Leitbild für den Stadtwald

Freiburger Waldkonvention

Waldspaziergänger
Die Freiburger Waldkonvention formuliert Waldfunktionen, Leitbild und Zielsetzungen für den Stadtwald.

Die Wälder der Welt sind in ihren unterschiedlichen Ausprägungen ein unverzichtbarer Teil der Biosphäre und Lebensraum ungezählter Tier- und Pflanzenarten. Wälder selbst und ihre Schutzwirkung zählen weltweit wie regional zu den wesentlichen Lebensgrundlagen des Menschen. 

Während sich die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Stadtwaldbewirtschaftung im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert haben, waren die natürlichen, standörtlichen Bedingungen für das Waldwachstum in der Vergangenheit weitgehend konstant. Mit dem Klimawandel jedoch ist auch der Stadtwald ungekannten, langfristigen und flächenhaften Veränderungen unterworfen und von sich häufenden Schadereignissen bedroht, die die Widerstandsfähigkeit und Regenerationsfähigkeit des Waldökosystems zu überfordern drohen.

Die Waldkonvention ergänzt die forst-, naturschutz- und weiteren rechtlichen Vorgaben sowie die Selbstverpflichtung zur Waldbewirtschaftung nach den Kriterien und Standards des Forest Stewardship Council® (FSC® C021805). Gemeinsam bilden diese Vorgaben den verbindlichen Rahmen für die mittelfristige Bewirtschaftungsplanung, der soganannten Forsteinrichtung, die alle zehn Jahre für den Freiburger Stadtwald neu erarbeitet wird.

Vier Waldfunktionen

Bislang wurden die verschiedenen Leistungen des Stadtwaldes unter dem Dreiklang der Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktion zusammengefasst. Neben seinen ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten  wird dem Stadtwald in Freiburg auch eine Klimaschutzfunktion zugeordnet und gefördert – als eigenständige, vierte und gleichberechtigte Waldfunktion zur Kohlendioxidminderung.

  • Schutzfunktion: Der Wald ist das flächenmäßig bedeutsamste naturnahe Ökosystem der Stadt und spielt für den Erhalt der biologischen Vielfalt in Freiburg eine große Rolle. Neben der Tier- und Pflanzenwelt hat er große Bedeutung für das Klima, den Wasserhaushalt, die Reinhaltung der Luft, die Bodenfruchtbarkeit und das Landschaftsbild.
  • Nutzfunktion: Der Wald hat insbesondere durch die Produktion und Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs Holz wirtschaftlichen Nutzen für die Stadt und die Region.
  • Erholungs- und Sozialfunktion des Waldes: Der Stadtwald stellt einen bedeutsamen Naherholungsraum für die in Freiburg und Umgebung lebenden Menschen dar. Er ist Ort und Objekt waldpädagogischer Angebote und hat in Freiburg große Bedeutung für die Bildung für nachhaltige Entwicklung.
  • Klimaschutzfunktion des Freiburger Stadtwaldes: Der Stadtwald und seine Bewirtschaftung tragen maßgeblich zum Klimaschutz bei, durch die Bindung und Speicherung von Kohlenstoff im Wald und in langlebigen Holzprodukten sowie durch die Vermeidung von Kohlendioxidausstoß durch die energetische und stoffliche Verwendung von Holz.

Der Stadtwald wird so erhalten und bewirtschaftet, dass die vier Waldfunktionen gleichrangig sichergestellt und gefördert werden. Dieses Leitbild erfordert ein differenziertes Vorgehen für einzelne Waldflächen. Sowohl die natürlichen und gesetzlichen Gegebenheiten – wie Schutzgebiete und bestehende Erholungseinrichtungen – werden berücksichtigt, als auch das Potenzial eines jeden Waldbestands für die vier Waldfunktionen: So haben z.B. Wälder mit langer Lebensraumtradition ein besonders großes Potenzial für die Biotopschutzfunktion, zuwachsstarke Wälder für die Klimaschutzfunktion, siedlungsnahe und leicht erreichbare Waldflächen für die Erholungsfunktion, Bestände mit hoher Holzqualität für die Nutzfunktion. Die Gleichrangigkeit der Waldfunktionen bedeutet demnach nicht, in allen diesen verschiedenen Waldflächen das Gleiche zu verfolgen. Vielmehr wird der Stadtwald mit geeigneten Konzepten, Instrumenten und Maßnahmen so bewirtschaftet, dass das Potenzial jedes einzelnen Waldbestands bestmöglich ausgeschöpft wird.

Ziele

  • Dauerhafte Erhaltung des Waldes
  • Erhalt und Förderung der Biodiversität und der weiteren Schutzfunktionen
  • Stabilität durch Vielfalt
  • Nachhaltige Holzproduktion
  • Steigerung der Holzverwendung in langfristigen Produkten, insbesondere im Baubereich
  • Erhaltung und Förderung der Klimaschutzleistung des Stadtwaldes
  • Wald- und Umweltpädagogik im Stadtwald
  • Arbeitsplatz Stadtwald: Arbeitssicherheit und Ausbildungsqualität
  • Der Freiburger Stadtwald als Forschungs-, Lehr- und Untersuchungsobjekt

Die  Freiburger Waldkonvention (2,791 MB) zum Nachlesen.

Kontakt

Forstamt
Wonnhaldestr. 8
79100 Freiburg
Telefon +49 761 2016201
Telefon +49 761 2016202
Mobiltelefon (Wochenendnotfalldienst) +49 175 9322476