Spitzenposition für Freiburg
Restabfallanalyse

Windeln, Zigaretten oder Katzenstreu: In den Restmüll gehören nur Abfälle, die nicht weiter verwertbar sind. So lassen sich Biomüll, Kunststoffe und Metalle besser recyceln. Das spart Energie, senkt Treibhausgase und schont Ressourcen. Mülltrennung schützt also direkt das Klima. Um zu prüfen, wie gut das gelingt, hat die Stadt 2025 den Freiburger Restmüll genauer untersucht. Die Analyse zeigt, wie er sich zusammensetzt, welche Wertstoffe noch darin landen und wie nah Freiburg den Zielen des neuen Abfallwirtschaftsplans Baden-Württemberg kommt.
Recyclingwunder Biomüll
Das Ergebnis: Freiburg ist auf einem guten Weg. Die Analyse zeigt aber auch: Noch immer landen zu viele organische Abfälle im Restmüll – insgesamt 42 Prozent. Davon könnten vier Fünftel über die Biotonne entsorgt werden. Bei dem verbleibenden Fünftel handelt es sich um verpackte Lebensmittel, die zwar in den Restmüll gehören, aber entpackt auch in der Biotonne besser aufgehoben wären.
Dabei ist Biomüll ein echtes Recyclingwunder: In Freiburgs Vergärungsanlagen entstehen daraus Biogas für Strom und Wärme sowie Kompost für die Landwirtschaft. Landen organische Abfälle stattdessen im Restmüll, werden sie verbrannt – so gehen wertvolle Ressourcen verloren. Den organischen Anteil dominieren vor allem Küchenabfälle. Gartenabfälle spielen dagegen kaum eine Rolle. Das zeigt, dass die bestehenden Sammelangebote gut funktionieren. Die Freiburger*innen nutzen Grünschnittannahmestellen, Schnittgutsammlung, Laubsäcke und Recyclinghöfe sehr zuverlässig.
Besonders erfreulich ist, dass neben organischen Abfällen nur rund zwölf Prozent weitere recyclingfähige Wertstoffe im Restmüll landen. Fünf Prozent entfallen auf Papier und Pappe, drei Prozent auf Glasverpackungen, drei Prozent auf Kunststoffverpackungen, weniger als ein Prozent auf Metallverpackungen und ein Prozent auf Verbundverpackungen. Diese könnten jeweils über etablierte Sammelsysteme erfasst werden.
Klein trennt besser
Die Analyse zeigt, dass das Restabfallaufkommen stark von der Bebauungsstruktur abhängt. In Ein- und Zweifamilienhäusern liegt es bei 63,6 Kilogramm pro Einwohner*in und Jahr, in geschlossenen Mehrfamilienhausbebauungen (Grundstücke ohne beziehungsweise mit geringem Garten- oder Grünflächenanteil) bei 65,9 Kilogramm, in offenen Mehrfamilienhausbebauungen (Grundstücke mit Garten- oder Grünflächenanteil) bei 73,3 Kilogramm und in Großwohnanlagen ab acht Haushalten bei 106,3 Kilogramm. Größere Wohnanlagen weisen damit im Vergleich ein überdurchschnittliches Restabfallaufkommen auf. Hier gibt es bei der Abfalltrennung noch das größte Verbesserungspotenzial.
Auch bei den organischen Abfällen zeigen sich deutliche Unterschiede je nach Wohnform: In Ein- und Zweifamilienhäusern liegt der Anteil im Restmüll bei 35 Prozent – ein Hinweis darauf, dass die Biotonne dort gut genutzt wird. In offenen Mehrfamilienhäusern steigt der Anteil auf 38 Prozent, in geschlossenen Mehrfamilienhäusern auf 40 Prozent und in Großwohnanlagen auf 46 Prozent.
Erstaunlich ist: Nur 32 Prozent des Restabfalls ist tatsächlich „echter“ Restmüll – also Abfälle, die nicht weiter verwertet werden können und in die Restmülltonne gehören. Diese Ergebnisse sind auch im Hinblick auf die Ziele des Abfallwirtschaftsplans Baden-Württemberg wichtig. Dazu gehören unter anderem eine bessere Abfalltrennung und die Förderung des Recyclings.
Wir sind bereits auf einem guten Weg. Trotzdem müssen wir unseren Müll noch besser trennen – also noch mehr richtig sortierten Bioabfall in die Biotonne werfen. Mein großer Dank geht an die vielen Freiburger*innen, die das bereits machen.
Umweltbürger meisterinChristine Buchheit
Fast im Soll
Bis 2030 sollen maximal 25 Kilogramm verwertbare Bioabfälle pro Einwohner*in und Jahr im Restabfall enthalten sein. Freiburg liegt aktuell noch rund drei Kilogramm darüber. Bei den trockenen Wertstoffen beträgt der Zielwert maximal zehn Kilogramm pro Kopf und Jahr, wobei Freiburg diesen mit 10,3 Kilogramm nur knapp überschreitet.
Biomüll hat Potenzial
Damit zeigt die Restabfallanalyse ein insgesamt positives Bild, macht aber gleichzeitig deutlich: Das größte verbleibende Potenzial, um den Restabfall weiter zu reduzieren – das zentrale Ziel des Freiburger Abfallwirtschaftskonzepts –, liegt weiter beim Bioabfall. Die getrennte Sammlung trockener Wertstoffe ist dagegen bereits auf einem sehr hohen Niveau.
Dieser Artikel erschien in der Amtsblattausgabe Nr. 909 vom 25. April 2026.