Pressemitteilung vom 27. Oktober 2026

Freiburg erinnert an die Novemberpogrome von 1938

  • Gedenkveranstaltung und szenische Lesung am Montag, 9. November

Am Montag, 9. November, erinnert die Stadt Freiburg gemeinsam mit der Israelitischen Gemeinde Freiburg, der Egalitären Jüdischen Chawurah Gescher und der Chabad Lubawitsch Freiburg sowie zahlreichen weiteren Organisationen an die Zerstörung der Freiburger Synagoge vor 88 Jahren und an die Opfer der Novemberpogrome von 1938. Die Gedenkveranstaltung beginnt um 17 Uhr mit einer öffentlichen Versammlung auf dem Platz der Alten Synagoge. Um 18 Uhr folgt eine Gedenkfeier mit einer szenischen Lesung im Winterer-Foyer des Theater Freiburg. Die Teilnahme ist kostenlos. Für die Veranstaltung im Theater ist eine Anmeldung erforderlich.

Bei der Gedenkversammlung spricht zunächst Oberbürgermeister Martin Horn. Anschließend leitet Moshe Haas, Kantor der Israelitischen Gemeinde Freiburg, Gebete an.

Die Gedenkfeier im Theater Freiburg beginnt um 18 Uhr mit Redebeiträgen von Vertreter*innen der Freiburger Jüdischen Gemeinden. Danach zeichnet eine szenische Lesung mit den Schauspielerinnen Janna Horstmann und Stefanie Mrachacz die Ereignisse der Pogromnacht anhand bedeutender Orte der Freiburger Stadtgeschichte nach. Ausgehend vom Wohnhaus des jüdischen Kaufmanns Max Mayer führt sie über das Kornhaus und die Alte Synagoge bis zum Gefängnis, von dem aus jüdische Freiburger*innen in das Konzentrationslager Dachau deportiert wurden. Am Beispiel der Biografie Max Mayers werden die Verfolgung und Deportation sowie die Folgen der nationalsozialistischen Gewalt für die jüdische Bevölkerung Freiburgs deutlich. Musikalisch gerahmt wird die szenische Lesung von Inga Schäfer (Sopran) und Johannes Knapp (Klavier). Sie interpretieren „Kaddisch“ aus Deux Mélodies hébraïques von Maurice Ravel sowie „Wiegenlied“ von Gideon Klein.

Die Teilnahme an der Gedenkversammlung um 17 Uhr auf dem Platz der Alten Synagoge ist ohne Anmeldung möglich. Für die szenische Lesung um 18 Uhr im Winterer-Foyer des Theater Freiburg ist eine Anmeldung ausschließlich über www.freiburg.de/pogromnacht erforderlich.

Hintergrund

Die staatlich organisierten Novemberpogrome vom 9. auf den 10. November 1938 markierten eine weitere Eskalation der nationalsozialistischen Verfolgung jüdischer Menschen. In dieser Nacht wurden deutschlandweit mehr als 1.400 Synagogen, Betstuben und weitere Versammlungsräume zerstört, Tausende Geschäfte und Wohnungen verwüstet sowie jüdische Friedhöfe geschändet. Auch die Freiburger Synagoge neben dem heutigen Kollegiengebäude I der Universität wurde in Brand gesetzt und zerstört. Ab dem 10. November verschleppten Gestapo und SS mindestens 30.000 jüdische Männer in Konzentrationslager. Hunderte Menschen starben infolge der Haftbedingungen oder wurden ermordet.

Veranstalter

Kulturamt der Stadt Freiburg, Israelitische Gemeinde Freiburg, Egalitäre Jüdische Chawurah Gescher, Chabad Lubawitsch Freiburg, Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Freiburg, Deutsch-Israelische Gesellschaft, DGB Stadtverband Freiburg, Dokumentationszentrum Nationalsozialismus Freiburg, Freiburger Hilfsgemeinschaft/Arbeitskreis NS-Euthanasie und Ausgrenzung heute, Freundeskreis Freiburg – Tel Aviv-Yafo, Gegen Vergessen – Für Demokratie, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Nachkommen, Verwandte und Freunde der Mitglieder der ehemaligen israelitischen Gemeinde Freiburg, Roma-Büro Freiburg, Rosa Hilfe Freiburg, Sinti-Verein Freiburg, Stolperstein-Projekt Freiburg, SWR Studio Freiburg und Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten.
Kooperationspartner ist das Theater Freiburg.

Veranstaltungshinweis:

Im Rahmen der Ökumenischen FriedensDekade 2026 findet ein Gedenkweg von der Gedenktafel an der Hebel-Schule zum Platz der Alten Synagoge statt. Beginn ist um 16 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Veranstalter ist die Evangelische Kirche in Freiburg.

Veröffentlicht am 27. Oktober 2026