Freiburger Integrationspreis

Freiburg ist eine Stadt, die sich durch die Vielfalt ihrer Bürgerinnen und Bürger unterschiedlicher Herkunft und Kultur auszeichnet. Menschen aus über 170 Ländern leben heute in unserer Stadt. Offenheit, Respekt und gegenseitige Wertschätzung sind der Boden, auf dem Verständnis und Verständigung zwischen Migrantinnen und Migranten und Einheimischen wachsen. Zusammenleben – Integration – gelingt deshalb, weil sich hierfür zahlreiche Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt ehrenamtlich, nachbarschaftlich oder auch beruflich jeden Tag mit großem  Engagement einsetzen.

Mit dem Freiburger Integrationspreis – Für eine offene Stadt würdigt die Stadt das herausragende Engagement von Einzelpersonen, Organisationen, Schulen und Initiativen, die sich in vorbildlicher Weise für das interkulturelle Zusammenleben in unserer Stadt einsetzen.

Wer kann sich bewerben?

Sie setzen sich als Einzelperson, Initiative, Verein, Träger, Einrichtung, Organisation, Verband, Unternehmen, Schule oder Firma in herausragender und vorbildlicher Weise für die Integration in Freiburg ein oder kennen ein solches Projekt? Dann bewerben Sie sich für den Freiburger Integrationspreis oder schlagen Sie ein Projekt zur Auszeichnung vor! Voraussetzung ist, dass Sie in Freiburg wohnen und mindestens 16 Jahre alt sind.

Was wird ausgezeichnet?

Ausgezeichnet werden Aktivitäten, Initiativen, Maßnahmen und Projekte, die innovativ sind, nachhaltig integrativ wirken und in besonderer Weise geeignet sind, das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur zu fördern. Ausdrücklich zur Bewerbung aufgefordert sind Projekte mit Flüchtlingen und Projekte, die sich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit wenden.

Wie bewerbe ich mich?

Den Bewerbungsbogen können Sie online ausfüllen (121,5 KB) und per Email oder auf dem Postweg einreichen. Alternativ können Sie Ihre Bewerbung per Post an das Amt für Migration und Integration schicken. Gerne können Sie zusätzliche Bewerbungsmaterialien (Zeitungsberichte, Fotos, Videos) beifügen.

Bewerbungsschluss ist der 9. November 2018. Das Preisgeld beträgt 5000 Euro. Der Preis wird durch den Oberbürgermeister der Stadt Freiburg im Rahmen der jährlichen Einbürgerungsfeier verliehen.


Weitere Informationen zum Integrationspreis und zur Bewerbung (2,056 MB)

Preisträger 2017

Zusammen leben e.V.

Der im Jahr 2015 gegründete Verein „Zusammen leben e.V.“ hat das Ziel, Begegnungsräume zwischen Menschen mit Fluchterfahrung, Migrant*innen und Freiburger*innen zu schaffen. Der Verein entwickelte verschiedene Formate, die Berührungsängste senken und unbürokratisch direkten Kontakt zwischen diesen Gruppen möglich machen.

Ein Beispiel hierfür sind Begegnungsfeste, in Form von Nachbarschaftsfesten, die 2015 bis 2016 statt gefunden haben und in denen gemeinsam Musik gemacht/gehört, gegessen und gespielt wurde. Darüber hinaus bietet der Verein seit Juli 2016 „zusammen gärtnern“ an, wobei es sich um einen interkulturellen und inklusiven Gemeinschaftsgarten in Vauban handelt. Außerdem organisiert der Verein seit Februar 2017 so genannte „Pop-Up-Dinners“, in welchen kochbegeisterte Menschen in Teams Speisen aus ihren Herkunftsländern kochen. Anschließend wird dann zusammen gegessen und gefeiert.

Auf diese Weise werden „zivilgesellschaftliche Räume zur Begegnung, zum Abbau von Vorurteilen, zum Kennen- und Verstehenlernen“ eröffnet, ein Zusammengehörigkeitsgefühl entsteht und bildet so das „Fundament für ein friedliches Zusammenleben“. Das effektive und sich stetig weiterentwickelnde Konzept des Vereins hat die Jury überzeugt und setzte sich gegen 16 Mitbewerber durch.

Die Preisträger des Integrationspreises 2017, Zusammen leben e.V., bei der Preisverleihung.
(Foto: A. J. Schmidt)

Ausgezeichnete Projekte 2016

2016 wurden erstmals drei Preise verliehen
(Der erste Rang wurde mit einem Geldbetrag in der Höhe von  2.000 Euro honoriert, der zweite mit 1.500 Euro und der dritte Rang mit 1.000 Euro)

Beworben hatten sich 20 Vereine, Initiativen und Gruppen

1. Rang
Stadtpiraten Freiburg e.V.
Die Stadtpiraten Freiburg e.V. sind ein gemeinnütziger Verein mit regionalem Bezug. Seit 2009 sind sie in Freiburger Flüchtlingswohnheimen aktiv. Wöchentlich werden Angebote von rund 70 ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen für über 170 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren gestaltet. Die Arbeit hat zum Ziel, der strukturellen Benachteiligung und persönlichen Resignation der geflüchteten Kinder entgegenzuwirken.
 
Das Anliegen der Stadtpiraten ist es, neben der Förderung von Integration auf persönlicher Ebene, in der Gesellschaft das Bewusstsein für Rassismus und Ausgrenzung sowie die soziale Verantwortung des Einzelnen und den Dialog über Religion und Glaube zu fördern.

2. Rang
"Denk mal…" – Intitiative zur Integration und interkulturellem Austausch

Die Initiative – bestehend aus einer Gruppe junger Erwachsene mit und ohne Migrationshintergrund aus unterschiedlicher Herkunft, zum Teil seit kurzem hier lebend oder schon seit langem ansässig, hat seit Februar 2015 drei integrative Kunstprojekte ins Leben gerufen. In kreativen Tätigkeiten sieht man das Potential, sich in einer Gruppe über verschiedene Themen auf vielfältigen Ebenen auseinanderzusetzen.
 
Die kulturelle Vielfalt der Menschen aus Syrien, Gambia, Nigeria, Kamerun, Tunesien und Deutschland wurde nicht als Hürde gesehen, sondern diente als Basis für den kreativen Prozess. Über kreative und spielerische Aktivitäten wurde eine neue Herangehensweise an Themen wie Heimat, Flucht und Integration ermöglicht.

3. Rang
Nur für Frauen – internationaler Frauenabend

Mit der Veranstaltungsreihe „Nur für Frauen“ hat der Verein Element 3 einen offenen Rahmen etabliert, in dem Frauen aller Altersgruppen, Nationalitäten und unterschiedlicher sozialer Herkunft sich begegnen, an Kultur teilhaben und selbst zu Akteurinnen werden können.
Das Kleine Haus des Theaters wurde in ein großes Wohnzimmer verwandelt, das interkultureller Treffpunkt und offene Bühne zugleich war.
 
Anlass für das Projekt war der massive Zustrom an geflüchteten Menschen in Freiburg darunter auch viele Frauen und Mädchen. Aufgrund von fehlenden Sprachkenntnissen, einer isolierten Wohnsituation und der Rollenverteilung in der Familie haben besonders Frauen aus anderen Kulturkreisen kaum die Möglichkeit, am sozialen und kulturellen Leben der Stadt teilzunehmen. Mit dieser Reihe wurde ein geschützter Rahmen für neue kulturelle Erfahrungen und interkulturelle Begegnung geschaffen.

(Fotos: A.J. Schmidt)

Ausgezeichnete Projekte 2015

Preis geht an zwei Gruppen im Bereich der Flüchtlingshilfe

Die Preisträger bei der Verleihung mit Oberbürgermeister Salomon und Kultur- und Sozialbürgermeister von Kirchbach. (Foto: A. J. Schmidt)

Ausgezeichnete Projekte 2014


Ausgezeichnete Projekte 2013

Wahlkreis 100 Prozent
Der "Wahlkreis 100 Prozent" engagiert sich seit 11 Jahren für das Kommunale Wahlrecht für EU-Ausländer. Menschen, die hier leben, hier arbeiten und sich hier engagieren, sollen sich auch am demokratischen Entscheidungsprozess beteiligen dürfen. Denn nach wie vor gilt, dass Drittstaatler von den Kommunalwahlen ausgeschlossen sind.

2002 hat sich der Wahlreis 100 Prozent als Initiative gegründet, seit 2008 ist er als Verein organisiert. In den Jahren 2002, 2009 sowie diesen September hat der Wahlkreis parallel zur Bundestagswahl zu einer symbolischen Wahl aufgerufen, an der die nicht Wahlberechtigten teilnehmen konnten. Der Wahlkreis kooperiert mit zahlreichen Einrichtungen in der Stadt, macht öffentlichkeitswirksam sein Anliegen deutlich, gewinnt immer mehr Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Der Verein ist landesweit aktiv und holt sich auch Partner aus dem Ausland an seine Seite.

Zuletzt organisierte der Wahlkreis einen Internationalen Beteiligungs-Kongress. Neben Gästen aus Deutschland und Spanien war der US-Amerikaner Ron Hayduk zu Gast, der die Idee der symbolischen Wahl aufgegriffen und eine solche Wahl erstmals beim diesjährigen New-Yorker Bürgermeisterwahlkampf durchgeführt hat. "Der Wahlkreis 100 Prozent ist ein wichtiger Impulsgeber in der Debatte um die Erweiterung des Kommunalwahlrechts für Nicht-EU-Bürger", sagte OB Salomon in seiner Laudatio.

Mehr zum Freiburger „Wahlkreis 100 Prozent“ unter www.wahlkreis100.de

Kick for girls
Das Projekt "Kick for girls" ist in einem ganz anderen Bereich aktiv. Die Engagierten im Projekt begeistern junge Mädchen für den Sport, speziell für Fußball. "Kick for girls" wurde von der step stiftung und dem Institut für Sport und Sportwissenschaften der Universität Freiburg 2009 als Gemeinschaftsprojekt ins Leben gerufen.

Sportangebote für Mädchen - hier für junge Migrantinnen - zu öffnen und attraktiv zu gestalten, ist die Stärke von "Kick for girls". Innovativ ist es, weil neue Kooperationen mit Schulen, Jugendeinrichtungen, Beratungsstellen, Sportvereinen entstehen und die Mädchen neue Beziehungen über Stadtteilgrenzen und kulturelle Barrieren hinweg knüpfen können. "Kick for girls" schlägt mit seiner Arbeit eine Brücke zum Breitensport und leistet damit einen großen Beitrag zur Integration. Durch seine Arbeit hat "Kick for girls" mittlerweile zehn Fußball AGs an Schulen etabliert. Mehr als 100 Mädchen machen mit. Etwa 80 von ihnen haben einen Migrationshintergrund.

Regelmäßig gehen die jungen Sportlerinnen zum SC und schauen die Spiele der Frauen-Bundesliga. Einmal im Jahr veranstaltet "Kick for girls" einen Mädchenfußballtag Allein am vierten Mädchenfußballtag "Mädchenfußball fair bindet" im vergangenen Sommer haben 25 Schulteams mit 220 Mädchen teilgenommen.

Mehr zu „Kick for girls“ unter www.kick-for-girls.de


Ausgezeichnete Projekte 2012

Zeit für Kinder
In der Initiative „Zeit für Kinder“ engagieren sich Ehrenamtliche aus Freiburg für Kinder und Jugendliche aus dem  Flüchtlingswohnheim in der Hammerschmiedstraße im Stadtteil  Littenweiler.

Die Initiative entstand im Jahr 2006, als eine Freiburgerin  während eines Spaziergangs mit ihrem Hund ein paar Kinder aus dem Wohnheim kennenlernte, die mit ihr mitgehen wollten. Anschließend lernte sie auch die Eltern der Kinder kennen und begann gelegentlich kleine Ausflüge mit den Kindern zu machen. Die Kinder hatten viele Ideen, was sie gerne erleben, unternehmen und sehen würden, sodass bald weitere Unterstützerinnen und Unterstützer gesucht wurden.

Inzwischen gibt es zahlreiche Patenschaften, an denen sich neben den Flüchtlingskindern vor allem Studierende beteiligen. Die Patenschaften gehen mindestens ein Jahr, meistens jedoch über mehrere Jahre hinweg. Die Motivation der Ehrenamtlichen ist es, den Kindern einen Einblick in das Leben in Deutschland zu geben sowie eine Brücke zwischen den Kulturen zu bauen. Sie machen vor allem Unternehmungen, die sie selbst als Kinder mit ihren Eltern oder Freunden unternommen haben, z.B. mit der Familie kochen oder backen, mit den Kindern Fahrradtouren unternehmen, ins Kino gehen, Schwimmbäder und Museen besuchen, auf Festen oder einfach so tanzen, Fußball spielen, malen, Referate für die Schule vorbereiten oder Kastanienmännchen basteln.

Ziel ist es eine kontinuierliche, solide und vertraute Beziehung zueinander aufzubauen, sodass sich ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt, das beide Seiten bereichert und in dem beide voneinander lernen können.
Mehr zu „Zeit für Kinder“ unter zeitfuerkinder.wordpress.com/


Kontakt

Amt für Migration und Integration

Abteilung 2 Integration
Berliner Allee 1
79114 Freiburg
Telefon (07 61) 2 01-63 34
Fax (07 61) 2 01-64 93
Erste Ansprechpartnerin: Frau Yvonne Eckenbach

Ihre Ansprechpartnerin

Telefon (07 61) 2 01-63 34
Fax (07 61) 2 01-64 93
Aufgaben:

  • Geschäftsführung Migrantinnen- und Migrantenbeirat
  • Geschäftsführung Freiburger Integrationspreis
  • Ansprechperson für alle im Migrationsbereich tätigen Verbände, Institutionen, ausländischen Vereine und Initiativen
  • Projektkoordination „Gestaltung des interkulturellen Öffnungsprozesses in der Kommune“

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