Pressemitteilung vom 3. November 2026
25 Jahre Festveranstaltung zum bürgerschaftlichen Engagement
- OB Martin Horn dankt im Namen der Stadt engagierten Bürgerinnen und Bürgern für ihren beispielhaften Einsatz
- Städtische Ehrungen für Greta Waltenberg, Carsten Kallischko, Tom Fuhrmann, die Initiative Foodsharing, das Hospiz Karl Josef und die Jugend Günterstal
- Der AOK-Gesundheitspreis geht an die Step-Stiftung, der Wilhelm-Oberle-Sozialpreis an Obdach für Frauen (OFF), der Preis der Prediger-Stiftung für junges Engagement an Kolja Lingsma und der Preis der Sparkasse Freiburg Nördlicher Breisgau für langjähriges Engagement an Hannelore Haag
Seit 25 Jahren würdigt die Stadt Freiburg die Leistungen freiwillig engagierter Bürgerinnen und Bürger – in diesem Jahr unter dem Motto „Engagement wirkt“. Partner der diesjährigen Festveranstaltung am Dienstagabend mit 300 Vertreterinnen und Vertretern bürgerschaftlicher Gruppierungen waren die Sparkasse Freiburg Nördlicher Breisgau, das Landesministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit und das E-Werk, in dem das Fest auch stattfand.
Oberbürgermeister Martin Horn und Sozialbürgermeister Roland Meder konnten stellvertretend für die vielen Engagierten in Freiburg drei Personen und drei Initiativen ehren. Die Einzel-Ehrungen gingen an Greta Waltenberg, Carsten Kallischko und Tom Fuhrmann. Von den zahllosen Projekten wurden diesmal die Initiative Foodsharing, das Hospiz Karl Josef und die Jugend Günterstal ausgezeichnet. Über 100 Vorschläge waren in diesem Jahr eingereicht worden, so dass die Jury unter Leitung von Bürgermeister Meder keine einfache Aufgabe hatte. Neu ist, dass die Fritz Munder Stiftung in die Preisverleihung miteinbezogen wird.
Außerdem wurden vier Sonderpreise vergeben. Der AOK-Gesundheitspreis für präventives gesundheitliches Engagement ging an die Step-Stiftung, der Wilhelm-Oberle-Preis für soziales Engagement an die Initiative Obdach für Frauen (OFF), der Preis der Prediger-Stiftung für Junges Engagement an Kolja Lingsma und der Preis der Sparkasse Freiburg Nördlicher Breisgau für langjähriges Engagement an Hannelore Haag.
„Bürgerschaftliches Engagement ist ein Grundpfeiler unseres Zusammenlebens in Freiburg. Seit nunmehr 25 Jahren zeichnet die Stadt Freiburg engagierte Bürgerinnen und Bürger für ihren besonderen Einsatz für das Gemeinwohl aus. Wer sich ehrenamtlich einsetzt, stärkt gerade auch auf lokaler Ebene den sozialen und demokratischen Zusammenhalt“, betonte OB Horn bei der Ehrung. „Dank ihrer lebendigen Vielfalt bietet unsere Stadt viele Möglichkeiten, um Erfahrungen und Kompetenzen kreativ einzubringen. Davon profitieren wir alle, es macht unsere Stadt reich und lebenswert.“
Zu den geehrten Personen und Projekten
AOK-Gesundheitspreis für die Step-Stiftung
Die Step-Stiftung leistet seit 2004 einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander in Freiburg. Als verlässliche Akteurin an der Schnittstelle von Bildung, Bewegung und sozialer Teilhabe erreicht sie Kinder und Jugendliche dort, wo Unterstützung besonders wirksam ist: in Schulen, Quartieren, auf Bolzplätzen und in Unterkünften für geflüchtete Menschen. Besonders ist ihr Ansatz: Sport und Bewegung als Mittel für Bildung, Begegnung und persönliche Entwicklung zu nutzen. Beim Kick-Mobil entsteht auf dem Bolzplatz ein offener Raum, in dem Kinder gemeinsam spielen, Regeln aushandeln, Verantwortung übernehmen und erleben, dass ihre Ideen zählen. Seit 2020 wurden dort über 10.400 kostenfreie Teilnahmen ermöglicht. Im Projekt „Trail Heldinnen“ erhalten Mädchen mit Fluchterfahrung durch Mountainbiken Zugang zu neuen Bewegungsräumen, stärken ihr Selbstvertrauen und erleben Gemeinschaft außerhalb gewohnter Strukturen. So ergänzt die Step-Stiftung Schul- und Vereinsangebote bedarfs- und zielgruppenspezifisch und bringt wöchentlich mehr als 150 Kinder und Jugendliche in Bewegung.
Wilhelm-Oberle-Sozialpreis an Obdach für Frauen OFF
Der Verein OFF Freiburg – Wir helfen Frauen in Not macht seit 1995 etwas sehr Seltenes: Er hilft Frauen in schwierigen Lebenslagen mit Herz, Praxiswissen und einer klaren Haltung – und tut das über Jahrzehnte hinweg. Besonders beeindruckt, dass hier nicht nur „gehelpert“, sondern wirklich zusammengeholfen wird – von Frauen für Frauen, ehrenamtlich, engagiert und mit viel Respekt. Hervorzuheben ist auch die Nachhaltigkeit im Alltag: Die Boutique LeSac ist ein soziales Projekt, dass sich seit 2006 immer weiterentwickelt hat. In einem Keller im Sedanviertel werden Secondhand‑Kleidung und gebrauchte Waren verkauft. Vieles bekommt ein zweites Leben, und das Geld aus den Verkäufen wird direkt für Frauen in Notlagen eingesetzt. Diesen Frauen gewährt OFF zinslose Kredite, mit denen sie Engpässe überbrücken, Ausbildungen finanzieren, Wohnungen einrichten und vieles mehr. Die Kredite werden von den Frauen dann in kleinen Raten zurückbezahlt. So entsteht ein schöner Kreislauf aus Umwelt‑, Sozial‑ und Frauenförderung. Die Frauen, die OFF ehrenamtlich führen, arbeiten mit viel Empathie, Sturkopf und Herzenssache – oft ohne viel Lob, aber mit großer Wirkung.
Prediger-Stiftung „Preis für Junges Engagement“ für Kolja Lingsma
Mit gerade einmal 17 Jahren bringt Kolja Lingsma bereits seit vielen Jahren Zeit, Energie und Verantwortung in ganz unterschiedliche Bereiche ein. Seinen Einsatz für Klimagerechtigkeit begann er 2019 bei Fridays for Future. Seitdem organisiert er Aktionen, beteiligt sich an politischen Kampagnen und setzt sich für mehr Klimaschutz und generationengerechte Politik ein.
Seit 2021 engagiert er sich außerdem in der Jugend des Alpenvereins und vertritt dort junge Menschen nicht nur in der Freiburger Sektion, sondern auch auf Landes- und Bundesebene. Seit 2022 ist er im Stadtjugendring aktiv, zunächst als Delegierter, seit Herbst 2023 als Vorstandsmitglied.
2025 übernahm Kolja Lingsma zusätzlich Verantwortung als Mitorganisator der LCOY, der größten deutschen Klimakonferenz von Jugendlichen. Im selben Jahr vertrat er Jugendperspektiven bei der Weltklimakonferenz COP30 und setzte sich mit internationalen Jugendnetzwerken wie YOUNGO und NEYCA für mehr Beteiligung junger Menschen in klimapolitischen Entscheidungsprozessen ein. Auch bei Formaten wie „Qual der Wahl“ engagiert er sich für politische Bildung und demokratische Beteiligung
„Preis für langjähriges Engagement“ der Sparkasse Freiburg für Hannelore Haag
Hannelore Haag engagiert sich seit 1966 und damit seit 60 Jahren ununterbrochen ehrenamtlich im Deutschen Roten Kreuz. In dieser außergewöhnlich langen Zeit übernahm sie nahezu alle bedeutenden Leitungs- und Führungsfunktionen auf Orts-, Kreis- und Landesebene, darunter als Bereitschaftsleiterin, Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Freiburg, Kreisbereitschaftsleiterin sowie Landesbereitschaftsleiterin des DRK-Landesverbandes Baden. Seit 1989 gehört sie dem Aufsichtsrat des DRK-Kreisverbands an und bringt dort bis heute ihre langjährige Erfahrung und fachliche Kompetenz ein. Auch nach dem Ende ihrer Führungsämter engagiert sie sich mit großem Einsatz in verschiedenen Ausschüssen und Gremien und gestaltet die Verbandsarbeit aktiv mit.
Daneben leistete Haag über Jahrzehnte hinweg einen herausragenden Beitrag im Bevölkerungsschutz und bei humanitären Einsätzen. Bei vielen Großschadens- und Betreuungslagen übernahm sie Verantwortung. Insbesondere spielte sie während der Flüchtlingsbewegungen der 1980er-Jahre sowie der DDR-Flüchtlingsbewegung 1989 eine tragende Rolle bei der Organisation, Versorgung und Betreuung der ankommenden Menschen und der Koordination der ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Ihr jahrzehntelanges, weit über das übliche Maß hinausgehendes Engagement hat die Arbeit des DRK in Freiburg und darüber hinaus nachhaltig geprägt und stellt ein herausragendes Lebenswerk in den Diensten des Gemeinwohls dar.
Preise der Stadt Freiburg, 2026 finanziert durch die Fritz Munder Stiftung: Greta Waltenberg
Greta Waltenberg engagiert sich mit Tatendrang und außergewöhnlicher Ausdauer in Freiburg für zentrale gesellschaftliche Anliegen: für Klimaschutz, Demokratie, gerechte Arbeitsbedingungen, soziale Teilhabe sowie die Interessen von Kindern und Jugendlichen. Ihr ehrenamtliches Engagement begann in Rheinland-Pfalz, wo sie sich von 2020 bis 2022 bei der BUND-Jugend in der Landesjugendleitung einbrachte. Nach ihrem Abitur engagierte sie sich bei „Fridays for Future“ (FFF) Deutschland und war dort Mitglied der Kampagnen-AG sowie als Sprecherin aktiv. Nach ihrem Umzug nach Freiburg setzte sie ihr Engagement für Klimaschutz und gesellschaftliche Veränderung konsequent fort. Bei FFF Freiburg wirkt sie maßgeblich an der Organisation von Großdemonstrationen mit und sucht aktiv den Dialog mit politischen Entscheidungsträger*innen. Ihre Erfahrungen in der Kampagnen- und Öffentlichkeitsarbeit bringt sie zudem in die DGB-Jugend ein, wo sie sich für soziale Gerechtigkeit sowie bessere Unterstützung von Menschen in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten einsetzt. Seit September 2023 war Greta Waltenberg stellvertretende Vorsitzende des Stadtjugendrings, seit September 2025 ist sie dessen erste Vorsitzende. Besonders hervorzuheben ist auch ihr Engagement bei der Veranstaltung „Qual der Wahl“, einer von Jugendvereinen initiierten Podiumsdiskussion zur politischen Bildung.
Carsten Kallischko
Carsten Kallischko bereichert die Stadtgesellschaft seit nahezu 30 Jahren durch sein vielfältiges Engagement bei der Straßenzeitung „Frei(e)bürger“. Besonders hervorzuheben ist seine seit sechs Jahren kontinuierlich erscheinende Artikelserie „900 Jahre Armut in Freiburg“, die er ehrenamtlich verfasst. Mit großer Sorgfalt recherchiert er die Geschichte der Armut aus einer besonderen Perspektive und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur. Mit seiner Arbeit macht er sichtbar, was in historischen Darstellungen wenig Beachtung findet: die Lebensrealitäten von Menschen am Rand der Gesellschaft und die Geschichte „von unten“. Monat für Monat vermittelt er fundiertes Wissen, eigene Erfahrungen und gesellschaftliche Zusammenhänge. Dadurch schafft er ein tieferes Verständnis für soziale Entwicklungen in der Stadt.
Tom Fuhrmann
Tom Fuhrmann engagiert sich seit mehreren Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr Freiburg in den Abteilungen 08 (Stühlinger) und 09 (Lehen). Trotz seines jungen Alters zählt er zu den einsatzstärksten Mitgliedern der Abteilung 08. Unabhängig davon, ob ein Einsatz spektakulär erscheint oder nicht – wenn der Melder alarmiert, ist er zuverlässig zur Stelle. Sein Engagement geht jedoch weit über den Einsatzdienst hinaus. Er wirkt im Social-Media-Team der Freiwilligen Feuerwehr mit, engagiert sich im Co-Working-Projekt und übernimmt in mehreren Abteilungen die Betreuung neuer Mitglieder. Besonders hervorzuheben ist die von ihm konzipierte und geleitete Ausbildungsreihe „Brandbekämpfung Basics“. Dabei investiert er nicht nur viele Stunden in die Durchführung, sondern auch in die Vorbereitung der Ausbildungsinhalte und steht den Teilnehmenden jederzeit als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung. Tom Fuhrmann vermittelt sein umfangreiches Fachwissen mit Geduld, Ruhe und Wertschätzung. Er schafft eine offene Lernatmosphäre, in der jede Frage willkommen ist, und trägt maßgeblich dazu bei, dass sich neue Mitglieder schnell integrieren und langfristig für die Freiwillige Feuerwehr begeistern. Selbst neben Beruf und Auslandssemester räumt Fuhrmann seinem ehrenamtlichen Engagement einen hohen Stellenwert ein.
Verein Foodsharing
Seit 2013 setzt sich Foodsharing Freiburg niedrigschwellig und inklusiv für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln ein. Das geschieht durch Lebensmittelrettung bei Kooperationsbetrieben, durch Bildungsprojekte (etwa an Schulen), Workshops, öffentlichkeitswirksame Aktionen, Informationsmaterialien und lokales und bundespolitisches Engagement. Die geretteten Lebensmittel werden kostenlos und ehrenamtlich an die Allgemeinheit weitergegeben. Darüber hinaus schaffen die gemeinsamen Aktionen und das Teilen der Lebensmittel Raum für Begegnungen: Es entstehen neue Verbindungen, Freundschaften und ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl. Die positiven Effekte von mehr Lebensmittelwertschätzung sind vielseitig. Weniger Müll und dafür eine effizientere Nutzung der Lebensmittel führen zu Einsparungen von Anbauflächen; es braucht weniger Pestizide und Düngemittel, weniger Wasser und Energie, und es werden weniger Tiere unnötig geschlachtet.
Hospiz Karl Joseph
„Den Tagen mehr Leben geben“, lautete der Leitgedanke von Cicely Saunders, der britischen Krankenschwester, auf die die Hospizbewegung zurückgeht. Dieser Philosophie folgt auch das Team des Hospizes Karl Josef um Leiterin Schwester Miriana Fuchs. Das Team der ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden feierte gemeinsam mit der Gründerfamilie Leibinger, dem Mitbegründer Helmut Schillinger, dem Caritasverband Freiburg-Stadt als neuem Gesellschafter sowie 170 geladenen Gästen das 25-jährige Bestehen dieser besonderen Einrichtung für Menschen am Lebensende. Das Hospiz Karl Josef leistet seit vielen Jahren einen herausragenden Beitrag für das Gemeinwohl in Freiburg. Die haupt- und ehrenamtlich Engagierten begleiten Menschen in ihrer letzten Lebensphase mit außergewöhnlicher menschlicher Zuwendung, fachlicher Kompetenz und großer Sensibilität. Sie schaffen einen Ort, an dem Würde, Nähe und Selbstbestimmung bis zuletzt erfahrbar bleiben – für die Gäste ebenso wie für ihre Angehörigen.
Jugend Günterstal
In Günterstal läuft die Jugendarbeit seit Jahrzehnten ausschließlich ehrenamtlich über die JG (Jugend Günterstal). Neben den wöchentlichen Gruppenstunden für verschiedene Altersstufen, von der 3. Klasse bis zum offenen Treff ab der 10. Klasse, bietet die JG regelmäßig Freizeiten an, einwöchige Sommerlager, mehrtägige Herbst- und Frühjahrsfreizeiten. Die ehrenamtlichen Gruppenleitungen übernehmen schrittweise Verantwortung und werden gezielt auf ihre Aufgaben vorbereitet. Viele von ihnen verfügen über eine Jugendleiter-Card (Juleica), eine Schutzschulung, ein erweitertes Führungszeugnis sowie eine Erste-Hilfe-Ausbildung. Für ihre Aktivitäten steht der Jugend ein Gruppenraum der katholischen Kirchengemeinde Liebfrauen zur Verfügung. Im Gegenzug engagieren sich die Jugendlichen aktiv im Gemeindeleben, gestalten Jugendgottesdienste mit und wirken bei Veranstaltungen und Aktionen der Gemeinde mit. Das Jahresprogramm wird durch zahlreiche Aktivitäten ergänzt, von Fußballturnieren, Casinoabenden, Kinderpartys, Spieleabenden bis zu Ausflügen. So leistet die Jugend Günterstal ein wichtiges Angebot für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.