Pilotprojekt startet

Scan-Fahrzeug kontrolliert Parkplätze digital

Mit dem Scan-Fahrzeug können im Idealfall etwa 1.000 Fahrzeuge pro Stunde kontrolliert werden.

Die Stadt testet ein neues Verfahren für eine modernere Kontrolle von Parkplätzen. Dafür wird in den nächsten Wochen versuchsweise ein Scan-Fahrzeug eingesetzt. Ziel ist es, Erfahrungen zu sammeln und zu prüfen, ob diese Technik künftig sinnvoll eingesetzt werden kann.

Freiburg ist eine von mehreren Kommunen in Baden-Württemberg, die an dem Pilotprojekt zur digitalen Parkraumkontrolle teilnehmen. Dabei erfasst ein speziell ausgestattetes Scan-Fahrzeug während der Fahrt Kennzeichen und Standorte von Fahrzeugen, die auf öffentlichen Flächen parken. Diese Daten werden automatisch mit den geltenden Parkregelungen, der vorhandenen Beschilderung und Parkberechtigungen abgeglichen. Dazu muss das Kfz-Kennzeichen in den betroffenen Gebieten am Parkscheinautomat beim Parkvorgang eingegeben werden.

Das Projekt folgt der Digitalisierungsstrategie der Stadt Freiburg. Ziel ist es, die Verwaltungsprozesse zu digitalisieren. Das Projekt „Digitale Parkraumkontrolle“ prüft neben der Einführung eines Scan-Fahrzeugs auch die Digitalisierung einzelner Parkberechtigungen, beispielsweise von Bewohnerparkausweisen. Diese sollen künftig über den Aufbau einer zentralen Datenplattform gebündelt abgefragt werden können.

Das Projekt dient ausschließlich der Erprobung. Ob die digitale Parkraumkontrolle später dauerhaft in Freiburg eingesetzt wird, entscheidet die Stadt erst nach der Auswertung der Ergebnisse.

Häufige Fragen (FAQ)

Wann und wo wird das Scan-Fahrzeug eingesetzt?

Die Testphase findet in zwei Abschnitten von jeweils etwa zwei Wochen im ersten Halbjahr 2026 statt. In der ersten Phase im Stadtteil Brühl westlich der Zähringer Straße geht es ab dem 24. Februar 2026 darum, den technischen Ablauf zu erproben. Getestet werden die Erkennung von Falschparkern, also Fahrzeugen, die an nicht zulässigen Orten abgestellt sind, zum Beispiel im Halteverbot, sowie die Erkennung von Fahrzeugen, die ohne Berechtigung parken. Parallel zu dem Scan-Fahrzeug wird der Gemeindevollzugsdienst dabei zu Fuß kontrollieren, so dass im Nachgang die Feststellungen des Scanfahrzeug damit abgeglichen werden können. Nach einer Evaluierung soll in einer zweiten Phase ein Betrieb realisiert werden, der einen Regelbetrieb möglichst realistisch abbilden soll. Dafür wird die Pilotfläche erweitert auf angrenzende Gebiete wie dem alten Güterbahnhof. Alle betroffenen Gebiete werden an den Einfahrten gemäß den Vorgaben des Landesmobilitätsgesetzes durch ein Schild gekennzeichnet.

Was genau erfasst das Scan-Fahrzeug?

Das Scan-Fahrzeug ist mit einem Laser-Scansystem, GPS-System und optischen Sensoren ausgestattet und nimmt am regulären Verkehr in normaler Fahrtgeschwindigkeit teil. Während der Fahrt erkennt das System Fahrzeuge, die auf öffentlichen Flächen abgestellt sind, und erfasst deren Kennzeichen sowie den genauen Standort. Diese Informationen werden automatisch mit den hinterlegten Parkregelungen und Parkberechtigungen abgeglichen. Private Parkflächen werden nicht kontrolliert. Personen, Gesichter sowie private Bereiche wie Hausfassaden oder Fenster werden bereits während der Erfassung automatisch verpixelt und sind nicht erkennbar.

Was bedeutet das für die Bürger*innen?

Um die Kennzeichen einer Parkberechtigung zuordnen zu können, muss beim Kauf des Parktickets das Fahrzeugkennzeichen eingegeben werden. Beim Bezahlen am Parkscheinautomat erfolgt die Aufforderung automatisch bei den betroffenen Automaten. Es muss zunächst weiterhin der Parkschein in das Auto gelegt werden. Daneben ist das Lösen eines Parktickets per App auf dem Smartphone weiterhin möglich. Dort wird wie gewohnt das Kennzeichen beim Kaufprozess eingegeben.

Welche Vorteile ergeben sich dadurch für die Bürger*innen?

Die Parkraumbewirtschaftung in Freiburg wird schrittweise ausgeweitet. Gleichzeitig wächst der Wunsch von Anwohner*innen nach einer regelmäßigen und verlässlichen Kontrolle der Parkregeln. Das Pilotprojekt hilft, neue digitale Möglichkeiten dafür zu prüfen. Kontrollen könnten schneller und effizienter durchgeführt werden. Mit einem Scan-Fahrzeug können im Idealfall etwa 1.000 Fahrzeuge in einer Stunde, statt der bisherigen rund 50 Fahrzeuge kontrolliert werden. Das bedeutet nicht, dass flächendeckend in hoher Frequenz Kontrollen durchgeführt werden, sondern dass ein insgesamt sich vergrößerndes Parkgebiet ausreichend kontrolliert werden kann.

Zudem sorgt das System für mehr Verkehrssicherheit durch die Erkennung von Falschparkern, wie beispielsweise im Halteverbot abgestellte Fahrzeuge: Diese werden schneller erkannt, die Straßen werden sicherer und frei zugänglich. Insgesamt können so Verkehrsstörungen und Ärger im Straßenverkehr reduziert werden.

Wie wird der Datenschutz gewährleistet?

Der Datenschutz hat höchste Priorität. Es werden nur notwendige Daten erfasst und direkt im Fahrzeug verschlüsselt. Bei korrekt parkenden Fahrzeugen erfolgt die Löschung der Daten sofort. Nur wenn ein möglicher Parkverstoß vorliegt, werden die dafür notwendigen Informationen für die kurze Dauer der Prüfung gespeichert – vollständig im Einklang mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und § 13 des Landesmobilitätsgesetz.

Weitere Informationen in der Datenschutzerklärung (53,8 KB).

Wer führt das Projekt durch?

Das Pilotprojekt wurde vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg initiiert. Das Scan-Fahrzeug wird vom Land bereitgestellt. Die Stadt Freiburg hat sich erfolgreich als Pilotkommune beworben und testet das Fahrzeug vor Ort. Somit soll die Digitalisierung auch bei der Parkraumkontrolle vorangebracht werden.

Was passiert nach der Testphase?

Nach Abschluss beider Phasen werden die Ergebnisse umfassend ausgewertet. Erst danach entscheidet die Stadt, ob und in welcher Form eine digitale Parkraumkontrolle künftig eingesetzt werden könnte.

Wie erfahre ich mehr über das Projekt digitale Parkraumkontrolle?

Weitere Informationen zur digitalen Parkraumkontrolle gibt es vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg:
Scan-Fahrzeuge im Praxistest: Schnellere Parkraumkontrolle in Innenstädten: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg