Pressemitteilung vom 22. September 2026
Holocaust-Überlebende und Zeitzeugin Eva Weyl zu Besuch in Freiburg
- Auf Einladung des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus und des Vereins „Zweitzeugen“
Die Holocaust-Überlebende und Zeitzeugin Eva Weyl kommt auf Einladung des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus und des Vereins „Zweitzeugen“ nach Freiburg. Weyl spricht am Dienstag, 29. September, um 19.30 Uhr im Freundeskreis-Auditorium des Augustinermuseums über die Verfolgung ihrer Freiburger Familie und ihre Erfahrungen während der NS-Zeit. Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht.
Eva Weyl wurde 1935 im niederländischen Arnheim geboren. Ihre Mutter Margot Wolff stammte aus Freiburg, der Großvater Willy Wolff war Direktor einer Freiburger Bank. Unter den Nationalsozialisten wurde die Familie als jüdisch verfolgt und im Januar 1942 im Lager Westerbork interniert. Von dort verschleppten die Nationalsozialisten insgesamt 107.000 Menschen zu den KZs im Osten. Fast alle wurden dort ermordet. Mehrfach und nur durch viel Glück konnte Eva Weyls Familie den Deportationen entgehen. Im April 1945 wurde sie schließlich befreit. Weyls Großvater Willy Wolff überlebte zwei KZs und kehrte 1947 nach Freiburg zurück.
Nach dem Krieg studierte Eva Weyl in den USA und in der Schweiz, sie reiste viel, gründete eine Familie und arbeitete hart. Die Familie feierte jedes Jahr den 12. April, den Tag der Befreiung. Für Eva Weyl ist dies bis heute ein wichtiges Datum. Seit fast 20 Jahren sucht sie regelmäßig das Gespräch und den Kontakt mit Jugendlichen. Sie hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, ihre Geschichte weiterzugeben. Ihr Anliegen formuliert sie den Schüler*innen gegenüber so: „Denn ihr seid jetzt meine Zweitzeugen. Vergesst das nicht. Ich brauche euch, um meine Geschichte weiter zu erzählen.“
Der Verein „Zweitzeugen“ ermutigt und befähigt vor allem junge Menschen durch das Weitergeben der Geschichten von Holocaust-Überlebenden selbst zu zweiten Zeug*innen zu werden – und damit gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Mehr Informationen gibt es unter www.zweitzeugen.de.
Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht.