71. Sitzung | 21. Mai 2026, 14 Uhr
TOP 4: Sanierung und Erweiterung des bestehenden Geschäftshauses
Schreiberstraße 20 | Altstadt
Bauherr*in: Unmüssig Bauträgergesellschaft Baden mbH
Planverfasser*in: hotz + architekten, Freiburg
Protokoll
Der Gestaltungsbeirat begrüßt die Weiterentwicklung des Entwurfes und würdigt, dass die Anmerkungen aus der letzten Vorstellungsrunde aufgegriffen und untersucht wurden.
Der kleine Platz an der Ecke Gartenstraße/Schreiberstraße mit seinem Baum trägt wesentlich zur Stärkung des Ortes sowie des sozialräumlichen Umfelds bei und dient als Treffpunkt mit Aufenthaltsqualität. Es wird positiv gesehen, dass der vormals an dieser Stelle vorgeschlagene Anbau nicht realisiert werden soll.
Die Höhe des Gebäudes mit dem zusätzlichen Geschoss wird im Kontext der umliegenden Höhenentwicklung als richtig erachtet. Die Beruhigung der Fassadengliederung ist gelungen. Die Größen der Fassadenöffnungen sollten im Rahmen der Gesamtbetrachtung nochmals überprüft werden. Eine Reduzierung der Öffnungsanteile in den Obergeschossen würde einen höheren Anteil geschlossener Fassadenflächen ermöglichen und zur stärkeren Betonung von Vorsprüngen sowie Trauf- und Eckbereichen beitragen. Darüber hinaus wird angeregt, die Fassade zur Gartenstraße durch eine prägnantere Ausbildung von Vor- und Rücksprüngen stärker zu gliedern und ihre räumliche Tiefe zu betonen. Der Dachrand sollte als eigenständiges Gestaltungs-element klarer in Erscheinung treten und sich deutlicher von den Fensterstürzen absetzen. Ferner wird empfohlen, die Traufe filigraner auszubilden, um der Dachkante eine größere Leichtigkeit und gestalterische Präzision zu verleihen.
Die Dachlandschaft und die gewählten Dachformen wirken derzeit noch nicht vollständig ausgereift. Insbesondere stehen die Proportionen des eingeschossigen Dachbereichs noch nicht in einem stimmigen Verhältnis zur Gesamtfassade. Es wird empfohlen, die Dachgestaltung hinsichtlich ihrer Einbindung in die Gesamtproportion des Gebäudes weiter zu überprüfen. Eine mögliche Verbesserung könnte darin liegen, die Traufe um ein Geschoss nach unten zu verlegen, um unter Wahrung der bereits erarbeiteten Gliederung der Dachflächen ein ausgewogeneres und harmonischeres Gesamtbild zu erzielen. Der Gestaltungsbeirat bedankt sich beim Bauherrn und beim Architekturbüro für die konstruktive Auseinandersetzung mit den Empfehlungen und Anregungen des Beirats sowie deren sorgfältige Prüfung und Umsetzung.
Die vorliegende Weiterentwicklung wird der stadträumlichen Bedeutung des Projekts in guter Weise gerecht. Angesichts der erreichten Qualität ist eine erneute Befassung des Gestaltungsbeirats nicht erforderlich. Die weitere Ausarbeitung kann in enger Abstimmung mit der Verwaltung erfolgen. Der Gestaltungsbeirat wünscht dem Projekt für die weitere Planung und Umsetzung viel Erfolg und freut sich auf eine positive Entwicklung des Vorhabens.