Pressemitteilung vom 17. August 2026

Lebensraum von Kröte, Unke und Co.: Das Forstamt wertet den Wonnhaldeweiher ökologisch auf

Wer heute in der Wonnhalde unterwegs ist, wundert sich vielleicht über den Bagger, der da im Wald steht. Das hat einen guten Grund: Aktuell sanieren das Forstamt und das Umweltschutzamt gemeinsam den Wonnhaldeweiher. Dafür wird Schlamm und Abfall aus dem aufgrund der extremen Trockenheit und Hitze in den letzten Wochen fast ausgetrockneten Weihers entfernt. Insgesamt werden mehr als 400 Kubikmeter Schlamm aus dem in den 70er Jahren entstandenen Weihers gebaggert und der Gewässerboden so modelliert, dass Amphibien hier langfristig leben und laichen können. Nur durch die Sanierung kann das Amphibiengewässer erhalten werden.  

Um mit der Sanierung starten zu können, wurden Anfang August die heimischen Fische aufgrund des extrem niedrigen Wasserstandes notgeborgen und in den Bohrerweiher umgesiedelt. Zurück dürfen die Fische 
nach der Sanierung jedoch nicht: Denn Fische fressen Amphibienlaich! Auch im Wonnhaldeweiher sind die Amphibien den Fischen zum Opfer gefallen. Eine von Umweltschutzamt und Forstamt begleitete Untersuchung zeigte, dass im Gewässer vor allem Rotfedern und Rotaugen vorkommen, aber auch nicht heimische Arten wie zum Beispiel der Goldfisch, die vermutlich dort ausgesetzt worden sind. Ebenso stammen auch die häufig am Wonnhaldeweiher zu sehenden Schildkröten aus Hausteichen oder Aquarien und wurden hier ausgesetzt. Die Schildkröten haben allerdings das austrocknende Gewässer selbstständig verlassen. 

Aktuell entschlammt der Bagger den Weiher. Danach werden Flachwasserbereiche als Laichplätze und abgeflachte Uferbereiche geschaffen, die den Amphibien den Ein- und Ausstieg erleichtern sollen. Im 
Winter werden dann die Bäume und Sträucher am Gewässerrand zurückgeschnitten, damit wieder mehr Sonne an die Wasseroberfläche gelangt. Rechtzeitig zur Amphibienlaichzeit im Frühjahr ist der Weiher dann 
wieder mit Wasser gefüllt.  

Der Wonnhaldeweiher – und alle anderen Gewässer im Wald – dienen aber nicht nur als Lebensraum. Sie halten auch Regenwasser zurück und speichern es. Dadurch verlangsamen sie den Wasserabfluss bei Starkregen, fördern die Grundwasserneubildung und stabilisieren damit die Wasserversorgung des Stadtwaldes in Trockenphasen. Deshalb schafft das Forstamt ebenfalls strukturreiche Tiefenprofile im Wasser, um den Wald stabiler gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.  

Gefördert wird die Sanierung des Weihers durch die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg. Mehr Informationen zur Sanierung des Wonnhaldeweihers gibt es unter www.freiburg.de/revier-günterstal. Weitere umfangreiche Renaturierungen an Gewässern setzt das Umweltschutzamt im Rahmen der Biotopverbundplanungen um.  

Veröffentlicht am 17. August 2026