Rahmenplanung Zähringen

Dokumentation und Ergebnisse

Personen sitzen in einem Raum an kleinen Tisch und tauschen sich aus

Für den Rahmenplan Zähringen sind auch lokales Wissen und Ideen gefragt. Daher werden Akteur*innen vor Ort und Bürger*innen in den Prozess einbezogen.

Online-Beteiligung (19. Februar bis zum 12. März 2026)

Während der Online-Beteiligung haben Bürgerinnen und Bürger Hinweise, Ideen und Orte für den Rahmenplan Zähringen eingebracht. Das Ziel war: Lokales Wissen sichtbar machen und verständlich bündeln. Die über 170 Rückmeldungen zeigen klare Prioritäten für Sport, Freiraum, Nachbarschaft und wohnortnahe Bewegung.

Top-5-Prioritäten der Teilnehmenden

1. Mehr Hallenkapazität und Sanierung bestehender Infrastruktur

  • Bedarf nach 1–3-Feld-Hallen; Sanierung Jahnhalle; bessere Kabinen/Sanitär
  • Gemeinsame Nutzung Schule – Verein – Öffentlichkeit (Shared Use)

2. Aufwertung der zentralen Freiräume

  • Zähringer Park und Platz der Zähringer: mehr Schatten, Sitzgelegenheiten, Wasserstellen
  • Pflege und Aufwertung bestehender Anlagen (z. B. Bolzplätze)

3. Niedrigschwellige Bewegungsangebote im Wohnumfeld

  • Calisthenics-/Fitnessparcours, multifunktionale Bewegungsflächen, kleine Courts
  • Gute Erreichbarkeit zu Fuß und per Rad

4. Soziale Orte stärken

  • Unterstützung ehrenamtlicher Angebote (z. B. „Ziegenwiese“)
  • Treffpunkte für Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren

5. Vereinsinfrastruktur ausbauen

  • Kabinen, Vereinsheim und Funktionsräume erneuern/ergänzen
  • Zusätzliche flexible Flächen prüfen

Räumliche Hotspots

  • TSV-/Jahnhallen-Umfeld: Hallenbedarf, Vereinsinfrastruktur
  • Gärtnerei-/Hügin-Areal: Potenzial für „Bewegungsgarten“ und ggf. Mehrzweckhalle
  • Zähringer Park & Platz der Zähringer: Klimaanpassung, Spiel- und Aufenthaltsqualität

Weitere Ideen aus der Beteiligung (Auswahl)

  • Trinkwasser- und Wasser-Spielpunkte an zentralen Plätzen und im Park (2–3 Stellen)
  • Mehr Sitzgelegenheiten mit Schatten – auch entlang wichtiger Wegeverbindungen
  • Beleuchtung und Sichtbeziehungen verbessern (Sicherheitsgefühl, v. a. für Mädchen/Frauen)
  • Bolz- und Spielplätze zu multifunktionalen Bewegungsräumen qualifizieren
  • Markierte „Aktive Achsen“ (Jogging-/Bewegungsrouten ab ca. 800 m) mit Wegweisung
  • Barrierearme Querungen, taktile Leitstreifen, niveaufreie Übergänge
  • Sauberkeit/Toiletten im Parkumfeld sichern (Betrieb und Pflege mitdenken)
  • Quartiersinitiativen unterstützen und langfristig sichern (z. B. Ziegenwiese)
  • Zusätzliche Kleinfelder/Padel als flexible Ergänzung zum Vereinssport prüfen
  • Entsiegelung von Randparkplätzen zugunsten grüner Aufenthaltsflächen

Alle Beiträge können unter www.mitmachen.freiburg.de eingesehen werden.

Stadtspaziergang (26. März 2026)

Die Teilnehmenden waren die beauftragten Planungsbüros, Schlüsselakteuer*innen aus dem Stadtteil, per Zufall ausgewählten Bürger*innen sowie Mitglieder der Jury und Kolleg*innen der städtischen Fachämter. Ziel war, Eindrücke vor Ort zu sammeln, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und konkrete Hinweise für die weitere Planung aufzunehmen.
 
Die Beiträge spiegeln vielfältige Meinungen aus dem Quartier wider: von sicheren Schul- und Alltagswegen über bedarfsgerechte Bildungs‑ und Sportangebote bis hin zu Fragen der Freiraumqualität, Inklusion, Klimaanpassung und sozialer Infrastruktur. Dabei zeigen sich sowohl gemeinsame Prioritäten (z. B. kurze und sichere Wege, multifunktionale Angebote, Erhalt von Grünflächen) als auch Spannungsfelder (z. B. Flächennutzung vs. Erhalt des Freiraums).
 
Wichtig für die Einordnung: Die dokumentierten Anmerkungen sind ein Teilbaustein der Gesamtbeteiligung und werden in den weiteren Prozess zum Rahmenplan Zähringen integriert. Das bedeutet: Zusammenführung mit Ergebnissen aus den anderen Beteiligungsformaten und Übersendung an die Planungsbüros.
 
Für die vier Stationen am Rundgang wurden vor allem folgende Aspekte beschrieben:

Station 1 – Tullaschule

  • Schulweg & Sicherheit: Zähringer Straße und der Zubringer/B31 sind als große Verkehrsschneisen wahrgenommen. Dringend gewünscht: sichere Querungen, mehr Fuß‑ und Radraum sowie Maßnahmen, die den Schulweg für Kinder deutlich sicherer und kürzer machen.
  • Standortentscheidung: Viele Teilnehmende möchten, dass die Tullaschule am jetzigen Standort bleibt. Ein Verbleib wird mit Blick auf kurze Wege und Verkehrssicherheit bevorzugt — ein Umzug nur bei überzeugender Nachnutzung des jetzigen Geländes.
  • Gebäude & Raumangebot: Es besteht starker Bedarf an mehr Raumkapazität und flexiblen Lernräumen (z. B. für Juniorklassen/Sprachförderung). Vorgeschlagen werden Sanierung und mögliche Aufstockung des Bestands oder ein Neubau mit integrierter Sporthalle (auch mehrgeschossig oder teilweise unterirdisch), damit Außenflächen erhalten bleiben.
  • Entlastung & Übergangslösungen: Zur Entlastung wird geprüft, ob in der Nähe (Güterbahnhofareal) zusätzliche Schulangebote möglich sind. Kurzfristig sind temporäre Containerlösungen denkbar, bis dauerhafte Bau‑ und Planungsmaßnahmen umgesetzt sind.

Station 2 – Sportflächen

  • Vielfalt, Offenheit, Inklusion: Flächen für Schule, Verein und Individualsport – für alle Altersgruppen, auch Nicht‑ Breites Angebot jenseits von Fußball/Handball: Klettern/Bouldern, Fitness, Tanz, Selbstverteidigung. Mehr Raum für Frauen/Mädchen/Transkinder und Parasport, barrierefrei und kostengünstig.
  • Infrastruktur priorisieren: Mehrzweckhalle + Freiflächen Bau einer Mehrzweck-/Multifunktionshalle (vormittags Schule, nachmittags/abends Vereine & Öffentlichkeit). Ergänzend gut nutzbare Freiflächen/Trimm‑Dich‑Angebote; Konflikte zwischen ruhigen und aktiven Nutzungen durch Zonierung/Zeitslots entschä
  • Standorte, Synergien und Betrieb: Hügin‑Areal und TSV Alemannia für Sport stärken; Jahnhalle prüfen/ausbauen (z. B. 3‑Felder‑Halle, Turniere). Belegungsmanagement mit Schulen (7 angrenzende), Vereinen und offenen Gruppen; Räume teilen, Synergiepunkte nutzen, nicht‑kommerzielle Nutzung mitdenken.
  • Freiraum und Erreichbarkeit: Parken ordnen/verlagern (ggf. unterirdisch) und versiegelte Flächen umnutzen/entsiegeln, um mehr Sport‑ und Aufenthaltsräume zu schaffen. Gute, sichere Erreichbarkeit für Fuß- und Radverkehr sicherstellen.

Station 3 – Bürgerhaus, Thermalbad, Hügin Gelände

  • Thermalbad: Wiedereröffnung/Neubau mit verlässlichem Angebot und Sauna; hoher Schwimmbedarf.
  • Jugend: Jatz sichern/ausbauen, niedrigschwellige, sichere Räume; optional psychosoziale Hilfen.
  • Mehrzwecknutzung: Vereinsräume, Kita, Jugendzentrum, zweite Halle (ligatauglich); bezahlbare, barrierefreie Räume.
  • Soziales & Klima: Unterkünfte mitdenken; Freiraum erhalten, energetisch sanieren statt groß versiegeln.

Station 4 – Zähringer Park

  • Erhalt & Weiterentwicklung: Grün schützen, keine Monofunktionen; Schwammstadt, mehr Grün/Wasser.
  • Ausstattung: Toiletten, Trinkbrunnen, Bänke/Schatten, Tische, Grill; Fitness/Tischtennis.
  • Angebote: Großer Wasserspielplatz plus ruhige Zonen (Ziegenwiese, „Park der Sinne“, Abenteuerpfad).
  • Flächen neu ordnen: Versiegelte Vorplätze entsiegeln/umgestalten; Bolzplatz und Zonierung bedarfsgerecht.

Workshop (26. März 2026)

Am Workshop nahmen die Schlüsselakteur*innen und per Zufall ausgewählte Bürger*innen aktiv teil. Die Planungsbüros und einige Vertreter*innen der Ämter waren als Beobachter*innen dabei. Die Jury-Mitglieder nahmen nicht am Workshop teil.  In Kleingruppen arbeiteten Schlüsselakteur*innen und Bürger*innen zu den Themen „Sport und Bewegung“ und „Zusammenhalt und Integration“ zu den folgenden Fragestellungen:  

1. Runde

  • Sport und Bewegung: Welche Orte in Zähringen nutzen Sie aktuell für Sport und Bewegung, sowohl im öffentlichen Raum (z. B. Parks, Plätze, Wege) als auch in Vereinen und wo sehen Sie zusätzliches Potenzial oder Verbesserungsbedarf?
  • Zusammenhalt und Integration: Was wünschen Sie sich grundsätzlich für Zähringen, damit Begegnung, Integration und Zusammenhalt besser gelingen?

2. Runde

  • Was könnte konkret geplant werden, um die Ideen der ersten Runde umzusetzen? (gleiche Fragestellung für beide Themen)
  • Was sind die wichtigsten zwei konkreten Ideen, die Sie den Planungsbüros mitgeben möchten? (gleiche Fragestellung für beide Themen)

Ergebnisse: konkrete Ideen für die Planungsbüros

Die Teilnehmenden erarbeiteten eine Reihe an Ideen, aus denen sie die wichtigsten auswählten und den Planungsbüros vorstellten:

Sport und Bewegung:

  • Beleuchtungen und Wege verbessern, z.B. Weg über alten Friedhof
  • TSV Zukunftsprojekt und Schulcampus
  • Trinkwasserbrunnen/Wasserspielplatz im Zähringer Park
  • Ausbau von überdachten Fahrradständern an Haltestellen auch für neue Bewegungsmittel (Lastenrad, E-Scooter, …)
  • Schwimmbad mit Mehrzweckhalle beim alten Thermalbad (Quelle?)

Zusammenhalt und Integration:

  • Allen Bewohner*innen den Zugang zu Freiflächen und kostenfreien Angeboten ermöglichen, bspw. durch Abbau von Barrieren (besserer Übergang Zähringer Straße)
  • „Quartierszentrum“: offen, für alle, multifunktional, …
  • Quartiersvereinszentrum auf dem Hügin-Areal
  • Tullaschule auf Platz des Thermalbads um Synergien mit TSV Alemannia zu verbessern, Hügin-Gelände für Mehrzweckhalle und Bürgerhaus/Quartierszentrum
  • Mehr Begegnungsorte schaffen: Sitzgelegenheiten, die zur Interaktion einladen, Grillstelle (im Park), Orte für Jugendliche (Lautstärke erlaubt, konsumfrei, zeitlich offen)
  • Reizarme Begegnungsstätten, z.B. Rosengarten: mit Hecken eingrenzen, Labyrinth, „Park“ der Sinne
  • Selbstbestimmte Räume für Jugendliche: Jugendzentrum erhalten, auch zeitlich offen, kostenlos, auch überdachte Räume

Beide Themen betreffend:

  • Begegnungsorte für junge Erwachsene
  • Begegnungsorte für Menschen ohne Kinder und für alle Generationen