Sitzungen des Gestaltungsbeirats

TOP 2: Sanierung und Erweiterung der Steinriedhalle

Breikeweg 5 | Waltershofen

Bauherr*in: Stadt Freiburg, Immobilienmanagement
Planverfasser*in: H+O ARCHITEKTEN, Freiburg

Protokoll

Der Sanierung der Steinriedhalle kommt eine besondere Bedeutung zu, da sie als gemeinsames Dach für zahlreiche zentrale Einrichtungen des Ortsteils fungiert und damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des öffentlichen und gemeinschaftlichen Lebens leistet. Dies betrifft sowohl die städtebauliche Setzung im Kontext zur teils anschließenden offenen Landschaft, den Bezug zum benachbarten Wohnungsbau, als auch die Öffnung des Gebäudes mit seiner Eingangsplatzsituation zum Straßenraum.
Um die gewünschten Funktionen unter einem Dach zu vereinen und Synergien zu nutzen, wird die alte Radsporthalle abgerissen und der Baukörper der Steinriedhalle inklusive Feuerwehr ergänzt. Dabei finden die besonderen Qualitäten des bestehenden Platzraums zwischen den beiden Bestandsgebäuden sowie die prägende Wirkung der hochwertigen Bestandsbäume aus Sicht des Beirats in der aktuellen Planung aber noch nicht die ihnen angemessene Berücksichtigung.
Um die Bestandsbäume noch stärker zu erhalten und zugleich den Platz in Bezug zum Foyer großzügiger für öffentliche Veranstaltungen zu öffnen, wird vorgeschlagen, den nördlichen Baustein der Planung zu drehen und umzustrukturieren. So könnte das Foyer, welches aktuell kaum Kontakt nach außen hat, über einen großzügigeren Eingang und über den zuschaltbaren Saal direkt zum Vorplatz öffenbar sein. Der Grünraum in Richtung Wohnbebauung bliebe dabei aus städtebaulicher Sicht des Beirats weiterhin in angemessener Größe als Pufferzone erhalten.
Der aktuelle Baukörper bildet mit seiner Waschbetonfassade eine eigene Identität für den Ort und ist durch horizontale Fassadenplatten und Fensterbänder gegliedert mit feinen Details und Proportionen. Der Gestaltungsbeirat hinterfragt, ob das Auffüllen der gegliederten Bauteile und die mit vertikaler, flächiger Holzlattung vollkommen neu gestaltete Fassade und neu proportionierten Fensterformate nicht zu wenig auf den Bestand und dessen Identität eingehen.
Der Wunsch, den zentralen Eingangsbereich so zu gestalten, dass er eine identitätsstiftende Qualität erhält und zugleich einen Mehrwert für die Nutzer*innen sowie die Anwohner*innen der benachbarten Gebäude bietet, wird ausdrücklich begrüßt. Ein großzügiger erhaltener Bestandsplatz würde dieses Ziel aus Sicht des
Beirats in besonderer Weise unterstützen und die angestrebten Qualitäten noch verstärken.
Es wird empfohlen die Drehung des nördlichen Baukörpers mit einem großzügigeren Eingangsplatz unter Berücksichtigung der Bestandsbäume zu entwickeln. Dabei soll die Verbindung des Foyers mit dem zuschaltbaren Saal erhalten bleiben.
Für die Fassadengestaltung und die bauliche Fügung des geplanten Bürger- und Vereinszentrums wird darum gebeten, die Identität des bestehenden Gebäudes noch stärker in die Planung einzubeziehen. So könnte beispielsweise ein Teil der vorhandenen Waschbetonplatten sowohl in die Fassadengestaltung als auch in die Außenraumplanung integriert werden. Auf diese Weise ließe sich die ortsbezogene Identität des Bestandsgebäudes bewahren und zeitgemäß weiterentwickeln, sodass ein erkennbarer Bezug zwischen Bestand und Neubau entsteht. Darüber hinaus sollten die für den Teilbereich der Feuerwehr charakteristischen Merkmale im Zuge der Fassadensanierung erhalten bleiben, damit seine Bedeutung als wichtiger und identitätsstiftender Ort des gemeinschaftlichen Dorflebens auch nach der Neuorganisation weiterhin erkennbar bleibt und insbesondere vom zentralen Platz aus gestalterisch ablesbar ist.


Der Gestaltungsbeirat bedankt sich ausdrücklich bei der Bauherrin und dem Architekturteam für ihr Engagement und das entgegengebrachte Vertrauen. Die bisherigen Bearbeitungsschritte werden ausdrücklich anerkannt. Um die angestoßenen Überlegungen gemeinsam weiterzuführen, bittet der Beirat darum, den weiterentwickelten Entwurf zu gegebener Zeit erneut vorzulegen.