Pressemitteilung vom 4. August 2026
Für mehr Verlässlichkeit in der Betreuung: Stadt testet Spielzeit-Modell in drei Kitas
Wer sein Kind in der Kita anmeldet, erwartet verlässliche Betreuungszeiten. Um Freiburger Eltern trotz des aktuellen Mangels eine Ganztagsbetreuung anbieten zu können, testet die Stadt seit April das Modell Spielzeitbetreuung nach dem Vorbild von Offenburg in drei städtischen Kitas.
Bürgermeisterin Christine Buchheit hat das Modell heute in der Kindertageseinrichtung Löwenzahn in Hochdorf vorgestellt. „Wenn wir Kita-Öffnungszeiten kürzen müssen, weil Personal fehlt, ist das für Familien schwierig. Sichere Ganztagsbetreuung ist für viele die Basis, um Beruf und Familie vereinbaren zu können. Dank der Spielzeitbetreuung können sich Eltern wieder auf uns verlassen. Mein besonderer Dank geht an die Malteser, die das Modell bei uns bereits erfolgreich umsetzen“, sagte Buchheit.
Das Team der Malteser kümmert sich am Nachmittag ab 14.30 Uhr um die Betreuung der Kinder. Spiel, Spaß und Bewegung stehen im Mittelpunkt. Von Montag bis Donnerstag können die Ü3-Kinder bis 16.30 Uhr, am Freitag bis 16.15 Uhr bleiben und unter der Aufsicht von geschulten Betreuer*innen in den gewohnten Räumlichkeiten mit ihren Kita-Freund*innen spielen, toben und kreativ sein.
Die Stadt testet das Modell zunächst für zwei Jahre. Neben der Kita Löwenzahn gehören die Kita am Mühlbach in Opfingen und die Kita Piratenbucht in der Wiehre zum Pilotprojekt. Für deren Fachkräfte ist die Entlastung bereits deutlich spürbar. Sie haben wieder mehr Zeit für die Vorbereitung der pädagogischen Arbeit, für Elterngespräche und Teamsitzungen und können sich auf die Bildungsarbeit am Vormittag konzentrieren.
Im Vorfeld gab es eine europaweite Ausschreibung. Im Vergabeverfahren haben sich die Malteser mit ihrem Angebot durchgesetzt. Eltern zahlen pauschal 60 Euro pro Monat, wenn sie ihr Kind für die Spielzeitbetreuung anmelden.
Neben der Spielzeitbetreuung erprobt die Stadt ein weiteres Modell, um Eltern trotz Personalnot verlässliche Betreuung zu bieten. Das sogenannte Freiburger Modell hat das Amt für städtische Kindertageseinrichtungen (ASK) gemeinsam mit der Evangelischen Hochschule entwickelt: Durch direkte Einstellung von Zusatzkräften, die insbesondere am Nachmittag unterstützen, werden die Fachkräfte entlastet. Als Zusatzkräfte infrage kommen zum Beispiel Menschen, die im Ausland einen Abschluss im pädagogischen Bereich erworben haben, der in Deutschland noch nicht anerkannt ist, oder Personen, die sich eine Ausbildung zur Fachkraft vorstellen können und schon Vorerfahrung in der Arbeit mit Kindern haben. Zudem bildet die Stadt auch selbst Fachkräfte aus. Pro Jahr beginnen 20 bis 25 Personen ihre Ausbildung beim ASK.