Die Mitglieder des Gestaltungsbeirats

Zvonko Turkali

Prof. Zvonko Turkali, geb. 1958, ist deutscher Architekt kroato-ungarischer Abstammung. Nach dem Studium der Architektur an der FH Frankfurt, der Städelschule Frankfurt und der Harvard Universität in Cambridge, U.S.A. war er wissenschaftlicher Assistent an der RWTH Aachen und Gastprofessor an der Universität Kassel. 1988 gründete er in Frankfurt das Büro Turkali Architekten. Seit 1998 ist er Professor an der Leibniz Universität Hannover. Als Mitglied von Gestaltungs- und Städtebaubeiräten hat er zahlreiche Städte in Fragen des Städtebaus und der Architektur beraten, so in Frankfurt, Regensburg, Karlsruhe, Biberach und derzeit in Lübeck und Freiburg. 2006 hat er den Christian-Heyden-Preis für Baukultur verliehen bekommen. Zvonko Turkali war von 2009 bis 2012 Landesvorsitzender des BDA Hessen und ist Preisrichter bei zahlreichen nationalen und internationalen Wettbewerben. Er hält Vorträge im In- und Ausland.

Anett-Maud Joppien

Anett-Maud Joppien

Prof. Anett-Maud Joppien, geb. 1959 in Frankfurt am Main absolvierte ihr Architektur-studium an der TU Berlin, der TH Darmstadt, University of Illinois at Chicago und University of California, Berkeley (Fulbright Stipendium). Sie ist Mitbegründerin von Dietz Joppien Architekten AG in Frankfurt, Berlin, Potsdam und Mitglied des Vorstandes. Zu ihrem breiten Tätigkeitsfeld gehörte unter anderem eine Gastprofessur an der Universität Hannover und der Technischen Universität Darmstadt. Von 2003-2011 war sie als Professorin an der Bergischen Universität Wuppertal für den Fachbereich Baukonstruktion und Entwerfen tätig. Seit 2011 ist sie Professorin an der Technischen Universität Darmstadt für den Fachbereich Entwerfen und Gebäudetechnologie. Ausgezeichnet wurde sie unter anderem mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis/TOP 3 sowie für ihre Lehrtätigkeit an der Technischen Universität Darmstadt 2014 mit dem Athene-Preis. Als Preisrichterin kann sie auf eine jahrelange Erfahrung bei ca. 250 nationalen und internationalen Wettbewerben zurück blicken. Für die Städte Karlsruhe, Mainz und Mannheim war bzw. ist sie bereits als Gestaltungsbeirätin tätig. Seit 2013 ist sie Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB).

Johannes Ernst

Johannes Ernst

Johannes Ernst, geb. 1966 in Baden-Baden, studierte Architektur an der TU Berlin und der University of Illinois at Chicago (Fulbright Stipendium). Nach dem Studium arbeitete er als Freier Mitarbeiter im Architekturbüro Steidle + Partner. Zusammen mit Hans Kohl, Johann Spengler, Martin Klein und Verena von Gagern-Steidle gründete er 2005 Steidle-Architekten Gesellschaft von Architekten und Stadtplanern mbH und ist seitdem Geschäftsführender Gesellschafter von Steidle- Architekten. Die Planungsschwerpunkte des Büros liegen u.a. bei Wohn- und Bürogebäuden sowie bei städtebaulichen Rahmenplanungen. Im Rahmen seiner verschiedenen Lehrtätigkeiten war er wissenschaftlicher Assistent an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Otto Steidle (2001-04). Er leitete die Winterakademie an der Technischen Universität Hannover (2003) und die Sommerschool Universität Turin (2004). Zudem hatte er Vertretungsprofessuren an der Akademie der Bildenden Künste München im Aufbaustudiengang Architektur (2004-06) in Zusammenarbeit mit Prof. Carlo Baumschlager (2006-07) sowie der Hochschule München im Fachbereich Städtebau (2016-17) und im Fachbereich Entwurf und Konstruktion (2017). Als Fachpreisrichter ist er seit 2004 bei zahlreichen Wettbewerben tätig. 1999-05 war er Mitglied im Gestaltungsgremium Theresienhöhe München und ist seit 2017 Mitglied im Beratergremium Werksviertel München.

Wigbert Riehl

Prof. Wigbert Riehl, geb. 1956, studierte Landschaftsplanung an der Gesamthochschule Kassel. Von 1988-1997 lehrte er an der TU München - Weihenstephan. Seit 2004 ist er als Professor an der Universität Kassel Leiter des Fachgebiets „Landschaftsarchitektur / Technik‘‘ am Fachbereich 6, Architektur-Stadtplanung-Landschaftsplanung. Als Studiendekan 2007-2010 war er für die Einführung des Bachelor- und Masterstudiums an seinem Fachbereich zuständig. Weiterhin ist er selbstständiger Landschaftsarchitekt und Gesellschafter im Büro Latz-Riehl-Partner in Kassel.

Miriam Weyell

Miriam Weyell, geboren 1978, hat an der Ecole d’Architecture de Nancy und der Universität Stuttgart Architektur mit Schwerpunkt Städtebau studiert. Diplomiert 2005, arbeitete sie in Köln, Dublin und Zürich. Ihrer Mitarbeit bei Baumschlager & Eberle folgte 2010 eine Bürogründung mit Florian Berner, „Weyell Berner Architekten“ in Zürich und 2014 ein Lehrauftrag für Entwerfen an der HTWG Konstanz. Die Arbeit von WBA wurde mehrfach publiziert und ausgestellt, u.a. beim Internationalen Lichter Filmfest in Frankfurt. Mit „Makro, Fokus, Instinkt“ haben WBA einen Blick auf Architektur, Landschaft und Stadt entwickelt, der Potenziale auf verschiedenen Ebenen aufzeigt.

Vorherige Mitglieder des Gestaltungsbeirates

2014-2018​ Jórunn Ragnarsdóttir

Lebenslauf

Prof. Jórunn Ragnarsdóttir, geb. 1957 in Akureyri in Island, studierte Architektur an der Universität Stuttgart. Nach dem Studium arbeitete sie 3 Jahre im Architekturbüro Lederer in Stuttgart. Seit 1985 ist sie (Teil)Inhaberin des Büro Lederer Ragnarsdóttir. Zahlreichen Preise und Auszeichnungen begleiten den Weg ihrer vielfältigen Arbeit. So erhielt sie zum Beispiel den Deutschen Architekturpreis 2013 für das Kunstmuseum Ravensburg.

Zu dem breiten Tätigkeitsfeld von Jórunn Ragnarsdóttir gehörte unter anderem eine Lehrtätigkeit an der Universität Stuttgart bei Prof. Boris Podrecca (1992/93). Für das Stadt- und Staatstheater in Reykjavík entwarf sie 1998/2000 Bühnenbilder und Kostüme. Als Professorin an der Kunstakademie Düsseldorf lehrte sie (2010/12) die Klasse „Baukunst“. Für die Städte Mannheim, Lübeck und München war bzw. ist sie bereits als Gestaltungs- und Fachbeirätin tätig.

Statement zu ihrer Arbeit in Freiburg

Von Thomas Jefferson, dem dritten Präsidenten Amerikas, sagt man, er habe empfohlen, für jedes Neubauprojekt 5 bis 7% Mehrkosten einzurechnen, mit dem Ziel, eine bessere Architekturqualität zu erreichen. Dieser Aufwand zahle sich später um ein Vielfaches wieder aus. Als Politiker sah er zweifelsohne eine direkte Verbindung zwischen guter Gestaltung und Ökonomie. Mit seinen Entwürfen für den Campus der Universität von Virginia, auch seinem eigenen Wohnsitz, bewies der begabte Hobbyarchitekt seine These, denn beide Ensembles haben Dank ihrer Schönheit stetig an Marktwert gewonnen.

Es geht also, wenn wir über die Qualität von Stadträumen sprechen, nicht allein um die Frage von Schönheit, sondern immer auch um Investitionen in die wirtschaftliche Zukunft der Stadt selbst. Das kulturelle Kapital einer historisch gewachsenen Stadt ist also immer auch ein ökonomisches Kapital. Insofern müssen Gebäude, die als Neulinge in die Stadt gepflanzt werden, grundsätzlich so beschaffen sein dass sie zu einer gestalterischen Verbesserung des Gesamten beitragen. Nur unter Wahrung dieses Prinzips ist die Lebensfähigkeit, wie auch die Schönheit der Stadt langfristig gesichert.

Wer immer sich mit der Schönheit einer Stadt beschäftigt, wird feststellen, dass es die Straßen und Plätze sind, die wie die Flure, die Dielen und die Zimmer einer Wohnung die Qualität bestimmen. Ihre harmonische Wirkung erreichen diese Räume durch ihre Wände, die aus der Gemeinschaft der einzelnen Gebäude entstehen. Wenn die Gebäude Schulter an Schulter stehen, sich zu benehmen wissen, und nicht als Individualität die Nachbarn zu übertrumpfen versuchen, dann empfinden wir den Stadtraum schön. Die hohe Kunst von Orchesterspieler ist da gefragt, weniger die Virtuosität von Solisten.

Jedem, der in der Stadt bauen will, muss klar sein, dass es ein Privileg ist, in einer schönen Stadt ein neues Haus errichten zu dürfen. Die Spekulation auf kurzfristige Gewinnchancen, aber auch das Argument, aus dem Zwang der Wirtschaftlichkeit die architektonische Qualität hinten anstellen zu müssen schaden der Stadt und damit ihrer Ökonomie im Gesamten.

Für mich gibt es kaum einen schöneren Beleg hinsichtlich der These von Jefferson, als die Altstadt von Freiburg. Dieses Kapital nicht nur zu bewahren, es auch zu mehren, bedarf eines ebenso liebevollen, wie professionellen Umgangs mit dem städtebaulichen und architektonischen Erbe. Das wird der Grund dafür sein, dass die Bürger und die Politik von Freiburg einen Gestaltungsbeirat ins Leben gerufen haben. Ich bin mir sicher, dass diese Einrichtung geholfen hat, die einmalige Qualität dieser Stadt zu wahren.

Für mich war die Arbeit im Gestaltungsbeirat dieser Stadt ein großer Gewinn und ich bin dankbar für das entgegengebrachte Vertrauen seitens der Stadtverwaltung.

Stuttgart 19.11.2018
Jórunn Ragnarsdóttir

2014-2018​ Tobias Wulf

Lebenslauf

Prof. Tobias Wulf, geb. 1956, studierte Architektur an der Universität Stuttgart. Dem Studium schloss sich 1981/87 eine Zeitphase der Mitarbeit in verschiedenen Architekturbüros an, so bei Faller+Schröder in Stuttgart/München; Auer+Weber in Stuttgart; Joachim Schürmann in Köln; Gottfried Böhm in Köln. 1987 gründet er sein eigenes Architekturbüro in Stuttgart, welches 1996 um eine Büropartnerschaft mit Kai Bierich und Alexander Vohl erweitert wurde, die heute unter dem Namen wulf architekten im internationalen Rahmen tätig ist. Zeitgleich der Bürogründung erhält Tobias Wulf 1987/91 einen Lehrauftrag für Entwerfen an der Universität Stuttgart. Seit 1991 ist er Professor für Baukonstruktion und Entwerfen an der Hochschule für Technik Stuttgart. Als Preisrichter kann er auf eine jahrelange Erfahrung bei zahlreichen nationalen und internationalen Wettbewerben zurück blicken.

Statement zu seiner Arbeit in Freiburg:

Nach 5 Jahren verlasse ich den Gestaltungsbeirat mit einem positiven Fazit. In den weitaus meisten Fällen konnte eine Verbesserung der Bauprojekte erreicht werden, auch wenn es den Bauherren mit ihren Architekten erstmal richtig weh tat, wenn wir den Finger schonungslos in die Wunde legten. Die Sitzungen waren immer sehr gut vorbereitet, sodass eine fachlich fundierte Diskussion ermöglicht wurde und wir uns auch darüber hinaus in Freiburg wohl fühlten.

Unsere manchmal abweichende oder sogar konträre Sichtweise im Verhältnis zur Stadtverwaltung liegt in der Natur der Sache, da wir einen von vielen Zwängen befreiten Blick hatten und auch haben mussten.

Ich würde es auch begrüßen, wenn der Gestaltungsbeirat stärker an der Auswahl der Projekte beteiligt würde. Eines sollten sich alle Beteiligten ständig vor Augen führen: Verwechsle nie Gestaltung mit Politik.

Zukünftig werde ich als Gestaltungsbeirat in Regensburg tätig sein und freue mich darauf, evtl. als planender Architekt nach Freiburg zurückkehren zu dürfen.

Stuttgart 27.11.18
Tobias Wulf

Kontakt

Geschäftsstelle Gestaltungsbeirat
Fehrenbachallee 12
79106 Freiburg

gestaltungsbeirat@stadt.freiburg.de
Telefon: 0761/ 201-4370 oder -4371
Fax: 0761/201-4399

Sitzungstermine

2019
21. März
23. Mai
18. Juli
10. Oktober
28. November