Energieeffiziente und altersgerechte Scheune

In Kürze

  • Gebäudeart: Wohngebäude
  • Wohn- und Nutzfläche: 138 m²
  • Jahr der Sanierung: 2020
  • Baujahr: 18. Jahrhundert
  • Maßnahmen: Dämmung von Dach und oberster Geschossdecke, Dämmung der Außenwand und Bodenplatte, Erneuerung der Heizungsanlage, Fenstertausch, Photovoltaik-Anlage
  • Denkmalschutz/Erhaltungssatzung: ja
  • KfW Effizienzhaus 85

Endenergiebedarf

nachher: 111 kWh/m2a

in kWh/m²a

A+ABCDEFGH
nachher
0255075100 125150175200225>250

Maßnahmen

Außenwand
Holzständerbauweise 140 mm Mineralwolle (MiWo) WLG 032 zwischen den Holzständern plus 100 mm Holzfaserdämmplatte auf den Holzständern Erreichter U-Wert Außenwand: 0,20 W/m²K

Keller
Neue Bodenplatte mit Perimeterdämmung Erreichter U-Wert Boden: 0,25 W/m²K

Dach
1,25 cm Gipskarton, 3 cm MiWo Untersparrendämmung, 14 cm MiWo Zwischensparrendämmung, 6 cm Holzfaserdämmplatte Aufsparrendämmung Erreichter U-Wert Dach: 0,17 W/m²K

Fenster
neue Fenster dreifach Wärmeschutzverglast Erreichter U-Wert Fenster: 0,90 W/m²K

Heizung
Pelletheizung

Lüftung
Fensterfalzlüfter

Erneuerbare
Photovoltaik-Anlage

Impressionen

Eine Scheune mit Holztor.
Scheune vor der Sanierung
Außenansicht der sanierten Scheune mit Balkon, PV und großzügigen Fensterfronten.
Scheune nach der Sanierung
Ein neu sanierter Maisonette-Raum innerhalb einer Scheune mit Küche und Fensterfront.
Saniertes Inneres der Scheune
Ein modernes Dachstudio direkt in den Schrägen des Daches.
Saniertes Dachstudio
Das Dachgeschoss einer Scheune wird ausgebaut. Handwerker befestigen neue Holzbalken
Dachschräge vor der Sanierung

Förderung

KfW-Kredit Effizienzhaus 85 Denkmal

Die Geschichte dahinter

Das Projekt:

Die Eigentümer*innen des Hofes in Ehrenkirchen sind Landwirte aus Überzeugung und mit Leidenschaft. Der familiengeführte Betrieb soll auch zukünftig als Hof fortbestehen bleiben und von der nächsten Generation geführt werden. Wunsch der Familie war es, innerhalb der Hofanlage neuen Wohnraum (Altenteil) zu schaffen, so dass alle Familienangehörigen auf dem Hof wohnen bleiben können. Der mitten im Ort gelegene Betrieb verfügt über Stallungen und Scheunen, die durch strukturelle Veränderungen nicht mehr genutzt wurden und leer standen. So entstand die Idee, die ungenutzte Scheune, in altersgerechte Wohnräume zu verwandeln.


Maßnahmen

Die Scheune mit Fachwerkelementen aus dem 18. Jahrhundert wurde mit großem Aufwand in Wohnraum umgebaut. Die schon auf dem Dach vorhandene Photovoltaikanlage, konnte im Zuge des Dachausbaus erhalten und weiterbetrieben werden. Die Hofanlage wurde ursprünglich durch eine Stückgutheizung beheizt. Im Rahmen der Sanierung wurde diese durch eine Pelletheizung ersetzt, die ein Nahwärmenetz mit 2 Gebäuden beheizt und zu einer enormen Verbesserung der Effizienz und der Wohnqualität beigetragen hat. Die energetischen Dämmmaßnahmen wurden soweit erforderlich auf die historische Bausubstanz abgestimmt. Neue vollgedämmte Holzständerwände und eine optimierte Dachdämmung schaffen eine thermische Gebäudehülle nach neuesten Standards. Die zusätzliche Dämmung mit Holzweichfaser sorgt auch im Sommer für ein angenehmes Wohnklima. Durch die umfangreichen energetischen Maßnahmen, die ohne Beeinträchtigung des Erscheinungsbilds erreicht werden konnten, wurde ein Effizienzhausniveau 85 erreicht.


Ergebnisse

Eine einfache Scheune, altes Fachwerk aus dem 18. Jahrhundert, einfache Bretterwände und viel Staub, daraus einen altersgerechten Wohnraum zu schaffen ist eine Herausforderung. „Für uns war es faszinierend zu sehen, wie aus dem alten Stall eine moderne Wohnung wurde. Heute hier zu stehen, sich an einem alten Balken anlehnen zu können und durch die großen Fenster den Enkeln im Garten zuschauen zu können, das ist für uns ein großes Glück“, fassen es die Eigentümer*innen zusammen.   Die Eigentümer*innen haben schon immer viel Wert auf eine gute Balance zwischen Ökologie und Wirtschaftlichkeit gelegt. Die durchgeführten Maßnahmen haben diese Erwartungen voll erfüllt. Sicher hätte man auch vielleicht noch stärker und dicker Dämmen können, doch das wäre an mancher Stelle zu Lasten der alten Bausubstanz gegangen und uns war es wichtig auch die alte Struktur und den Charakter der Scheune spürbar zu lassen. Das ist gelungen, wir fühlen uns sehr wohl.


Weitere Infos und Kontakt