Takeaway-Angebote und Lieferdienste erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Das damit verbundene Abfallaufkommen steht allerdings zunehmend in der Kritik und erfordert neue gesetzliche Grundlagen. So hat die Bundesregierung mit dem neuen Verpackungsgesetz beschlossen, schrittweise ein Verbot für Einwegkunststoffverpackungen und eine Pflicht für Mehrwegverpackungen einzuführen.
Im Zuge dessen wurde bereits ab Juli 2021 der Verkauf von bestimmten Artikeln aus Einwegkunststoff, wie Strohhalme, Besteck und Styroporboxen, verboten. Ab 2023 sind Betriebe bundesweit verpflichtet, Mehrwegverpackungen anzubieten, die nicht teurer als Einwegverpackungen sein dürfen.
Am 6. Mai 2025 beschloss der Gemeinderat mit sehr deutlicher Mehrheit eine umfassende Mehrwegoffensive. Der Fokus wurde dabei auf den Aufbau einer lokalen Mehrweglogistik gerichtet, die eine Analyse des bestehenden Mehrwegsystems in Freiburg empfohlen hatte. Der Bericht kann über mehrweg@freiburg.de angefordert werden. Durch die Mehrwegoffensive soll das Mehrwegsystem ausgeweitet werden – auch mit Hilfe eines Förderprogramms, das lokale Akteure beim Aufbau eines Mehrwegangebots unterstützt.
Gleichzeitig wurde auch die Freiburger Verpackungssteuer verabschiedet. Sie orientiert sich am Modell der Stadt Tübingen, die die Steuer 2022 eingeführt hat und vom Bundesverfassungsgericht im Januar 2025 als rechtmäßig bestätigt wurde. Die Verpackungssteuer gilt ab 1. Januar 2026.
Ökologische Bewertung von Einweg- und Mehrwegverpackungen
Im Unterschied zur Verpackungssteuer in Tübingen sind in Freiburg auch Einwegverpackungen steuerpflichtig, die nach der Nutzung am Ausgabeort vollständig zurückgenommen und anschließend recycelt werden.
Ein Fachgutachten (2,681 MB) des Instituts für Energie- und Umweltforschung (ifeu) und der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) hat untersucht, wie sich das Recycling solcher Einwegverpackungen im Vergleich zur Nutzung von Mehrwegverpackungen auf die Umwelt auswirkt.
Das Ergebnis: Bei Verpackungen, die am Ausgabeort vollständig zurückgenommen und einem werkstofflichen Recycling zugeführt werden, sind Mehrwegverpackungen in der Regel die ökologisch vorteilhaftere Variante.
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