Pressemitteilung vom 4. August 2026
Mehr als 3,4 Millionen Euro Spenden aus Freiburg für die ukrainische Partnerstadt Lviv
- Städtische Verdopplungsaktion erreicht die Marke von einer Million Euro
- Partnerschaft mit Lviv wird weiter ausgebaut
- Delegation reist in die ukrainische Partnerstadt
- Hinweis an die Redaktionen: O-Töne und Berichterstattung möglich
Freiburg und seine ukrainische Partnerstadt Lviv bauen ihre enge Zusammenarbeit weiter aus. In den kommenden Tagen wird erneut eine Freiburger Delegation nach Lviv reisen. Gleichzeitig ist die Verdopplungsaktion der Stadt abgeschlossen. 2022 beschloss der Freiburger Gemeinderat, Spenden für Lviv bis zu einer Gesamtsumme von einer Million Euro aus städtischen Mitteln zu verdoppeln. Diese Summe wurde jetzt erreicht. Insgesamt sind sogar deutlich mehr als eine Million Euro geflossen. (Seit Beginn der russischen Vollinvasion wurden rund 2,4 Millionen Euro auf das städtische Hilfskonto gespendet. Zusammen mit der städtischen Verdopplung ergibt sich damit eine Unterstützung von rund 3,4 Millionen Euro.siehe Info am Ende)
„Die Freiburgerinnen und Freiburger zeigen seit Jahren eine enorme Hilfsbereitschaft für unsere Partnerstadt. Und in Lviv wird jeder Euro leider weiter gebraucht. Erst vor wenigen Tagen gab es wieder einen fürchterlichen Angriff, bei dem Wohngebäude zerstört und viele Menschen verletzt wurden. Der Krieg prägt die Menschen in Lviv. Ich bin dankbar und stolz, dass wir unsere Freundinnen und Freunde mit den Spenden so tatkräftig unterstützen können. Mein herzlicher Dank gilt allen Menschen, Unternehmen, Vereinen und Initiativen, die diese Hilfe möglich machen. So können wir exakt dort helfen, wo Unterstützung gebraucht wird. Gleichzeitig wollen wir die Zusammenarbeit beim Wiederaufbau ausbauen“, sagt Oberbürgermeister Martin Horn
Die Spendensumme wurde maßgeblich durch das Engagement aus der Zivilgesellschaft erreicht. Mit großem Einsatz sammelte etwa eine private Initiative eine sechsstellige Summe für Freiburgs Partnerstadt.
„Mit 42.000 Euro Spenden im Jahr 2026 und insgesamt über 100.000 Euro in zwei Jahren setzen wir aus der Freiburger Bürgerschaft heraus ein Zeichen für gelebte Solidarität. Dank der Verdopplung durch die Stadt Freiburg stehen dem Traumahilfeprojekt rund 200.000 Euro zur Verfügung. Damit helfen wir den Verwundeten und deren Familien aus der gesamten Ukraine“, sagen Michael Bernhard und Matthias Akermann, die Initiatoren der Spendenaktion.
Wirtschaft im Fokus
Die aktuelle Spendenübergabe erfolgt kurz vor einer Delegationsreise nach Lviv. Anfang August wird Oberbürgermeister Martin Horn gemeinsam mit einer kleinen Gruppe in die Partnerstadt reisen, um bestehende Projekte weiterzuentwickeln und neue Formen der Zusammenarbeit auf den Weg zu bringen. So soll die wirtschaftliche Zusammenarbeit angeschoben werden. Erstmals werden Wirtschaftsvertreter*innen Teil der Delegation sein. Ziel ist es, Kontakte zu Unternehmen und Institutionen in Lviv auszubauen und gemeinsame Perspektiven auszuloten. Der Wiederaufbau der Ukraine beginnt bereits heute, dafür braucht es auch eine ökonomische Zusammenarbeit. Kommunen und Regionen können dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Das Wirtschaftsministerium Baden-Württembergs kooperiert etwa mit der Region Lviv.
Partnerschaft entwickelt sich weiter
Seit Beginn des russischen Angriffskrieges hat sich die Zusammenarbeit zwischen Freiburg und Lviv deutlich intensiviert. Nach der russischen Vollinvasion 2022 stand zunächst die akute Nothilfe im Vordergrund. Inzwischen richtet sich der Blick auf langfristige Kooperationen. Zentral ist dabei ist die Unterstützung des Rehabilitationszentrums Unbroken. Hier werden körperlich und psychisch verletzte Menschen aus der ganzen Ukraine versorgt. Das Zentrum übernimmt eine wichtige Aufgabe für die medizinische und psychosoziale Versorgung von Kriegsverletzten aus der gesamten Ukraine. Als Dank für eine große Freiburger Spende wurde 2022 ein ganzes Stockwerk des Rehabilitationszentrums nach Freiburg benannt.
Teil von Unbroken ist das Trauma- und Rehabilitationszentrum „Maisternia“, das gerade entsteht. Es ist heute das wichtigste Kooperationsprojekt zwischen Freiburg und Lviv. Die Einrichtung für Kriegsverwundete und ihre Familien wird durch finanzielle Hilfe aus Freiburg ermöglicht, gleichzeitig ist eine fachliche Kooperation geplant. Im Sommer 2025 wurde der Grundstein für das Zentrum gelegt. Maisternia entsteht in einem ehemaligen Heizwerk und ergänzt Unbroken um Angebote der psychosozialen Betreuung. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Kunsttherapie und weitere Therapieangebote, die Menschen bei der Verarbeitung von Kriegstraumata und dem Wiedereinstieg in das gesellschaftliche Leben unterstützen.
Ukrainische Kinder dürfen sich in Freiburg vom Alltag im Krieg erholen
Auch der Austausch zwischen den Menschen bleibt ein wichtiger Bestandteil der Städtepartnerschaft. Deshalb dürfen sich auch in diesem Jahr wieder Kinder aus Lviv in Freiburg vom Alltag im Krieg erholen. Bei dem Aufenthalt in den ersten Augustwochen geht es aber nicht um ein reines Freizeitprogramm. Neben der Erholung werden die Kinder, die ihre Väter im Krieg verloren haben, psychologisch begleitet und bei der Verarbeitung ihrer Erlebnisse unterstützt.
Möglich wird das Programm auch durch die Unterstützung nichtstädtischer Akteure wie der Freiburger Turnerschaft von 1844 (FT) sowie durch eine Spende der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau. Auch die VAG und die FSB unterstützen, etwa mit Tickets für die Schauinslandbahn oder für das Strandbad. Die jungen Menschen aus der Ukraine bekommen während ihres Aufenthalts die Möglichkeit, am Ferienprogramm der FT teilzunehmen.
Freiburger Hilfsbereitschaft:
Seit dem 24. Februar 2022 – dem Beginn der russischen Vollinvasion – wurden rund 2,4 Millionen Euro an das städtische Hilfskonto für Lviv gespendet. Dazu kommt eine Million Euro aus dem Verdopplungsprogramm Insgesamt kamen so rund 3,4 Millionen Euro für die Unterstützung der Partnerstadt zusammen.
Darüber hinaus gab es weitere Hilfe aus Freiburg, die hier nicht einberechnet ist. Das Land hat über die Uniklinik zu Beginn des Krieges große Mengen an medizinischem Material nach Lviv gebracht. Auch Notstromgeneratoren wurden angeschafft. Die Freiburger Verkehrs AG spendet Busse für den Nahverkehr in der Ukraine.
2023 wurde eine Grundschule in Lviv von einer russischen Rakete zerstört. Mit 100.000 Euro aus Freiburg konnte die Schule schnell wieder aufgebaut werden. Das Geld kommt direkt dort an, wo es gebraucht wird. Viele der Freiburger Spenden fließen in das Hilfezentrum Unbroken und das neue Projekt Maisternia. Aber auch Soforthilfe ist möglich.
Spendenkonto
Lviv ist weiterhin auf Unterstützung angewiesen. Spenden sind auf
folgendes Konto der Stadt möglich
Spendenkonto Nothilfe Lviv:
IBAN: DE75 6805 0101 0000 1919 19
Stichwort: „Nothilfe Lviv“