36,7-Millionen-Euro-Projekt startet
Hauptbahnhof wird barrierefreier

Bis Ende 2028 wird der Freiburger Hauptbahnhof barrierefrei umgebaut. Mit künftig zwei Aufzügen pro Bahnsteig können sich Reisende auf einen Standard freuen, den nur wenige Bahnhöfe in Deutschland bieten.
Arbeiten an Unterführungen und Bahnsteigen
Konkret wird die Bahn in den kommenden knapp zweieinhalb Jahren die bestehende nördliche Unterführung bis in den Stühlinger verlängern und mit fünf neuen Aufzügen alle Bahnsteige barrierefrei anschließen. Außerdem werden die Bahnsteige 3, 4 und 5 in der Höhe so angepasst, dass der Einstieg in die Züge einfacher und vielerorts nahezu stufenfrei möglich ist.
Neue Dächer mit zeitgemäßer Beleuchtung steigern auf diesen Bahnsteigen den Komfort. Dazu kommen noch eine neue Bahnsteigausstattung, ein Blindenleitsystem und angepasste Treppen.
Abbau von Barrieren hat hohen Stellenwert
Die Bedeutung des Projekts für den Bahnverkehr, aber auch für die Stadt und die Region ließ sich auch an der Zahl anwesender Entscheidungsträger*innen ablesen: Die neue Landesverkehrsministerin Nicole Razavi, diverse Abgeordnete von Bundestag, Landtag und Gemeinderat und nicht zuletzt der aktuelle Oberbürgermeister Martin Horn und sein Vorgänger Dieter Salomon wollten dabei sein, als der offizielle Startschuss für das lang geplante Großprojekt fiel.
„Es hat lange gedauert, aber das Warten wird sich lohnen.“ Mit diesem Satz fasste Michael Groh, Leiter des Regionalbereichs Südwest der Bahntocher „DB InfraGo“, die Gefühlslage treffend zusammen. Verkehrsministerin Razavi betonte in ihrer kurzen Ansprache, dass der Abbau von Barrieren „für das Land einen sehr hohen Stellenwert“ habe. „Das macht den Bahnhof für viele überhaupt erst nutzbar.“ Zugleich wagte sie einen Blick in die Zukunft und machte den Anhängern einer direkten Bahnverbindung ins Elsass Hoffnung: „Wir geben auch das Projekt Freiburg-Colmar nicht auf.“
Moderne Mobilität geht nur barrierefrei
OB Horn bezeichnete Freiburg als „nachhaltigkeits- und mobilitätsverliebte Stadt“. Mit Blick auf die jahrelangen Verhandlungen dankte er seinem Vorgänger und den Vertreter*innen der Initiative Bahnhof ohne Barrieren (BoB). Man habe viele Jahre geplant und verhandelt, damit der wichtige Ausbau losgehen könne.
Entscheidend ist jetzt, dass auch die Umsetzung im Zeitplan bleibt. Denn moderne Mobilität geht nur barrierefrei.
Oberbürgermeister Martin Horn
Größten Kostenanteil trägt die Deutsche Bahn
Bei der Modernisierung und ihrer Finanzierung sitzen viele Beteiligte mit im Zug. Den größten Teil des aktuell auf rund 36,7 Millionen Euro taxierten Pakets übernimmt die Deutsche Bahn.
Für die Erneuerung der Bahnsteige stellen das Land Baden-Württemberg rund 7,8 Millionen Euro und der Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg etwa 1,6 Millionen Euro bereit. Und auch die Stadt Freiburg steuert mit 1,1 Millionen Euro für die barrierefreie Erschließung der nördlichen Personenunterführung einen wichtigen Teil bei.
Freiburger Hauptbahnhof soll Vorbild für Barrierefreiheit werden
Bevor OB Horn mit einem herzlichen „Auf geht’s“ die Anwesenden zum Spatenstich aufforderte, sprach noch Uto Bonde für die Initiative BoB.
Als „Bahnvielfahrer“ wünschte er sich, dass der Hauptbahnhof Freiburg bundesweit ein Modell für vorbildliche Barrierefreiheit und Nutzung werden solle.
Ende 2028 soll alles fertig sein
Bis es soweit ist, müssen Bahnreisende manchen Umweg in Kauf nehmen. Zunächst wird die nördliche Unterführung vollständig gesperrt. Die Bahnsteige sind während der Bauzeit ausschließlich über die übrigen Zugänge erreichbar.
Je nach Baufortschritt wird es zu weiteren Einschränkungen kommen, über die die Bahn die Reisenden gesondert informiert. Bei gutem Bauablauf soll Ende 2028 alles fertig sein.
Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 918 vom 26. September 2026. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!