Prärie bildet Berater*innen aus

Suchtprävention braucht Unterstützung

Zwei junge Menschen laufen nachts durch Freiburg. Sie tragen blaue Warnwesten mit dem Logo von Prärie. Eine Person trägt eine Tasche von der Suchthilfe Freiburg.
Nebenjob gesucht? Prärie freut sich über neue Peer-Berater*innen und bildet aus.

"Du bist interessiert an einem attraktiven Nebenjob, der sich gut in Dein Studium integrieren lässt? Außerdem möchtest Du was Neues ausprobieren und stellst Dich gerne kleinen Herausforderungen? Dann bist Du genau richtig bei uns!" Mit diesem Appell sucht das Amt für Soziales (AfS) wieder Peer-Berater*innen für die Suchtprävention. Wer interessiert ist, kann sich bis 15. Mai anmelden.

Interessierte erhalten eine kostenlose zweitägige Ausbildung. Dabei werden Wege der Prävention, Möglichkeiten der Gesprächsführung und das örtliche Suchthilfenetzwerk erklärt. Die Einsätze in der Peer-Beratung folgen dann jeweils an Wochenenden: freitags oder samstags von 20 bis 24 Uhr.

Die Ausbildungstermine 2026 sind am Freitag, 22. Mai, 15 bis 18 Uhr, und am Samstag, 23. Mai, 9 bis 16 Uhr. Interessierte können sich bis Freitag, 15. Mai, bei Konrad Lust anmelden: Tel. 0761 285830-0 oder per Mail an konrad.lust@stadtmission-freiburg.de.

Austausch statt Belehrung

Peer-Berater*innen gehen auf Menschen jedes Alters, bevorzugt aber auf Jugendliche und junge Erwachsene zu. Sie bieten Raum für Gespräche, stellen Fragen und sind bereit, auf Augenhöhe Erfahrungen und Ansichten zum Thema Alkohol zu teilen. Im Vordergrund steht nicht die Belehrung des Gegenübers. Vielmehr wird ein bewusster Umgang mit Substanz angestoßen. Bei Einsätzen sind sie stets in Teams unterwegs, in der Straßenbahn oder zu Fuß in der Innenstadt. Zwei professionelle Fachkräfte mit Erfahrungen im Suchthilfebereich oder in der Suchtprävention stehen ihnen bei Fragen zur Verfügung.

In Freiburg findet die Arbeit der Suchtprävention und der kommunalen Alkoholpolitik im Rahmen des Prärie-Konzepts statt. Die Abkürzung steht für Prävention (langfristig wirksame Maßnahmen zur Verhinderung von Alkoholmissbrauch und Gewalt), Relaxation (Entspannung der Lage in der Innenstadt, auch durch Präsenz von Suchthilfe-Fachleuten und Peer-Beratern), Intervention und Evaluation durch Externe. 

Bei Prärie arbeitet die Stadt Freiburg mit den fünf psychosozialen Suchtberatungsstellen am Ort zusammen: Frauenzimmer, BWLV, AGJ, Drogenhilfe und Ausweg-Beratungsstelle für Suchtfragen. Mit diversen Bausteinen – einer davon ist die Peer-Beratung – werden Heranwachsende vor riskantem Alkoholkonsum geschützt und an einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol herangeführt.

Fokus auf Alkohol und Cannabis

Nach der Devise „Engagement ist die beste Prävention“ setzt Prärie auf Jugendbeteiligung und Kreativität. Eine wesentliche Rolle spielt dabei der Peer-to-Peer-Ansatz. Sein Grundgedanke: Gleichaltrige lernen voneinander und tauschen Erfahrungen aus. Zum Einsatz kommen vor allem Studierende und Auszubildende der Fächer Soziale Arbeit, Pädagogik, Sozialwissenschaften oder Psychologie.

In der Ausbildung zum/zur Peer-Berater*in geht es um Grundlagen im Bereich Sucht und Suchtprävention, Aspekte der aufsuchenden niedrigschwelligen Arbeit, Besonderheiten in der Gesprächsführung und ein Deeskalationstraining mit externen Trainer*innen. Der Fokus liegt auf Alkohol und dem Zusammenhang von Konsum und Gewalt sowie auf dem Cannabiskonsum.

Die Ausbildung findet im Verwaltungsraum vom Ausweg/Stadtmission (Jägerstraße 2) statt. Infos unter www.praerie-freiburg.de

Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 909 vom 25. April 2026. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!

Veröffentlicht am 27. April 2026