71. Sitzung | 21. Mai 2026, 14 Uhr
TOP 3: Neubau eines Laborgebäudes "IMMPuls"
Breisacher Straße 113a | Stühlinger
Bauherr*in: Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Freiburg
Planverfasser*in: Thomas Müller I Van Reimann Architekten, Berlin
Protokoll
Das Laborgebäude ist der letzte Baustein der sechs Gebäude, die beidseits der Forscherstraße die sogenannte Institutsspange ausmachen. Stadträumlich besetzt es die prominenteste Stelle in diesem Areal. Es liegt direkt an der Breisacher Straße in der Mitte der Anlage. Noch bedeutender ist aber seine Lage am Schnittpunkt der quer zur Breisacher Straße verlaufenden Grünverbindung, die innerhalb des Areals des Universitätsklinikums ein wichtiges Rückgrat ist und eine starke Fußgängerfrequenz aufweist.
Der Baukörper des Laborgebäudes fügt sich mit seiner Kubatur, Gebäudehöhe und seinen Abmessungen stimmig in das Ensemble der Institutsspange ein. Auch die klare, rationale Gestaltsprache nimmt die architektonische Anmutung der Institutsspange auf. Die Grundrissorganisation folgt ebenfalls einer konsequent funktionalen Logik und bildet die Anforderungen effizient ab. In Verbindung mit der mittigen Lage innerhalb der Institutsspange führt dies zu einer streng symmetrisch aufgebauten Fassadengliederung mit einem zentral angeordneten Eingang samt Treppenhaus. Das Laborgebäude ist zudem so positioniert, dass die Abstände entlang der Breisacher Straße sowohl zum Parkhaus als auch zum benachbarten Institut IMITATE identisch ausgebildet sind.
Betrachtet man die innere Logik des Gebäudes, erscheint der Entwurf in sich sehr schlüssig. Im größeren stadträumlichen Zusammenhang stellen sich jedoch Fragen hinsichtlich der städtebaulich und architektonisch prägenden Symmetrie des Gebäudes. Denn der Raum zwischen dem neuen Laborgebäude und dem Parkhaus kommt als Teil der wichtigen Grünverbindung eine deutlich höhere stadträumliche Bedeutung zu als dem Bereich zum benachbarten Institut IMITATE, der im Wesentlichen durch Funktions- und Andienungsflächen geprägt ist.
Der Gestaltungsbeirat empfiehlt daher zu prüfen, in welcher Weise diesen stadträumlichen Rahmenbedingungen sowohl in der Fassadengestaltung als auch in der inneren Organisation des Gebäudes Rechnung getragen werden kann. Wünschenswert wäre eine Orientierung des Eingangs des Laborgebäudes zur Grün-verbindung hin oder alternativ eine entsprechende asymmetrische Ausformulierung der Fassade.
Dem Beirat ist dabei bewusst, dass dies im Kontext der bisherigen grundrisslichen Festlegungen eine planerische Herausforderung darstellt. Gleichwohl erfordert die stadträumlich besondere Lage eine angemessene architektonische Antwort.
Vor diesem Hintergrund empfiehlt der Beirat, den Neubau des Laborgebäudes weiter nach Südosten zu verschieben und die Nebengebäude von IMMPuls und IMITATE in einem gemeinsamen Baukörper zusammenzuführen. Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit, die an die Grünverbindung angrenzende Vorfläche deutlich zu vergrößern, ihren Grünanteil zu erhöhen und sie durch zusätzliche Baumpflanzungen nachhaltig aufzuwerten. Die Grünverbindung kann so in ihrer räumlichen Wirkung und Aufenthaltsqualität gestärkt werden und zugleich einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung leisten.
Zur weiteren Qualifizierung dieses Freiraumbereichs wird darüber hinaus angeregt, die Positionierung der Fahrradabstellanlagen nochmals zu überprüfen.
Der Gestaltungsbeirat dankt der Bauherrschaft und dem Architekturteam für die Vorstellung des Projekts und das damit verbundene Engagement. Er freut sich auf die weitere Entwicklung des Vorhabens und bittet darum, die überarbeitete Planung im Rahmen einer Wiedervorlage erneut vorzustellen.