Im Rahmen des Prozesses zur Erstellung des kommunalen Klimaschutzkonzepts fand vom 8. bis 28. Juni 2026 eine Bürger*innen-Onlinebeteiligung statt. Insgesamt haben 959 Personen an der Umfrage teilgenommen.
Die Rückmeldungen innerhalb der Umfrage sind überwiegend positiv und konstruktiv und lieferten für das Klimaschutzkonzept wertvolle und verwertbare Hinweise. Die Ergebnisse zeigen ein Stimmungsbild auf, nach welchem die vorgeschlagenen Maßnahmen von den teilnehmenden Bürger*innen gut angenommen werden. Neben der Datenerhebung hat der Fragebogen zur Information der Teilnehmenden über städtische Klimaschutzaktivitäten beigetragen.
Der Online-Fragebogen war über www.mitmachen.freiburg.de abrufbar und konnte ohne Registrierung ausgefüllt werden. Es gab keine Pflichtangaben, alle Antworten waren optional. Teilnehmende konnten jederzeit abbrechen oder direkt zum Ende springen. Zu Beginn erfolgte eine Vorauswahl, ob die Teilnehmenden Eigentum besitzen. Wenn dort „nein“ angeklickt wurde, wurden Fragen, welche das eigene Gebäude und dessen Energieversorgung betreffen nicht mehr eingeblendet.
Die Teilnehmenden waren zu 59 % weiblich, zu 38 % männlich und zu 2 % divers und kamen aus allen Stadtteilen außer dem Stadtteil Mundenhof. Die am häufigsten vertretenen Altersgruppen waren die zwischen 1980 und 1999 Geborenen (knapp 46 %).
Übersicht zur Annahme der vorgeschlagenen Maßnahmen:
Die in Abb. 1 dargestellten Ergebnisse der Beteiligung sind nicht repräsentativ, geben aber ein Stimmungsbild wieder, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen auch von den teilnehmenden Bürger*innen gut angenommen werden. Die Ausnahme bildet die Frage, ob die Teilnehmenden bereit wären, ihren Wohnraum zu verkleinern. Hier gibt eine Mehrheit der Teilnehmenden die Rückmeldung dazu nicht bereit zu sein, geben zum Teil aber in den Begründungen an, dass sie bereits auf engem Raum wohnen oder der Grundriss sich nicht für eine Teilung eignet. Die diesbezügliche Maßnahme wurde auch nur für die kleine Zielgruppe der Besitzer gering belegter Einfamilienhäuser konzipiert.
Geht es um Hindernisse, die in der Umfrage präsentierten Maßnahmen in Anspruch zu nehmen, werden am häufigsten rechtliche/bauliche Einschränkungen genannt, gefolgt von finanziellen Einschränkungen bzw. der Unsicherheit, ob sich Klimaschutzmaßnahmen auch finanziell lohnen.
Abb. 1 Annahme der Teilnehmenden von Angeboten der Stadt zur Unterstützung in Klimaschutzbemühungen.
Überblick der Antworten aus den Freitexten:
Wiederholt wurde von den Teilnehmenden gefordert, dass die Stadt mutiger voranschreitet – insbesondere bei der Nutzung von Photovoltaik (starke Ausweitung auf städtischen Flächen), bei der klimabewussten Vergabe öffentlicher Aufträge, der Ernährungswende hin zu mehr vegan/vegetarischen Angeboten in städtischen Einrichtungen sowie beim proaktiven städtischen Handeln Richtung Klimaneutralität. Immer wieder als wichtig genannt wird auch die Wohn- und Baupolitik als zentrales Thema: Sanierung statt Abriss, Nutzung von Leerständen sowie die Vermittlerrolle der Stadt zwischen Vermieter*innen, Mieter*innen und innerhalb komplexer Eigentümer*innenstrukturen (WEG, Genossenschaften, Wohnprojekte). In fast jedem Zusammenhang, unabhängig davon ob es um eine konkrete Maßnahme, das Klimaschutzkonzept insgesamt oder einzelne Themenfelder geht, sind soziale Gerechtigkeit, Bürger*innenbeteiligung und klarere Bürger*inneninformationen ein häufig genanntes Anliegen der Teilnehmenden. In der Unterstützung der Bürger*innen in ihren Bemühungen finden sich häufig Forderungen nach Bürokratieabbau bzw. Sorgen über komplizierte Förderbedingungen.
Verwertung der Ergebnisse:
Die Verwaltung sieht sich durch die Umfrage zu den vorgeschlagenen Maßnahmen insgesamt in ihrem Vorgehen bestätigt. Viele der konkret vorgeschlagenen Hinweise aus den Freitextrückmeldungen wurden im Entwurf des Maßnahmenkatalogs mit eigenen Aktivitäten hinterlegt oder werden bereits umgesetzt, sodass diese durch die Beteiligung nochmals bestätigt wurden. Weitere Hinweise waren sehr konkret und hilfreich und wurden in einzelnen Aktivitäten aufgegriffen. Andere sind sehr allgemein gehalten, sodass sich keine konkreten Anpassungen am Maßnahmenkatalog ableiten lassen.
Die Freitextantworten zeigen auch ein starkes Interesse an Klimaanpassung (insb. Entsiegelung, Vermeidung von „Steinwüsten“ und Baumpflanzungen), die im Rahmen der Klimaanpassungsstrategie thematisch abgegrenzt zum Klimaschutzkonzept behandelt wird. Die Rückmeldungen wurden an die verantwortlichen Kolleg*innen weitergegeben. Auch Hinweise zu nachhaltiger Mobilität wurden in den Freitexten häufig genannt und an die Verantwortlichen des Klimamobilitätsplans weitergegeben, in welchem dieses Themenfeld dezidiert behandelt wird. Ein kleiner aber nicht unrelevanter Teil der Antworten äußern grundsätzlich kritische Positionen. Es gibt allerdings auch zahlreiche Stimmen, die sich sehr wohlwollend gegenüber der Arbeit der Stadt in diesem Bereich äußern.