Drei Fragen an...

Thomas Schuwald von der Ökostromgruppe zu den Windrädern auf dem Rosskopf

Windrad, das zwischen Baumkronen hervorsticht

Mit einer Windradtaufe auf dem Rosskopf hat die „regiowind Freiburg“, ein Bürgerbeteiligungsprojekt der Ökostromgruppe und Badenova, dieser Tage die beiden neuen Anlagen offiziell eingeweiht. Weil sie gelegentlich stillstehen, glauben manche Menschen, sie würden kaum Strom produzieren. Was an diesem Gerücht dran ist, haben wir den Geschäftsführer Thomas Schuwald gefragt.

Porträt von Thomas Schuwald
Foto: Ökostromgruppe

1. Warum stehen die Rotoren manchmal still, obwohl Wind weht?

Die Gründe sind vielschichtig: Wir schalten die Anlagen beispielsweise aus Artenschutzgründen ab, etwa wenn Fledermäuse aktiv sein könnten. Zum anderen machen wir das aus wirtschaftlichen Gründen, wenn es wegen eines Überangebots an Strom zu negativen Strompreisen kommt. Das passiert vor allem tagsüber, wenn viele Menschen die Rotoren sehen, während sie nachts – ohne Solarstrom im Netz – meist laufen. Insgesamt sind die Abschaltzeiten mit etwa 300 bis 600 Stunden im Vergleich zu den 5000 bis 6000 Stunden, an denen die Anlagen laufen, jedoch gering.

2. Wie zufrieden sind Sie mit der Stromausbeute der neuen Anlagen?

Obwohl 2025 das schlechteste Windjahr seit Jahrzehnten war und auch 2026 nicht besonders gut angefangen hat, sind wir insgesamt zufrieden. Aber wir sehen eben auch, dass wir nicht alles unter Kontrolle haben und es immer wieder Grund zur Demut gibt. Bei allen neuen Windrädern braucht es in der Inbetriebnahmephase eine gewisse Zeit, bis sie wirklich „rund“ laufen. Bei den Taubenkopfanlagen mussten wir beispielsweise technisch noch etwas nachrüsten. All diese Faktoren sind aber in der Wirtschaftlichkeitsprognose miteinberechnet.

3. Wie geht der Ausbau am Rosskopf weiter?

Derzeit werden die Flächen für den Bau von drei weiteren Anlagen vorbereitet, die wir als Ökostromgruppe gemeinsam mit der Badenova errichten wollen. Die Anlagen vom Typ E-175 sollen rund 30 bis 35 Millionen Kilowattstunden grünen Strom jährlich produzieren.

Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 910 vom 9. Mai 2026. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!

Veröffentlicht am 11. Mai 2026