Zum Schütz jüdischer Einrichtungen
Zaun soll Synagoge schützen

Ein Sicherheitszaun war schon länger Wunsch der israelitischen Gemeinde. Nun verwirklich ihn die Stadt Freiburg. Hintergrund ist die weiterhin angespannte Sicherheitslage und wiederholte Angriffe auf jüdisches Leben in Deutschland.
Es ist erschreckend, dass eine solche Maßnahme notwendig ist. Gleichzeitig wollen wir jüdisches Leben in Freiburg bestmöglich schützen. Nach sorgfältiger Abwägung und im engen Austausch mit der Israelitischen Gemeinde haben wir uns entschieden, diesen Schritt zu gehen. Der Schutz der Gemeinde und ein gutes Miteinander in unserer Stadt stehen dabei im Mittelpunkt.
Oberbürgermeister Martin Horn
Fundamentsteine der Alten Synagoge bilden Denkmal
Nikita Nikischin, Sicherheitsbeauftragter der Israelitischen Gemeinde, dankt der Stadt, Caritas, der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden und dem Zentralrat der Juden dafür, dass der Zaun jetzt kommt, auch wenn sich die Gemeinde eine andere Realität wünschen würde. "Der Schutz unserer Gemeindemitglieder, Angehörigen und des jüdischen Lebens in Freiburg hat für uns dabei Priorität." Ein weiterer Vorteil des Zauns ist, dass nun die Fundamentsteine der alten Synagoge, die bei den Bauarbeiten auf dem Platz der Alten Synagoge gefunden worden waren, vor der Synagoge zu einem Denkmal zusammengefügt werden können.
Caritas beteiligt sich
Der Caritsverband Freiburg-Stadt übernimmt die Planung und Umsetzung des Zauns. Vorstandsvorsitzender Rainer Gantert begrüßt die Errichtung des Zauns, da er der Israelitischen Gemeinde nicht nur mehr Sicherheit bietet, sondern auch die Situation vor Synagoge klärt. Die Caritas ist mit der "Pflasterstub", einer Einrichtung für wohnungslose Menschen, direkter Nachbar der Synagoge. Immer wieder halten sich deshalb wohnungslose Menschen im Bereich vor der Israelitischen Gemeinde auf.
Transparente Gestaltung
Aus stadtplanerischer Sicht sind Zaunanlagen im öffentlichen Raum grundsätzlich nicht vorgesehen, da öffentliche Plätze möglichst offen und zugänglich bleiben sollen. In diesem Fall wird davon aber abgesehen. Die Stadt Freiburg hat gemeinsam mit der Israelitischen Gemeinde einen Entwurf entwickelt, der sowohl den Sicherheitsanforderungen gerecht wird als auch den Charakter des Platzes so weit wie möglich erhält.
Der geplante Stahlstaketenzaun ist bewusst transparent gestaltet und ermöglicht weiterhin Sichtbeziehungen zum Platz und den angrenzenden Nutzungen. Gleichzeitig schaffen paarweise verbundene Stahlstäbe einen geschützten Bereich. Mit einer Höhe von rund 1,75 Metern soll ein Übersteigen verhindert werden. Der Verlauf des Zauns berücksichtigt bestehende Leitungen im Untergrund sowie die Querung des Bächles.
Der Brunnen vor der Synagoge bleibt unverändert. Eine großzügige Toranlage mit einem Sonderelement, das an eine Menora, also an einen siebenarmigen Leuchter, erinnert, greift die Symbolik des Ortes auf. Weitere Öffnungen sind unter anderem für Wartungszwecke vorgesehen.
Die Kosten für die Maßnahme werden derzeit auf rund 120.000 Euro geschätzt. Der Zentralrat der Juden beteiligt sich mit einem Zuschuss in Höhe von 27.500 Euro. Die übrigen Kosten trägt die Stadt Freiburg.