Grundschule in der Wiehre
Turnseeschule bald barrierefrei

An der Turnseeschule hat die Verwaltung die Fassade samt Fenster saniert, außerdem bekommt die die Schule einen Aufzug und wird so barrierefrei.
Gebäude unter Denkmalschutz
„Eine reine Sommerbaustelle ist das hier allerdings nicht“, erklärt Baubürgermeister Martin Haag zu Beginn des Rundgangs. Denn: Die Arbeiten an der Turnseeschule haben im Frühjahr begonnen und werden voraussichtlich Ende Januar 2027 beendet sein – pünktlich zum 125-jährigen Jubiläum der einstigen Mädchenschule, die inzwischen eine Grundschule ist. Außerdem stellt sie einen Teil ihrer Räume der Musikschule zur Verfügung.
Das 1902 erbaute Gebäude stehe unter Denkmalschutz, erklärt Sarah Höfler, Produktmanagerin beim IMF. „Die Schule ist schon typisch Wiehre – und das gilt es für uns zu bewahren. Hier gilt es, schulische Bedarfe und Denkmalschutz unter einen Hut zu bringen.“ Die meisten der insgesamt 16 Bauabschnitte finden bei laufendem Schulbetrieb statt, was überaus gut funktioniere, ergänzt Projektleiter Roman Schneider. Einzig die besonders lauten Arbeiten habe man in die Ferien gelegt – doch dazu später.
Neue Fenster schützen besser vor Hitze
Zunächst zeigt Schneider auf die Fassade: Hier wurden Abplatzungen an Sandsteinflächen ausgebessert, Risse im Putz verschlossen sowie lose Putzstellen abgetragen und neuer Putz aufgetragen. Zum Schluss wird noch gestrichen. Außerdem werden die alten, aber immer noch sehr guten Holz-Alu-Fenster saniert: Sie bekommen neue Dichtungen und Scheiben mit Zweifach-Verglasung, manche von ihnen – an Stellen, wo sich keine Raffstores anbringen lassen – eine Sonnenschutzverglasung oder eine Hitzeschutz-Folie.
Im Inneren der Schule ist von Sanierung erst mal gar nichts zu erkennen: Es wuselt auf den Gängen, fröhliches Plappern und Kindergeschrei überall. Am Ende des Ganges findet sich eine Holztür, „Baustelle. Betreten verboten“, steht darauf. „Jetzt gehen wir in eine andere Welt“, kündigt Bürgermeister Haag an – und tatsächlich: Unmittelbar hinter der Tür befindet sich die Baustelle, in einem mit Backsteinen gemauerten Raum.
Schule wird komplett barrierefrei
„Hier kommt der Aufzug hin.“ Projektleiter Schneider deutet auf ein großes quadratisches Loch in der Decke, das – naturgemäß mit viel Lärm – in den Sommerferien entstand. Der Aufzug wird sowohl in den Keller als auch ganz nach oben ins Dachgeschoss fahren, wo eine Toilette barrierefrei ausgebaut wird – nutzbar auch für Veranstaltungen der Musikschule. „Das macht die Schule dann komplett barrierefrei“, so Schneider.
Seine Kollegin Höfler listet die Kosten auf: 2,3 Millionen Euro für die Fassadensanierung inklusive Fenster sowie Arbeiten am Dach und weitere 1,1 Millionen Euro für den Aufzug und die Toiletten im Inneren. Macht 3,4 Millionen Euro insgesamt, dafür erhält die Stadt Fördermittel in Höhe von 714.000 Euro.
Alte, aber gute Substanz
„Die Schule ist schon ein paar Tage alt“, sagt Bürgermeister Haag zum Abschluss. „Aber sie hat eine gute Bausubstanz und lässt sich insofern gut und mit verträglichem Aufwand sanieren. Wir gehen mal davon aus, dass sie bei den Sommerbaustellen in den nächsten 30 Jahren nicht mehr auftauchen wird.“
Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 919 vom 10. Oktober 2026. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!