Wiehre – Sanierung – Stand: September 2026

Platz am Zentrum Oberwiehre

Platz am Zentrum Oberwiehre
Der Platz am Zentrum Oberwiehre (ZO) vor der Umgestaltung. (Foto: GuT / Stadt Freiburg)

Der Platz am Zentrum Oberwiehre (ZO) im Sanierungsgebiet Knopfhäuslesiedlung wird umgestaltet - unter Berücksichtigung der Sanierungsziele sowie der notwendigen Freiraumversorgung. Ergänzend zum benachbarten Kinderspielplatz liegt der Fokus der Platzumgestaltung am ZO auf der Aufenthalts- und Nutzungsqualität für Jugendliche und Erwachsene. Die vorhandenen, prägenden Baumstrukturen bleiben dabei erhalten und werden in ihrer Vitalität gestärkt. Der Platz wird als niederschwelliger, barrierearmer Aufenthalts- und Begegnungsort weiterentwickelt, der unterschiedliche Nutzungen über den Tag und die Jahreszeiten hinweg ermöglicht.

Die Umgestaltung des Platzes am ZO umfasst insbesondere folgende Maßnahmen:

  • Attraktive Aufenthalts- und Begegnungsbereiche mit vielfältigen Sitz- und Verweilangeboten schaffen,
  • niedrigschwellige Spiel-, Bewegungs- und Freizeitangebote für Jugendliche und Erwachsene ergänzen (Spielbretter, Tischtennisplatte, Sorungkrafttrainer),
  • Platz und Ausstattung gestalterisch aufwerten, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern,
  • den prägenden Baumbestand sanieren und langfristig sichern, auch durch Maßnahmen zur Klimaanpassung,
  • Belagsflächen erneuern, sowie Barrierefreiheit und Erschließung verbessern,
  • Infrastruktur durch Fahrradabstellanlagen und Abfalleimer ergänzen.

Planungsskizze (2,722 MB) zur Umgestaltung des Platzes am ZO.

Projektablauf und Beteiligungsprozess

Der Planungsprozess wurde durch eine zweistufige Bürger*innenbeteiligung begleitet. Im Frühjahr 2025 fand eine erste Veranstaltung statt, in der die Rahmenbedingungen der Umgestaltung vorgestellt sowie Bedarfe und Wünsche der Bürgerschaft aufgenommen wurden. Ergänzend wurde in Kooperation mit dem Jugendbüro Freiburg eine Onlineumfrage zu Sitzgelegenheiten durchgeführt, bei der Jugendliche zwischen vier Sitztypologien wählen konnten; über 80 Jugendliche nahmen teil. Alle Ergebnisse flossen in die Konzeptentwicklung ein.

Die daraus entstandene Planung wurde im Frühjahr 2026 in einer zweiten Beteiligungsveranstaltung vorgestellt und diskutiert. Auch diese Rückmeldungen wurden aufgenommen und werden derzeit im Rahmen der detaillierten, technischen Planung weiterbearbeitet.

Freiraumkonzept und Zonierung

Der Platz wird entsprechend seiner bestehenden und künftigen Nutzungen neu zoniert. Im nördlichen Bereich, zur lauten Schwarzwaldstraße und zum belebten Haupteingang des ZO hin, entsteht eine nutzungsoffene, robuste Fläche für den wöchentlichen Markt, saisonale Angebote wie den Christbaumverkauf sowie für Veranstaltungen und Aktivitäten. Die Erschließung erfolgt künftig folgerichtig von Norden; die bestehende Schranke am südlichen Platzzugang wird durch Poller ersetzt.

Der südliche Platzbereich orientiert sich zur vorhandenen Grünfläche und zum bereits beliebten Quartiersplatz mit Sitzpodesten und Wasserspiel. Er nimmt schwerpunktmäßig Angebote für Aufenthalt und Begegnung auf und erweitert damit die Qualitäten des Quartiersplatzes in den Platz hinein.

Ausstattung und Aufenthaltsqualität

Zentrales Ziel der Planung ist es, durch vielfältige, attraktive Sitzangebote die Aufenthaltsqualität deutlich zu erhöhen. Vorgesehen sind geschwungene Reihenbänke, die sich an amorphe Grünflächen anlagern – teils mit Rücken- und Armlehnen, teils ohne. Der Wunsch nach Reihenbänken ist als Ergebnis aus der Jugendbeteiligung hervorgegangen. Die beliebten Bankstandorte unter dem besonders alten, schattenspendenden Baumbestand entlang der westlichen Platzkante bleiben weitgehend erhalten. Vielfach gewünscht wurden Tisch-Bank-Kombinationen. Diese werden als drei Vierer-Gruppen realisiert und eignen sich sowohl für gemeinsames Essen als auch für Spielangebote. Fest montierte Spielbretter laden beispielsweise zu Mühle- oder Schachpartien ein. Ergänzend wird die lange Treppenanlage an der Ostflanke in zwei Abschnitten mit Sitzauflagen ausgestattet und dient damit als informelle Tribüne und Aufenthaltsort.

In unmittelbarer Nähe zu den Spieltischen ergänzt eine Tischtennisplatte das bewegungsorientierte Angebot. Ein Sprungkrafttrainer – eine einfache Messlatte zum Messen der Sprunghöhe – animiert zusätzlich zur Bewegung.

Der in der Jugend- und Vor-Ort-Beteiligung vielfach geäußerte Wunsch nach einem Trinkbrunnen wird auf dem benachbarten Quartiersplatz realisiert. Dort ist die Erreichbarkeit für eine breite Öffentlichkeit höher, und die technische Umsetzung einschließlich der notwendigen Hygienestandards (u. a. hinsichtlich der Leitungsanbindung) ist einfacher zu gewährleisten.

Vegetation, Baumschutz und Klimaresilienz

Die vorhandenen Bäume werden erhalten; ihre Standortbedingungen werden gezielt verbessert, um langfristig Schatten, Kühlung und Aufenthaltsqualität zu sichern. Aus Gründen des Baumschutzes erfolgen im Wurzelbereich der westlichen Lindenreihe keinerlei Eingriffe – weder durch Bepflanzungen noch durch Einbauten. Zur Verbesserung der Bodenbelüftung und -Düngung werden im bestehenden Baumraster punktuelle Bodenluftkavernen (verfüllte Bohrungen) vorgesehen, die die Vitalität der Bäume langfristig stärken.
Unter vielen Bäumen entstehen grüne Baumscheiben mit Rasen und sich selbst vermehrenden Frühjahrszwiebeln. Amorphe Grünflächen durchbrechen die strenge Geometrie des Platzes und schaffen grüne Inseln und Nischen, die zum Verweilen einladen.

Materialität und Oberflächen

Die Grünflächen werden durch einen Einzeiler aus Granit eingefasst. Das Material Granit greift die im Bestand vorhandenen Einfassungen und kleineren Pflasterflächen auf und führt sie konsequent fort. Abschnittsweise betont eine niedrige Durchlaufsperre aus Flachstahl die Einfassungen und schützt die Vegetationsflächen.

Die vorhandene wassergebundene Wegedecke wird eine neue Deckschicht aus einer rötlichen Gesteinsmischung erhalten. Der Farbton nimmt die roten Sandsteinsimse der Knopfhäuslesiedlung sowie die rötlichen Fassadentöne des Zentrums Oberwiehre auf und bindet den Platz gestalterisch in sein Umfeld ein.

Erschließung, Ordnung und Ausstattung

An den südlichen und nördlichen Haupteingängen von der Straße werden jeweils fünf zusätzliche Fahrradständer ergänzt, um dem Bedarf an kurzzeitiger Abstellung gerecht zu werden. Die Abfallentsorgung wird verbessert: Anstelle eines einzelnen Abfallbehälters werden künftig vier bis fünf Behälter sinnvoll über den Platz verteilt.

Kunst und Identität

Die Mauer, die den Platz zur Schwarzwaldstraße hin abschließt, wird im Rahmen eines Projekts mit einer oder einem Graffiti-Künstler*in und Jugendlichen benachbarter Schulen neu gestaltet. Damit wird an ein ähnliches Kooperationsprojekt aus dem Jahr 2015 angeknüpft und der Ort erhält eine zeitgemäße, identitätsstiftende Gestaltung mit starker Beteiligung junger Menschen.

Ausblick

Mit der Umgestaltung entsteht ein robuster, klimaresilienter und lebendiger Stadtraum, der die Bedarfe Jugendlicher und Erwachsener in den Mittelpunkt stellt, ohne die bestehenden Qualitäten zu verdrängen. Die konsequente Einbindung der Bürgerschaft sowie die behutsame Weiterentwicklung des Bestands sichern eine hohe Akzeptanz und Nutzungsvielfalt. Der Baubeginn für die Neugestaltung des Platzes am Zentrum Oberwiehre ist für den Winter 2026/2027 vorgesehen; im Zuge der Ausführungsplanung werden die Rückmeldungen aus der Beteiligung weiter präzisiert und technisch umgesetzt.

Diese Wünsche kamen aus der Beteiligung

Die Auswertung umfasst sämtliche Rückmeldungen, Anregungen und Anliegen der Bürger*innen, die im Rahmen der zweiten Beteiligung am 29. Juni 2026 erfasst wurden, sowie die Rückmeldung des Garten- und Tiefbauamtes (GuT), wie es mit den einzelnen Anregungen weitergeht.

Ausstattung und Schilder

Wird gemacht

  • Mehr Abfallbehälter
    • Drei bis vier Abfallbehälter geplant, wird mit der ASF abgestimmt.
  • Entfernte Kottütenspender am Hinterausgang des ZO ersetzen.
    • Wird an die zuständige Abteilung Unterhalt weitergegben.
  • Radfahrende kreuzen den Platz, dadurch Konflikt mit Platznutzenden und Fußgängern. Deshalb soll die Radverbindung um den Platz geleitet und die Beschilderung/Markierung dafür verbessert werden.
    • Wird an die zuständige Abteilung Verkehrsplanung weitergegeben.
  • Sorge, dass Nutzungsintensivierung zu Lärmbelästigung der Anwohnenden führt.
    • Klärung mit dem Amt für öffentliche Ordnung, ob und welche vorkehrenden Maßnahmen (z.B. Beschilderungen) sinnvoll sind.

Wird ähnlich gemacht

  • Mehr Fahrradparkplätze / mehr Radständer an der Straße.
    • Für die Nutzer*innen des Platzes sind 16 Radstellplätze auf dem Platz geplant. Radstellplätze für das Einkaufszentrum werden vom ZO auf dessen Fläche zur Verfügung gestellt, nicht im öffentlichen Grünraum.

Kann nicht gemacht werden

Pflanzung/Begrünung

Wird gemacht

Wird ähnlich gemacht

  • Regenwassermanagement zu Gunsten der Bäume, z.B. Mulden
    • Um die Bestandsbäume zu schützen, sind kaum topgraphische Veränderungen möglich, die Umsetzbarkeit von leichten Muldungen wird  geprüft

Kann nicht gemacht werden

  • Grün hinter den Bänken unter den alte Linden
    • Grabarbeiten oder ein Auftrag von Oberboden für Pflanzungen sind nach Abstimmung mit dem Sachgebiet Baumschutz und -pflege im Bereich der alten Linden nicht möglich.

Sonstiges

Wird gemacht

  • Sorge, dass Sitzgelegenheiten Drogenverstecke bieten.
    • Klärung mit dem Amt für öffentliche Ordnung, ob und welche Risiken hier bestehen und was vorkehrend planerisch zu berückichtigen ist.
  • Konflikte im Straßenraum (Geschwindigkeit).
    • Wird an die zuständige Abteilung Verkehrsplanung weitergegeben.

Wird ähnlich gemacht

Kann nicht gemacht werden

  • Rampe zu steil (weg).
    • Es stehen keine finanziellen Mittel für den Umbau der Rampe zur Verfügung.