Im Augustinermuseum

Schwarzwaldbereich neu präsentiert

Betrachterin an einer Vitrine im Schwarzwaldbereich
Rund 200 Exponate zeigt der neue Schwarzwaldbereich, darunter auch die Brautkrone, ein Symbol der Reinheit. Anhand seiner Größe ersah man den Wohlstand der Brautfamilien.

„Der Schwarzwald ist viel mehr als Kuckucksuhr und Bollenhut“, sagt Kathrin Fischer, die die Präsentation des Schwarzwaldbereichs zusammengestellt hat. Beides ist in den drei komplett neu gestalteten Räumen des Augustinermuseums folglich auch nicht zu sehen – und trotzdem in gewisser Weise präsent.

Ein Ort kultureller Vielfalt

Glücklich aussehende Mädchen in Sonntagstracht auf Blumenwiesen – so oder so ähnlich kennt man den Schwarzwald aus vielen Darstellungen, die mit den wahren Lebensumständen aber wenig gemeinsam haben. „Uns war es wichtig, die Inszenierung zu brechen.“ Laut Kathrin Fischer war das Leben im Schwarzwald auf den weit voneinander entfernten Höfen und mit den langen Wintern vor allem eins: einsam.

Trotzdem oder gerade deswegen ist der Schwarzwald ein Ort gesellschaftlicher Veränderung und kultureller Vielfalt. Traditionelle Handwerke wie Textildruck, Strohflechterei, Glasbläserei oder die weltweit bekannte Uhrenherstellung sind eng mit dem Schwarzwald verbunden – und finden sich reichlich in den drei neu gestalteten Räumen wieder. 

Die Ausstellung versucht dabei deutlich zu machen, dass hinter der prachtvollen „Schönheit und Vielfalt“, wie einer der drei Räume benannt ist, stets harte Arbeit steckte, mit „viel Heimarbeit und viel Kinderarbeit“, erläutert Fischer. Geleistet wurde sie oft in der heimischen Stube rund um den im ersten Raum aufgebauten Herrgottswinkel, meist der einzige beheizte Raum im Haus und damit nicht nur der Mittelpunkt des familiären Lebens, sondern schlicht auch „ein sehr voller Ort“.

82.5000 Besucher*innen seit der Eröffnung

Der dritte und größte Raum, der bislang eine immersive Ausstellung mit vielen digitalen Elementen beherbergte, ist jetzt dem Thema Mobilität gewidmet. Heute unvorstellbar, wie man sich mit dem 34 Kilo wiegenden Eisenfahrrad durch den Schwarzwald bewegen oder in einer schweren Kraxe Uhren und andere Waren über Hunderte von Kilometern tragen konnte. Letzteres lässt sich vor Ort mit zwei Nachbauten ausprobieren – ein Verkaufsschlager wären die unhandlichen Dinger heute sicher nicht.

Insgesamt kann sich das Augustinermuseum mit dem neu gestalteten Schwarzwaldbereich über ein weiteres kleines Highlight freuen, das seinen Beitrag zu den erfreulich guten Besuchszahlen leisten wird. Seit der Eröffnung des vollständig sanierten Hauses Ende Februar sind 82.500 Menschen in das Museum geströmt, obwohl es bislang noch keine Sonderausstellung im Untergeschoss gab.

Erste Sonderausstellung ab Mitte November

Dass es jüngst vom Nachrichtenmagazin Spiegel in einer Reihe von bundesweit 35 empfehlenswerten Ausflugszielen genannt wurde, belegt die überregionale Strahlkraft, die das Museum besitzt.

Wir freuen uns riesig über die Resonanz.

Museumsdirektorin Jutta Götzmann

Damit das so bleibt, arbeitet ihr Team kontinuierlich an der Weiterentwicklung des Museums: von Verbesserungen an der komplexen Wegeführung im Gebäude über Führungen für besondere Zielgruppen bis hin zur ersten Sonderausstellung „Haar – Macht – Lust“, die ab Mitte November die vielfältigen Bedeutungen von Kopf- und Körperhaar in den Blick nehmen wird.

Ein Plus von 50 Prozent

Es bleibt also spannend rund um das Augustinermuseum. Kulturbürgermeister Roland Meder fasst diese Spannung treffend zusammen:

Viele Menschen verstehen erst jetzt, was dieses Haus ist.

Kulturbürgermeister Roland Meder

Und es werden immer mehr: Seit 2022 haben sich die Besuchszahlen in allen Häusern der Museen Freiburg von 240.000 um 50 Prozent auf 360.000 gesteigert.

Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 920 vom 24. Oktober 2026. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!

Veröffentlicht am 23. Oktober 2026