsketten Vorrang lassen und ihre wirtschaftliche Planung genau dokumentieren. 

Mehraufwand für eine nachhaltige Forstwirtschaft

Über diese Vorgaben wird mitunter lebendig disktutiert. Denn für die Waldbewirtschaftenden vor Ort sind die FSC-Richtlinien auch mit Mehraufwand verbunden. Das weiß Berno Menzinger, stellvertretender Leiter des städtischen Forstamts, aus erster Hand. „Die permanente Auseinandersetzung mit den bei uns im Wald tätigen Waldarbeitern, Selbstwerbern und Unternehmern über die Zertifizierungskriterien führten immer wieder zur konstruktiven Auseinandersetzung mit der Frage, wie nachhaltige Forstwirtschaft und ökologische Standards funktionieren können“, so Menzinger.

Heute ist die FSC-Zertifizierung in der Freiburger Waldkonvention verankert. Das Leitbild hält fest: Der Stadtwald hat viele Funktionen, die die Stadt als seine Bewirtschafterin schützen muss. „Die FSC-Zertifizierung hilft uns dabei, unsere anspruchsvollen Ziele bei der Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes, der nachhaltigen Holznutzung und dem Klimaschutz zu erreichen“, so Buchheit.

Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 896 vom 11. Oktober 2025. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!

Veröffentlicht am 10. Oktober 2025