Aufgaben und Kooperationen

Kommunale Kriminalprävention in der Praxis

Blick vom Schlossberg auf Freiburg bei Nacht

Die Kommunale Kriminalprävention arbeitet zu vielen Themen gleichzeitig und richtet ihre Schwerpunkte danach aus, was vor Ort gerade gebraucht wird. Weil sich Situationen schnell ändern können, bleibt ihr Aufgabenfeld bewusst offen. Entscheidend ist, dass alle beteiligten Stellen gut zusammenarbeiten – nur so verbessern sich Sicherheit und Sicherheitsgefühl spürbar.

Im eigenen Amt ist die KKP dafür eng mit wichtigen Partner*innen vernetzt: dem kommunalen Quartiersmanagement, dem Kontaktnetz Straßensozialarbeit, dem Seniorenbüro mit Pflegestützpunkt, der kommunalen Suchtprävention und der Koordinationsstelle für Alkoholpolitik. Dazu kommt PräRIE, ein gemeinsames Projekt des Arbeitskreises Suchthilfe und der Stadt, das sich speziell um Alkohol- und Gewaltprävention kümmert.

Handlungsfelder

Gewaltprävention

Wesentliche Aufgabe der KKP ist die Gewaltprävention. Daher beauftragte der Gemeinderat 2019 die Verwaltung mit der Erarbeitung eines umfassenden präventiven Gewaltschutzkonzeptes für Freiburg (Beschlussvorlage: G-25/001).

Zentrale Grundsätze
  • Demokratie leben
  • Sicherheitsgefühl stärken
  • Deeskalieren
  • Schutzfaktoren stärken und Risikofaktoren minimieren
Zentrale Handlungsfelder
  • Prävention sexualisierter und häuslicher Gewalt (Umsetzung Istanbul-Konvention)
  • Sicherheit im öffentlichen Raum
  • Erhöhung von sozialer Chancengerechtigkeit
  • Prävention von Hassgewalt, Radikalisierung und demokratiefeindlichen Tendenzen
  • Prävention von Gewalt gegen Kinder und Jugendliche sowie von Jugendgewalt
  • Prävention von digitaler Gewalt
  • Prävention von Ausbeutung und Menschenhandel

Der erste Schwerpunkt des Gewaltschutzkonzept ist die Umsetzung der Istanbul-Konvention. Daher startete im Oktober 2022 in Zusammenarbeit mit der Frauenbeauftragten, der Freiburger Fachstelle Intervention gegen häusliche Gewalt (FRIG) und Frauenhorizonte gegen sexuelle Gewalt e. V. ein Beteiligungsprozess zur Erarbeitung vielfältiger Maßnahmen. Seit 2025 gibt es den ersten Aktionsplan, um bestehende Angebote enger miteinander zu vernetzen, weiterzuentwickeln und Lücken im Hilfesystem zu schließen. 

Prävention von häuslicher Gewalt

Die Freiburger Fachstelle Intervention gegen häusliche Gewalt (FRIG) ist Teil der KKP. Ihr Arbeitskonzept besteht darin, dass alle mit Häuslicher Gewalt befassten Institutionen (Polizei, Justiz, Kommunaler Sozialer Dienst, Frauenhaus etc.) zusammenarbeiten und ihre Interventionen aufeinander abstimmen. Der Runde Tisch von FRIG gilt als zentrales Kooperations- und Entscheidungsgremium. Zudem arbeiten Fachkräfte in drei Fachgruppen zu den Themenschwerpunkten „Frauen und Kinder“, „Polizei und Justiz“ und „Täter*innenarbeit“. Bei Bedarf gibt es zeitlich begrenzte Arbeitsgruppen zu speziellen Aspekten. Die KKP bringt sich auch hier aktiv ein.

Arbeit mit gewaltausübenden Personen als Gewaltprävention

Um geschlechtsspezifische Gewalt nachhaltig einzudämmen, schließen Präventionsansätze auch Interventionen mit Personen ein, die Gewalt ausüben oder androhen. Die KKP begleitet fachlich diese Arbeit im Sinne des Opferschutzes und ist Mitglied im Beirat des Projekts gegen-gewalt-tätig. Dieses seit 2019 bestehende Projekt des Bezirksvereins für soziale Rechtspflege bietet erwachsenen Täter*innen aus dem Bereich häuslicher Gewalt bzw. Partner*innengewalt und öffentlicher Gewalt ein umfassendes Beratungs- und Kriseninterventionsangebot sowie Anti-Gewalt-Trainings. Im Rahmen des ersten Aktionsplans zur Umsetzung der Istanbul-Konvention werden Maßnahmen der Täter*innenarbeit in Freiburg weiter ausgebaut: So nimmt ab dem 1. Januar 2026 unter dem Dach des Bezirksvereins das neue Projekt „Spurwechsel“ für die Arbeit mit Täter*innen aus den Deliktsbereichen Stalking und sexualisierte Gewalt seine Präventionsarbeit auf.

Radikalisierungsprävention im Bereich von gewaltbereitem Salafismus

Die KKP ist Mitglied des Fachbeirats der Beratungsstelle Wegberater – Anlaufstelle Salafismus. Die kommunale Anlaufstelle wurde 2019 gegründet und ist im Amt für Migration und Integration angesiedelt. Sie bietet Ratsuchenden Beratung zum Thema salafistische Radikalisierung, unterstützt Deradikalisierung und leistet Aufklärungsarbeit in Bezug auf Radikalisierungsprozesse.

Beratung von Projekten zur Gewaltprävention und Förderung von Zivilcourage

Um das friedliche Miteinander in Freiburg zu fördern, arbeitet die Kriminalprävention eng mit dem 2002 gegründeten Verein Sicheres Freiburg zusammen und bringt sich als beratendes Mitglied in dessen Vorstand ein. Der Verein und die KKP beraten beispielsweise bei der Konzeption und Umsetzung von Projekten zur Gewaltprävention. Sicheres Freiburg bezuschusst außerdem Projekte von Schulen, Gruppen und Institutionen, die diese Prävention zum Ziel haben. Nähere Informationen gibt es hier.

Gemeinsam setzen sie sich auch für die Förderung von Zivilcourage ein. So bietet Sicheres Freiburg z.B. Kurse zur Zivilcourage an und ehrt regelmäßig einzelne Menschen aus Freiburg, die im Alltag couragiertes Handeln gezeigt haben (siehe auch hier).

Sicherheitspartnerschaft

Im Rahmen der Partnerschaft „Sicherer Alltag“, die zwischen der Stadt Freiburg und dem Land Baden-Württemberg geschlossen wurde, begleitet die KKP aktuelle Prozesse. Durch die Mitarbeit in der Sicherheitspartnerschaft werden zudem präventive und repressive Maßnahmen miteinander abgestimmt und verbunden. Zusammen entstehen so konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der objektiven Sicherheit und des Sicherheitsempfindens.

Konfliktbelastete Themen im öffentlichen Raum

Innerhalb der Stadtverwaltung werden konfliktbelastete Themen im Arbeitskreis „Interessenkonflikte im öffentlichen Raum“ bearbeitet. Diesen koordiniert das Kommunale Konfliktmanagement des Amtes für öffentliche Ordnung. Die KKP bringt in den Arbeitskreis gemeinsam mit dem Garten- und Tiefbauamt regelmäßig das Thema „Angsträume“ ein.

Städtebauliche Prävention und Reduzierung von Angsträumen

Wenn Menschen bestimmte Orte meiden, weil sie sich dort unsicher fühlen, schränkt das ihre Teilhabe am öffentlichen Leben ein. Solche „Angsträume“ entsprechen oft nicht den tatsächlichen polizeilichen Gefahrenlagen – werden aber dennoch gemieden.

Städtebauliche Kriminalprävention setzt darauf, durch kluge Planung und gute Gestaltung von Räumen, Straftaten vorzubeugen und das Sicherheitsgefühl zu stärken – auch in bestehenden Wohngebieten. Je nach Anlass arbeitet die KKP dabei mit Polizei, Garten- und Tiefbauamt und weiteren Fachstellen zusammen. Nach Plananalysen und gemeinsamen Rundgängen vor Ort entstehen Empfehlungen, wie Orte sicherer werden können. Wer ein Bau- oder Umbauprojekt kriminalpräventiv begleiten lassen möchte, kann sich direkt an die KKP (kriminalpraevention@freiburg.de bzw. 0761 201-4880) oder an das Präventionsteam des Polizeipräsidiums (Freiburg.pp.praevention@polizei.bwl.de bzw. 07641 582-300) wenden.

Um diese Stellen aufzuspüren und Lösungen zu finden, organisiert die KKP jedes Jahr gemeinsam mit Quartiersarbeit, Bürgervereinen, Polizei, Ordnungsamt und weiteren Partnern Sicherheitsbegehungen in den Stadtteilen. Auch Runden Tische und ähnliche Formate helfen dabei, das Sicherheitsgefühl zu stärken und Gewalt vorzubeugen. Mehr dazu hier.

Vorgehen gegen illegale Graffiti

Im Juli 2019 startete die Initiative „Kooperation gegen illegale Graffiti Freiburg“, um gemeinsam Strategien im Umgang mit unerlaubten Graffitis zu entwickeln. Koordiniert wird die Initiative von der KKP. Interessierte, auch private Grundstücksbesitzer*innen, können jederzeit mitmachen: graffiti@freiburg.de.

Die Kosten für die Entfernung illegaler Graffitis an städtischen Gebäuden schwanken jährlich. Für die praktischen Arbeiten werden die gemeinnützige Freiburger Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft mbH (f.q.b. gGmbH) oder Malerfachfirmen beauftragt. Graffitischäden an städtischen Objekten können direkt an graffiti@freiburg.de gemeldet werden. Weitere Informationen zum Vorgehen im Schadensfall stehen hier.

Sicher unterwegs

Die KKP, das Polizeipräsidium und die Freiburger Verkehrs AG (VAG) arbeiten eng zusammen, um Sicherheit im öffentlichen Raum zu stärken. Die VAG setzt dabei auf videoüberwachte Fahrzeuge und geschultes Personal, das im Notfall direkt die Leitstelle kontaktieren kann. An Wochenenden und vor ausgewählten Feiertagen fährt der Nachtverkehr, der sogenannte „Safer Traffic“. Zusätzlich sorgt das Frauennachttaxi dafür, dass besonders Frauen sicher unterwegs sind und vor Gewalt geschützt werden. Auch die Kampagne „nachtsam. Mit Sicherheit besser feiern“ trägt dazu bei, dass das Nachtleben sicherer wird.

Kontakt

Kommunale Kriminalprävention
Fehrenbachallee 12
79106 Freiburg
Telefon +49 761 201-4880
Fax +49 761 201-3113

Kampagne für mehr Sicherheit

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